Pilgerinformationen

Fund einer Pilgermuschel und einer Pilgerampulle in Uffenheim

Am Uffenheimer Schloss untersucht der "Archäologische Arbeitskreis" des "Gollachgaumuseums Uffenheim" zur Zeit eine alte Latrine. Am 24. August 2002 wurde unter datierbaren Scherben aus der Zeit von 1390 bis 1420 eine Pilgermuschel mit zwei kleinen Löchern zum Annähen an die Kleidung gefunden. Das beweist, dass vor dieser Zeit jemand aus dem Schloss - Herrschaft oder Bediensteter - eine Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela unternommen hat. Die Muschel misst in Höhe und Breite 4,5 cm.

Dass der hl. Jakobus unter der damaligen Bevölkerung durchaus populär war zeigen auch die Patrozinien von drei Jakobuskirchen in der unmittelbaren Umgebung von Uffenheim. Dass Uffenheim heute eine Station am "Fränkisch-Schwäbischen Jakobsweg" von Würzburg über Rothenburg o.d.T. und Hohenberg nach Ulm ist, bekommt mit diesem Fund eine historische Dimension und bezeugt eine Pilgerfahrt nach Santiago.

Die Bilder zeigen die Fundstelle in 2m Tiefe, die Muschel wird beim Schlämmen des Fundgutes sichtbar, Pilgermuschel mit zwei Löchern zum Annähen an die Kleidung

Fund einer "Pilgerampulle" aus der gleichen Latrine.
Acht Tage nachdem die Muschel ans Licht kam, gelang ein weiterer Fund der mit einer Pilgerschaft in Zusammenhang steht. Es wurde eine sog. "Pilgerampulle" unbekannter Herkunft gefunden. Die Größe beträgt in der Höhe 5 cm und in der Breite 3,5 cm, die Dicke beträgt 1,2 cm. Innen ist die Ampulle hohl. Sie besteht aus Blei oder aus einer Bleilegierung. Die Verzierung besteht auf der einen Seite aus einer sechsblütrigen Blume in einem Kreis der 2,5 cm im Durchmesser mißt, umrahmt von einem Band, das aus x-ähnlichen Strichen besteht. Die andere Seite trägt ein Wappen im Kreis; auf dem Wappen sind zwei "Hügel" zu sehen aus deren Mitte ein Kreuz aufragt und an dessen rechter Seite ein kleiner Stern zu sehen ist. Umrahmt wird das Wappen von einem zick-zack-Band.