Pilgerwege

Piemont Pyrenäen

"Piemont-Pyrenäen", ein wenig begangener Jakobsweg im Süden Frankreichs

Informationen zum Weg von Carcassonne über Lourdes nach St.-Jean-Pied-de-Port im September 2010 von Monika Seehars.

30.08.10 Mit dem PKW fuhren wir von Uffenheim nach Carcassonne. In der Nähe von Carcassonne (Villeneuve les Montreal) buchten wir bereits von Deutschland aus bei einem deutschen Ehepaar ein Chambre d’Hôtes. Für das Auto hatten wir dort einen geeigneten Stellplatz. Die Unterkunft war einmalig, das Preis-Leistungsverhältnis in Ordnung - www.maison-iris.com. Sehr empfehlenswert. Sie bieten auch noch 2 Ferienwohnungen an.

Da es noch keinen neuen Führer für den Pyrenäenweg gab, holte ich mir die Wegbeschreibungen über das Internet. Voie du Piémont-Pyrénéen Etape 1 (dann fortlaufend) Zu den einzelnen Etappen gibt es auch ein Höhenprofil. Die Unterkünfte findet man unter Hébergements voie du Piémont-Pyrénéen und eine weitere Liste unter: accueils traditionnels des Pelerins Piemont-Pyreneen; außerdem gibt es noch ein kleines Heft Guide des Haltes (www.webcompostella.com).

31.08.10 Villeneuve-les-Montreal – Fanjeaux (ca.16km) Eine kurze Etappe durch eine hügelige Landschaft mit herrlichen Blicken auf die Pyrenäen. In Fanjeaux gibt es eine Bar und ein Restaurant. Die Unterkunft bei den Schwestern Couvent des Dominicaines de la Sainte Famille hat uns enttäuscht. Trotz Voranmeldung warteten wir vor verschlossener Türe ca. 1 Std. Das Abendessen war schlecht. Da man einen Hausschlüssel bekommt, wäre es ratsam evtl. im Restaurant zu essen oder Mitgebrachtes zu verspeisen. Die Schlafmöglichkeit nebst Duschen war in Ordnung. An den Gebetszeiten teilzunehmen war nicht möglich. Halbpension pro Person € 30.

Fanjeaux

01.09.10 Fanjeaux – Mirepoix (ca.24 km) Wunderschöner Weg mit kleinen Auf- und Abstiegen. Ab Malegoude wählten wir die Abkürzung auf der Landstraße bis Mirepoix. Hier übernachteten wir im komfortablen, pilgerfreundlichen Hotel Le Commerce, wo wir schon vor ein paar Jahren logierten. Mirepoix ist nicht nur wegen seiner einmaligen Bastide sehenswert. Übernachtung in der Pilgerherberge ist möglich.

04

02.09.10 Mirepoix – Vals (12 km) Der Weg bis Pamiers war uns zu weit, daher machten wir bereits in Vals Station. Lohnenswerter Aufenthalt. Die Felsenkirche ein Kleinod mit wunderschönen, guterhaltenen Fresken aus dem 11. Jhd. Auch die Unterkunft bei Evangelina, sehr gut. Sehr freundlich und hilfsbereit. Spende. (Auf dem Weg von Vals nach Pamiers kamen wir an der Herberge Bel-Air vorbei, sah aber nicht besonders gut aus. Waschbecken vor der Türe im Freien.)

03.09.10 Vals – Pamiers (16 km) Den Weg an diesem Tag empfand ich als anstrengend, da es sehr heiß war und erst kurz vor Pamiers in Tour du Crieu eine Einkehrmöglichkeit gab. Auf einem breiten Seitenstreifen führt der Weg hinein nach Pamiers. Leider stürzte Ferdinand so unglücklich und verletzte sich so, daß er zum Nähen in die Klinik gebracht werden mußte. Hilfsbereite Passanten organisierten für uns den Krankenwagen und haben sich liebevoll um uns gekümmert. Zu unserem Schreck lag die Klinik ca. 10 km von Pamiers entfernt. Nach der medizinischen Versorgung, mussten wir irgendwie wieder zurück nach Pamiers. Vor der Klinik vermissten wir einen Taxistand. Nun, die Dame an der Notaufnahme konnte mir eine Nummer geben und nach längerer Wartezeit, holte uns ein Taxi ab. Wir fuhren zur Touristinformation. Dort überlegten wir, ob wir das bereits bestellte Quartier in der Herberge nehmen sollten, oder ob es besser wäre ins Hotel zu gehen. Ich befürchtete allerdings, ob die Aufnahme im Hotel reibungslos verlaufen würde. Die Kleidung von Ferdinand war sehr schmutzig und blutig, obwohl ich das Hemd noch im Krankenhaus notdürftig auswusch. Wir entschlossen uns dann doch, die Herberge vorzuziehen. Marie-Therese, die Hospitalera, holte uns an der Touristinformation ab und ohne Zögern schnallte sie sich Ferdinands Rucksack auf und brachte uns zur Herberge. Im Hinterhaus des bischöflichen Palais können die Pilger im 2. Stock, übernachten. Die Räumlichkeiten sind sehr einfach, aber sauber. Es gibt sogar frische Bettwäsche. Der Aufenthaltsraum grenzwertig, aber dafür Marie-Therese eine Seele, die alles andere vergessen lässt. Sie begleitete mich zur Apotheke, da ich noch blutstillende Mittel für Ferdinand besorgen mußte. Sie tat wirklich alles für den kranken Pilger. Das von ihr gekochte Abendessen war vorzüglich.

04.09.10 Pamiers - Mas d’Azil. (27 km) Marie-Therese bereitete uns ein Frühstück mit dem anschließenden Angebot uns mit ihrem PKW eine kleine Wegstrecke zu fahren. Ferdinand fühlte sich zwar wieder gut, aber es war sinnvoll etwas langsamer zu tun. In Mas d’Azil gibt es eine Herberge in der ehemaligen ev. Kirche. Der Sanitärbereich, sowie die kleine Küchenzeile neu und ansprechend. Im Schlafraum allerdings liegen im hinteren Bereich noch alte Kirchenbänke kreuz und quer durcheinander und übereinander. Die Betten empfand ich als schmuddelig. Das Licht funktionierte nicht. Unser obligatorisches Leintuch (d.h. zusätzlicher dünner Hüttenschlafsack) kam hier zum Einsatz. Beim Vorzeigen des Pilgerausweises bekommt man einen Pilgerbonus für ein Essen in der Pizzeria oder im Restaurant.

Grotte Mas d’Azil

05.09.10 Mas d’Azil - St. Lizier. (ca. 24 km) Am Anfang führt der Pilgerweg durch die Grotte von Mas d’Azil. Die Blicke auf die Pyrenäen sind auch auf dieser Strecke einmalig. Montjoie eine einmalige und wuchtige Wehrkirche. Bis St. Lizier hatten wir keine Einkehrmöglichkeit entdeckt. Am Marktplatz von St. Lizier gibt es ein Restaurant und Bar. Die Kirche mit dem Kreuzgang ist sehenswert. Ratsam ist es, sich diese Sehenswürdigkeit gleich anzuschauen. Ein sehr steiler Weg geht hinunter zu dem Hotel de la Tour, in dem wir übernachteten. Zum Abendessen mussten wir ca. 1 km hinaus aus der Stadt, denn das Restaurant hat am Sonntagabend geschlossen. Hotel de la Tour empfehlenswert.

06.09.10 St. Lizier - St. Lary. (ca. 24 km) Unbedingt muß man sich in Audressein die Kirche, wenn auch leider nur von außen, ansehen. Schöne Fresken mit unserem Pilgerheiligen in der Vorhalle. An diesem Tag ging es öfters durch den Wald. In Orgibet ein Restaurant. Ab Aucazein blieben wir auf der Landstraße bis St. Lary und gingen nicht über Buzan. St. Lary ein kleiner netter Ort, allerdings der kleine Laden, war wegen Krankheit der Besitzerin, geschlossen. Die Unterkunft bei Agerts empfehlenswert. Madame versorgte uns mit Brot und Käse für den nächsten Tag.

St. Lizier

07.09.10 St. Lary – Juzet-d’Izaut. (20km) Es war total trübes, nebeliges und regnerisches Wetter. Aus diesem Grunde fuhren wir mit einem Auto hinauf zur Passhöhe Col d’Aspet. Wir entschlossen uns auf der Straße weiter zu laufen und nicht den Pilgerweg zu gehen. Es wäre bei diesem Wetter sinnlos gewesen. Außerdem befürchtete ich, mich bei dem Nebel zu verlaufen. Die Sicht war sowieso gleich Null. In Juzet-d’Izaut übernachteten wir im Chambre d’Hôtes von Madame Leroy. Ein sehr schönes Ambiente. Pilgertarif. Es gibt noch ein kleines Hotel (Auberge Cagire) ist aber nicht empfehlenswert. Der Wirt ist sehr unfreundlich und war nicht gewillt uns ein Bier auszuschenken. Ein Bäckerladen und Metzgerladen sind im Ort. Nächste Einkaufsmöglichkeit erst wieder in Larousse Barousse.

08.09.10 Juzet-d’Izaut - Ore. Man geht wieder ins Tal nach Cazaunous am Ortskern vorbei und anschließend hinauf zum Col d’Ares. Auf der Anhöhe befindet sich ein Restaurant mit Gîte, das aber nicht immer geöffnet hat. Aufpassen: Gleich hinter dem Paß an der Straßenkurve, führt der schöne, aber holprige Pilgerweg rechts hinunter nach St. Pe d’Ardet. Wenn man auf dem Pilgerweg bleibt gibt es bis Loures Barousse keine Übernachtungsmöglichkeit. Das Gîte Hallalou existiert nicht mehr. Wir verließen in St. Pe d’Ardet den Pilgerweg und liefen weiter hinunter nach Ore. Dort übernachteten wir in einer Colonie de Vacanses. (In der Ferienzeit möglich) Eine einfache Unterkunft, Dusche im Zimmer, Toilette außerhalb. Keine Einkaufsmöglichkeit.

09.09.10 Ore - St. Bertrand de Comminges. Eine kurze Strecke, aber wir mussten einen Arztbesuch einplanen, weil die Fäden in Ferdinands Lippe entfernt werden mussten. Von Ore kann man auf dem Fahrradweg bequem nach Loures Barousse laufen. Bei dem Regen, den wir hatten, war das die beste Lösung. In Loures Barousse pulsiert wieder das volle Leben. Gute Einkaufsmöglichkeiten. Eigentlich wollten wir uns im Bahnhofgebäude (jedenfalls sah es danach aus) kurz aufwärmen und vom Regen unterstellen. Als wir erstaunt feststellten, daß das Gebäude umfunktioniert wurde und jetzt die Sozialstation untergebracht ist. Welch ein Glück und Zufall, die Schwester entfernte ohne Zögern die Fäden aus Ferdinands Lippe. Auf ebener Strecke geht es nach Valcabrère. Der Anblick ist wunderbar. Im Vordergrund die romanische Kirche Valcabrère (absolut sehenswert) und im Hintergrund auf der Anhöhe die Kirche von St. Bertrand de Comminges. Das pilgerfreundliche und wunderbare Appartement von Madame Uchan im unteren Teil von St. Bertrand ist sehr empfehlenswert. Zur Kirche und dem oberen Ort, führt eine steile Treppe hinauf. Kirche und Kreuzgang sind sehenswert. Im unteren und auch im oberen Teil von St. Bertrand gibt es ein Restaurant. Da das Restaurant im „Unterdorf“ geschlossen hatte, servierte uns Madame Uchan ein vorzügliches Menü. Für das Abendessen sowie Frühstück und Unterkunft wollte sie eine Spende.

10.09.10 St. Bertrand de Comminges – Nestier (ca.18 km) Man kann sich am Morgen den „Aufstieg“ zur Kirche sparen, denn vom unteren Dorf führt ein Weg hinauf in den Wald und kurz darauf ist man wieder auf dem Pilgerweg. Der Weg geht lange Zeit durch den Wald, aber wenn sich eine Lücke auftut hat man einen wunderbaren Blick zurück auf die Kirche St. Bertrand, umgeben von bewaldeten Hügeln. Tibiran - Jaunac ist ein langgezogenes Dorf. Hier wäre es ratsam jemanden zu kontaktieren, um den richtigen Weg einzuschlagen. Wir folgten der Wegmarkierung bis zur Grotte Gargas, liefen die Hauptstraße ca. 100 m hinunter und sind rechts der rot-weiß Markierung folgend, abgebogen. Anfangs schien noch alles in Ordnung, aber bald stellten wir fest, daß wir irgendwo falsch gelaufen sind. (Wir vermuten, daß hinter der Grotte ein anderer GR verläuft, dem wir gefolgt sind) Glücklicherweise kamen wir auf eine Straße, die dann auch nach Nestier führte. In Nestier waren wir im einzigen Hotel Le Castéra. Das andere „ Hotel“ Le Monastère, etwas abseits, bietet keine Übernachtungsmöglichkeit mehr an. Da es in Nestier keine Einkaufsmöglichkeit gibt, packten wir den Käse und Brötchen die zum Abendmenü gab, ein.

11.09.10 Nestier – Lortet. Die Wegmarkierung war an diesem Tag nicht immer gut, ebenso der Weg. Hinter Montserie geht es auf einem kleinen Feldweg rechts ab. Bei Gajan wurde der Weg sehr beschwerlich, fast unbegehbar, Dornengestrüpp und umgestürzte Bäume blockierten den Weg. Erst kurz vor Lortet geht es angenehm durch den Wald in den Ort. Es gibt ein Hotel am Ortseingang sowie ein Chambre d’Hôtes Les Plein air Pyréneén, in dem wir übernachteten. Ein englisches, freundliches Ehepaar ist dabei aus diesem großen alten Anwesen, etwas zu machen. Da es auch in Lortet keine Einkaufsmöglichkeit gibt, baten wir das Ehepaar um Proviant für den nächsten Tag.

12.09.10 Lortet – Maison Baronnies. (ca.18 km) Monsieur Turner machte uns für den nächsten Wegabschnitt Kopien, was natürlich sehr hilfreich war. Trotzdem war hinter Esparros die Wegfindung schlecht. Es geht über eine große Wiese, wo man unbedingt sich ganz rechts halten sollte. Später folgt ein schöner Weg auf der Anhöhe bis Espeche. Danach steil abwärts, am Fluß entlang bis Maison Baronies. Ein Freizeitgelände mit Campingplatz. Die Unterkunft im Gîte war o.k. Wir waren alleine in diesem großen Haus. Leider war am Sonntag der Laden geschlossen, der wie man sah, ein reichliches Angebot hätte.

Pic du Midi de Bigorrre

13.09.10 Maison Baronnies – Bagnères de Bigorre. (ca.17 km) Gleich hinter dem Gîte geht es auf dem Grasweg am Waldrand weiter. Am Ortseingang von Bourg de Bigorre ist ein Hotel mit angrenzendem Laden. Am Montagmorgen war es allerdings schwierig, hier ein Brot zu bekommen, der Wirt war ziemlich unfreundlich. Die Landstraße führt nun hinauf nach Bonnemazon, dann sind wir nach Durban bis hinunter zur Mühle und dann wieder hinauf nach Monpradet bis zur Hauptstraße die nach Bagnères de Bigorre auf dem breiten Seitenstreifen hineinführt. Für den Weg über Escaladieu Castillion Uzer, fehlte uns ein detailliertes Kartenmaterial und war uns daher zu ungewiß. In Bagnères de Bigorre sind wir ins Hotel de la Paix und waren sehr zufrieden.

14.09.10 Bagnères de Bigorre – Lourdes. Die Aussichten, daß an diesem Tage 29 km mit einigen Höhenunterschieden zu bewältigen wären, führten zu dem Entschluß für zwei Euro pro Person, nach Lourdes einen Bus zu nehmen. Ticket gibt es in der Tourist-Information – Fahrt unbedingt am Vortag anmelden. Da der Bus erst am Mittag abfuhr hatten wir genug Zeit um uns Bagnères näher anzuschauen. Die Rucksäcke konnten wir ohne Probleme im Hotel deponieren. In Lourdes, das mit dem Bus bald erreicht war, holten wir uns aktuelle Informationen nicht nur im Tourist-Büro, sondern auch im Pilgerbüro nahe der Grotte. (Für den Besuch der Grotte stand uns nun der ganze Nachmittag zur Verfügung). Die Unterkunft beim Pfarrer Jean-Louis Doux (Rue de Pau 21) ist einmalig und empfehlenswert.

Lourdes

15.09.10 Lourdes – Asson (24km) Anfangs geht es durch den Wald und am Fluß entlang, später aufwärts zur Grotte Betharram, die man aber links liegen lässt. Danach geht man auf der Straße bis nach Lestelle Betharram. Gleich hinter der Kirche beginnt der Kreuzweg, der auch der Pilgerweg ist, mit seinen ungewöhnlich großen Kapellen. Der schweißtreibender Aufstieg, wird aber bei schönem Wetter mit einem herrlichen Pyrenäenblick belohnt.

Herberge in Asson

Bis man endlich Asson erreicht, geht es wie jeden Tag auf und ab. Die kleine, mit nur 2 Betten ausgestattete Herberge, ist sehr zu empfehlen. In Asson gibt es ein einfaches Restaurant, mit sehr freundlichem Wirt und ca. 400 m vom Ortskern entfernt einen kleinen Supermarkt.

16.09.10 Asson – Arudy. (18 km) Man kommt durch Bruges, Mifaget (Krypta) nach St. Colome. Hinter St. Colome bei der Weggabelung, sollte man den Sentier d’Ossau nehmen, der dann direkt nach Arudy geht. Nur wer nicht in Arudy übernachtet, sollte hier dem Pilgerweg folgen, der dann nach Sevignacq führt. In Arudy kann man gut beim ortsansässigen Pfarrer übernachten.

17.09.10 Arudy – Oloron St. Marie. (23 km) An diesem Regentag, sind wir öfters Straße gelaufen. Die vielen blauen (GR78) Tafeln und die gelben regionalen Tafeln haben uns sehr verunsichert. Da wir vermuteten, daß der Pilgerweg durch matschiges Gelände geht, folgten wir den gelben Hinweistafeln, über Herrere bis zum Aerodrome (Restaurant). Es geht dann hinunter zum Pont du Diable. Hier muß man am weitläufig eingezäunten Privatgelände vorbei und erst dann geht es über die Brücke. Bald stößt man auf die Hauptstraße in der es steil abwärts hinein nach Oloron geht.

Oloron, Säulenbasis

Gleich hinter der Brücke, im Hotel Bristol, nahmen wir uns ein Zimmer, weil ich erhebliche Fußbeschwerden hatte und mir der Weg bis zur großen Herberge in die Stadt zu weit war. Unbedingt sehenswert in Oloron ist die romanische Kirche.

18.09.10 Oloron – St. Blaise. (19 km) Auch an diesem Tag gingen wir überwiegend auf der Landstraße. Die Waldwege kamen uns zu matschig vor (Randbemerkung: Meine Schuhe waren nicht mehr „wassertauglich“).

Herberge in St. Blaise

In St. Blaise gibt es eine sehr ansprechende und gut ausgestattete Herberge. Der Getränke-und Snackautomat im Aufenthaltsraum ist allerdings sehr laut und gibt so viel Wärme ab, daß die Wäsche auch bei schlechtem Wetter im Raum gut getrocknet werden kann. Im Ort gibt es 2 Restaurants, jedoch keinen Laden.

19.09.10 St. Blaise – Mauleon Licharre. (16 km) Wenn die Höhe hinter St. Blaise erreicht ist, hat man wieder wunderbare Blicke auf die Pyrenäen. Die Wegbeschreibung und die Markierung stimmen z. Tl. nicht überein, wir folgten durchwegs der Markierung. Die letzten 8 km vor Mauleon sind nur noch Straße steil abwärts. Aber um in den Ortskern von Mauleon zu kommen, geht es leider wieder schweißstreibend aufwärts.

20.09.10 Mauleon – St. Just Ibarre. (21km) Hinter Ordiarp muß man sich entscheiden, entweder man geht den Weg über Garaybie und den Col Napale (12,7 km) oder über Col d’Ehutza (10,8 km). Wir nahmen den kürzeren Weg in der Annahme, daß man hier auch die schöneren Blicke auf die Pyrenäen hätte. Was sich auch bestätigte. Der Aufstieg war problemlos. Den steilen Abstieg auf schmalem Pfad empfand ich als sehr anstrengend. Leider ist dann im Tal die Markierung bis St. Just Ibarre sehr schlecht. In St. Just Ibarre mussten wir feststellen, daß unser vorbestelltes Quartier Montags keine Gäste aufnimmt, bei 2 anderen Adressen hatte ich auch keinen Erfolg. Das College St. Michael, steht noch im Unterkunftsverzeichnis, nimmt aber keine Pilger mehr auf. Wir wurden weiterverwiesen an die Ferme Arlania. Wir wurden mit dem Auto in St. Just Ibarre abgeholt und zur Ferme gebracht. Überrascht waren wir schon, denn die Ferme liegt an der D 933 d.h. in der Nähe von Ostabat, mit anderen Worten in der falschen Richtung. Die Leute waren unwahrscheinlich nett und hätten uns am nächsten Tag wieder zurück nach St. Just Ibarre gebracht. Wir zogen es aber vor nun von hier nach St.-Jean-Pied-de-Port zu laufen, obwohl wir die Strecke schon mehrmals gegangen sind.

Für uns war der Pyrenäenweg unter den 5 großen französischen Wegen der allerschönste. Das Pyrenäenpanorama jeden Tag, einmalig. Man sollte sich allerdings gut vorbereiten. Es wird schon etwas Kondition abverlangt, denn es geht ständig, auf zum Teil unwegsamen und steinigem Gelände auf und ab. Unterkünfte empfanden wir als ausreichend, nur die Einkaufsmöglichkeiten sind oft begrenzt und unterwegs gibt es wenig Bars oder Restaurants. Die Markierung ist im Großen und Ganzen gut. Pilger trifft man nur sehr vereinzelt.