Pilgerwege

Caminho Português

Wer auf dem Jakobsweg einmal Portugal und den Süden Galiciens kennen lernen will, wandert 235 km auf dem Caminho Português. Der einfache Weg verläuft meist auf ruhigen Ortssträßchen, Wegen und Pfaden durch kleine Dörfer und Weinlauben über Felder, Wiesen und Wälder und vorbei an Meeresbuchten. Es werden alte Römerbrücken aber auch einige einsame Anhöhen überquert.

 

Wenngleich im Mittelalter ganz Portugal von einem Netz von Jakobswegen durchzogen wurde, konnte bis 2005 erst ab Porto von einer ausreichenden Infrastruktur die Rede sein. Derzeit ist aber der Ausbau der Strecke unterhalb von Porto stark im Gange. Auf dem portugiesischen Teil des Weges findet man derzeit nur wenige offizielle Herbergen. Dennoch stellt die kostenlose oder kostengünstige Unterbringung auf dem Weg auch dort kein großes Problem dar, da Dank der sprichwörtlichen portugiesischen Gastfreundschaft neben Jugendherbergen und preiswerten Pensionen, eine ausreichende Menge von improvisierten Herbergen vorhanden ist.

Nach einem sehr lohnenden ausgedehnten Besuch von Porto, der geheimen Kulturhauptstadt Portugals, hat der Pilger die Möglichkeit, den Weg über Braga oder Barcelos zu wählen. Die meisten Pilger ziehen heute dabei die Wegroute über das verträumte Städtchen Barcelos dem Marsch durch die große, aber im Kern sehr sehenswerte Stadt Braga vor. Nachdem die Wege in der reizvollen und geschichtsträchtigen Kleinstadt Ponte de Lima wieder aufeinander treffen, führt der Weg über einen 400 m hohen „Pass“ zu den Grenzstädten Valenca und Tui, von denen beide zu einem kurzen Besuch einladen. Auch die galicische Stadt Pontevedra überrascht später im Stadtkern mit Atmosphäre und Sehenswürdigkeiten. Im Anschluss geht es immer weiter durch die typische galicische Landschaft, bis man schließlich Porto erreicht. Hier hat der Legende nach das Schiff mit dem Leichnam des heiligen Jakobus angelegt. Nur noch einen Tagesmarsch weiter erreicht man dann schließlich das Ziel seiner Reise, Santiago de Compostela.

 

Wer auf dieser Route die Einsamkeit der Meseta sucht, hat sich hier klar verlaufen. Der Weg fasziniert vielmehr durch eine abwechslungsreiche Kulturlandschaft und überaus gastfreundlich Menschen. Wenngleich er oft über Straßen verläuft, sind diese meist wenig befahren und daher nicht unangenehm. Dem Umstand, dass der ausgebaute Weg mit 235 km im Moment (Stand Sommer 2005) noch relativ kurz ist, könnte evtl. mit einer Verlängerung nach Finisterre begegnet werden. Da sowohl Porto als auch Santiago heute von Billigfluglinien angeflogen werden, ist der Weg ein „Leckerbissen“ für Kurzurlauber.

 

Unser Mitglied Raimund Joos, der auch den Outdoorführer für diesen Weg herausgibt, hat eine Internetseite zum Weg verfasst auf dem anregende Fotos, grundlegende Informationen, wichtige Links und ein Internetforum zu finden sind.

Hier der Link: www.caminho-portugues.de