Pilgerwege

Genf nach Le Puy (Via Gebennensis)

Das Profil der Via Gebennensis als Pilgerstrecke

Reizvolle Landschaften und zahlreiche historische Highlights am Wegesrand erwarten Wanderer auf der Via Gebennensis. Das bedeutet allerdings nicht, dass das Wandern auf dieser Pilgerroute ein Spaziergang ist. Immerhin gilt es, auf der Gesamtstrecke knapp 7.000 m im Aufstieg und mehr als 7.000 m im Abstieg zu bewältigen. Da die Höhenmeter sich jedoch meist in sanften, langgezogenen An- und Abstiegen befinden, ist das Wandern auf der Via Gebennensis auch für solche Wanderfans geeignet, die nicht das höchste Fitnesslevel mitbringen. Das Schöne am Wandern auf der Via Gebennensis: Dieser Teil des Jakobswegs ist vergleichsweise wenig besucht – im Gegensatz zum nächsten Abschnitt, der sich nach Le-Puy-en-Velay anschließt. Es werden also all jene Pilger hier besonders auf ihre Kosten kommen, die sich nach Abgeschiedenheit und einsamen Wanderrouten sehnen.

Der Verlauf der Via Gebennensis

Wandern auf der Via Gebennensis bedeutet vor allem: Wandern durch das atemberaubend schöne Rhônetal. Los geht die Wanderreise jedoch am Genfer See, mit Beaumont als erstem Etappenziel, das schon nach nur 13 km erreicht ist. Generell liegen die Streckenlängen der Wanderetappen auf der Via Gebennensis im Schnitt bei 20-25 km. Besonders lange Wandertage erwarten Pilger auf der vierten Etappen, bei der es auf 35 km von Seyssel nach Jongieux geht, am fünften Tag, wenn knapp 30 km von Jongieux bis St. Genix-sur-Guiers anstehen, und auf Etappe 10, wo man 32 km Strecke von Revel-Tourdan bis Clonas zu bewältigen hat. Es empfiehlt sich also, um diese Etappen herum den ein oder anderen Ruhetag bei der Wanderreise auf der Via Gebennensis einzuplanen. Das ist umso sinnvoller, weil im ersten Drittel der Strecke, um Jongieux herum, durchaus einige steile Höhenmeter auf dem Programm stehen. Beim Verschnaufen bietet sich aber immer wieder ein herrlicher Blick auf das malerische Rhônetal.

Nach der fünften Etappe wird das Höhenprofil dieses Fernwanderweges jedoch etwas gemäßigter: sanfte Hügel, abgelegene Weiler und malerische Örtchen belohnen Wanderreisende für den anstrengenden Beginn dieser Wanderung auf dem Jakobsweg. Kleine Highlights wie hübsche Kapellen, malerische Burgruinen, geschichtsträchtige Karthäuserkloster und alte Wallfahrtskirchen finden sich eigentlich an jedem Etappenziel sowie unterwegs in vielen Orten. Hin und wieder wird man auch mit einem echten Kontrastprogramm zum historischen Pilgerweg konfrontiert – beispielsweise, wenn der Fernwanderweg hinter Revel-Tourdan die Trasse des TGV quert. Auch das leibliche Wohl kommt bei solch einer Pilgerreise auf der Via Gebennensis nicht zu kurz. Dafür sorgt die hervorragende französische Küche – speziell lokale Spezialitäten wie Wein und Käse kann man sich hier schmecken lassen. Für die Verpflegung unterwegs sollten Wanderer übrigens sicherheitshalber ihre Brotzeit im Tagesgepäck mitnehmen. Denn nicht auf allen Etappen der Via Gebennensis sind alle paar Kilometer passende Gast- und Raststätten zu finden, um sich zu versorgen.

Ein echter Höhepunkt ist die Ankunft im Pilgerort Le-Puy-en-Velay am Ende dieser Wanderreise auf dem Fernwanderweg Via Gebennensis. Hier wartet nach einem letzten Wandertag durch stille Feldwege und kleine Wanderpfade nicht nur eine berühmte Kathedrale auf einem Berg auf die Wanderer – sondern auch der bunte Trubel, den ein Pilger-Mekka nun mal so mit sich bringt. Von April bis September gibt es in Le-Puy-en-Velay täglich eine Pilgermesse und zahlreiche wanderhungrige Reisende sind anzutreffen, die hier ihre Pilgerwanderung auf dem Jakobsweg beginnen.