Pilgerwege

Der Fränkisch-Schwäbische Jakobsweg - von Würzburg nach Ulm

Fränkisch-Schwäbischer Jakobsweg - Von Würzburg über Rothenburg o. d. T. und Rosenberg/ Hohenberg nach Ulm

Der Fränkisch – Schwäbische Jakobsweg

Ein Pilgerweg von Würzburg a. Main
über Ochsenfurt, Uffenheim, Rothenburg o. d. Tauber, Crailsheim, Rosenberg, Böbingen/Rems und Lonsee nach Ulm a. d Donau

Der Pilger geht zwischen Würzburg und Ulm 268 km, auf meist sanft hügeligen, gut ausgebauten Wegen. Lediglich nach den Flusstälern der Jagst, des Kochers, der Lein und der Lone steigt der Weg auf kurzen Strecken, beim Albaufstieg zwischen Bargau und dem Bargauer Kreuz ein längeres Stück, heftig an. Für den ganzen Weg sollte man sich mindestens 11 Tage Zeit nehmen. Besser ist es, sich mehr Zeit zu lassen, denn im Eilschritt lassen sich Spiritualität und Besonderheiten dieses Weges wohl kaum erleben.
Für Radpilger sind einige Wegabschnitte nicht empfehlenswert. Radfahrer sollten eher die meist wenig befahrenen Landstraßen benutzen.

Was darf der Pilger von diesem Weg erwarten?

- eine abwechslungsreiche Landschaft

Das liebliche Maintal mit seinen Rebhängen, - die von intensiver Landwirtschaft geprägte Gäu-Ebene, die nicht nur im Hochsommer an die spanische Meseta erinnert, -  der Schwäbisch Fränkische Wald mit seinen schattigen Waldwegen und idyllischen Tälern, die Liashochflächen des Albvorlandes und nicht zuletzt die Schwäbische Alb, geprägt von Landwirtschaft, Wald und vereinzelten Wacholderheiden.

-romantische Städte, stattliche Bauerndörfer, verträumte Weiler und einsame Gehöfte
Die ehrwürdige Bischofsstadt Würzburg und die romantischen Mainstädte bis Ochsenfurt, Uffenheim und das viel gerühmte Rothenburg, Crailsheim und Ulm, Städte am Wege, die zum Verweilen und Schauen einladen. Meistens kommt der Pilger aber durch kleine Dörfer, ohne Industrieansiedlung, dafür mit stattlichen Bauernhäusern, gepflegten Gärten und freundlichen Menschen.

-Kirchen und mittelalterliche Kunst
Unterwegs trifft man immer wieder auf Feld- oder Pilgerkreuze, Bildstöcke, Meditationsstelen und Kapellen. In vielen Dörfern, laden Kirchen zu Gebet und Meditation ein, sofern man sich die Mühe macht, den Schlüssel zu holen, den man meist nahe der Kirche erbitten kann. Höhepunkte mittelalterlicher Kirchenkunst sind der Herlin- und der Riemenschneideralter in der Jakobuskirche in Rothenburg, der Flügelaltar der Johanneskirche in Crailsheim und der Multscher - Altar in der unscheinbaren evangelischen Dorfkirche von Scharenstetten.

-moderne Kirchenkunst

Hier ist vor allem ein Name zu nennen. Sieger Köder, geb. am 03.01.1925, Pfarrer und Maler, früher Pfarrer von Rosenberg und Hohenberg, jetzt in Ellwangen im Ruhestand.

Seine Kunst – Altäre, Bilder, Kirchenfenster, Skulpturen findet der Pilger vor allem im Raum Rosenberg – Ellwangen, aber auch in Wöllstein (Pilgerkreuz, Hühnerwunderdarstellung an der Jakobuskapelle) oder in der ev. Pfarrkirche von Sontbergen (Fenster u.a. Jakobus)

- eine interessante Flora und Fauna
Unterschiedliche Böden (Muschelkalk, Keuper, Jura,) und Höhenstufen (Würzburg 176 m, Falkenberg auf der Ostalb 776 m) bedingen eine abwechslungsreiche Flora. Der Kenner wird dabei recht seltene, geschützte Pflanzen und Tiere entdecken. Aber auch blühende Streuobstwiesen und die bäuerlichen Blumengärten erinnern wie wunderbar die Schöpfung ist.

- idyllische einsame Wege
Der Pilgerweg führt fast ausschließlich durch ein dünn besiedeltes Gebiet, in welchem bis jetzt weder Industrie noch Fremdenverkehr Einzug gehalten haben. So laden die meist einsamen Wege durch Wald, Feld und Flur dazu ein, in Stille über sich, Gott und die Welt nachzudenken und zu meditieren.

-Verkehr und Übernachtung:

Diese Einsamkeit hat ihren Preis. Die Verkehrsanbindung lässt Wünsche offen. Bahnverbindungen gibt es im Maintal, dann in Uffenheim, Rothenburg, Crailsheim, Böbingen/Rems, Lonsee und Ulm. Auch die Übernachtungsmöglichkeiten erfordern eine gute Planung. Viele Wirte aus Orten nahe des Pilgerweges sind bereit, Pilger mit dem PKW abends abzuholen und morgens zum Weg zurückzubringen.

- Anschlusswege

Von Norden her kann man von Fulda bzw. Schweinfurt her auf dem „Unterfränkischen Jakobsweg“ nach Würzburg pilgern.

In Rothenburg o. d. Tauber endet der von Eslarn an der tschechischen Grenze über Nürnberg und Heilsbronn kommende „Oberpfälzer -“ bzw. „Fränkische Jakobsweg“.

 

In Rothenburg o.d.T. beginnt ein markierter Jakobsweg, der von Rothenburg über Schwäbisch Hall, Winnenden, Esslingen und Tübingen nach Rottenburg a. N.  führt und somit den „Fränkischen Schwäbischen Jakobsweg“ mit dem „Schwarzwälder Jakobsweg“ Horb – Loßburg - Schutterald verbindet.

Ab Ulm kann der Pilger auf dem Oberschwäbischen Jakobsweg nach Konstanz, dann auf durchweg markierten Wegen durch die Schweiz nach Genf und schließlich durch Frankreich über Le Puy nach Spanien und Santiago pilgern.

Informationsmöglichkeiten
Eine detaillierte Wegbeschreibung und ausführliche Hinweise zu Kunst und Kultur bietet ihnen der Wander- und Kulturführer:

Auf dem Jakobsweg
von Würzburg über Rothenburg o.d. Tauber und Hohenberg nach Ulm
Wander und Kulturführer
E. Baierl, W.Dettling, P. Högler (+), J.Rebele
Verlag Seehars Uffenheim 2004, ISBN : 3-927598-27-5

Fränkisch-Schwäbischer Jakobsweg - Erlebnisbericht

Der Fränkisch-Schwäbische Jakobsweg von Würzburg nach Hohenberg (2002) und weiter nach Ulm (2003) (ein Erlebnisbericht von R. u. G. Lefarth)

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Fränkisch-Schwäbischer Jakobsweg - Wegbeschreibung

Verlauf des markierten Jakobsweges von Würzburg nach Ulm
(Kilometerangaben und Angaben zu Übernachtungen und Einkehrmöglichkeiten – Stand: 2009)

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Wegeänderungen

Wegänderung hinter Tückelhausen – Jakobsweg weg vom Fahrradweg

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