Pilgerwege

Günter Müller: Via Lusitana 2019 (2.5.-16.6.2019), ein Weg quer durch Portugal, von Süd nach Nord, von Faro über Ourense nach Santiago de Compostela

Vorbemerkungen

Der ursprüngliche Pilgerweg durch das östliche Landesinnere, die ehemalige Via Lusitana, ist heutzutage nicht mehr vorhanden. Nur für einzelne Streckenabschnitte oder Orte gibt es noch verlässliche Angaben, wenn sie denn in historischen Pilgerberichten erwähnt wurden.

Mißverständnisse gibt es auch häufig, weil die Pilgerstrecke von Lissabon über Coimbra nach Porto als Via Lusitana bezeichnet wird, was jedoch falsch ist. Auch neue Wegprojekte von Süd nach Nord in Portugal (Caminho do Este de Portugal - Tavira - Santiago de Compostela oder Via Nascente) sind in Arbeit, Alternativrouten sind entstanden und Im Dourotal kreuzt der Camino Torres, von Salamanca kommend, diesen Weg. Da heißt es aufpassen und sich darauf vorbereiten.

Im Jahre 2009 kaufte ich eher rein zufällig einen im Conrad Stein Verlag erschienen Pilgerführer zur Via Lusitana.  Geschrieben hat dieses Buch Hermann Hass, Mitglied der Jakobus-Gesellschaft Aachen, nachdem er mit seinem englischen Freund Brendan Mulcahy eine neue Wegführung erforscht hatte.

Nachdem ich gelesen hatte, dass so gut wie keine Markierungen vorliegen, habe ich mich seinerzeit nicht weiter mit diesem Weg beschäftigt.

Im Jahr 2018 habe ich dann mitbekommen, dass das Outdoorhandbuch in einer komplett überarbeiteten 2.Auflage erschienen war. Auch GPS-Tracks lagen nun vor. 
Ende 2018 habe ich dann entschieden im Frühjahr 2019 diesen Weg zu gehen, auch weil ich in den Jahren vorher durch mehrfaches Pilgern auf dem Weg von Lissabon über Porto nach SdC das Land Portugal und seine Bewohner liebgewonnen hatte.

Der Start des Weges erfolgt an der Algarveküste, in der Grenzstadt Vila Real de Santo Antonio am Grenzfluß Rio Guadiana.  Nach gut 1000 Kilometern endet der von Hermann Hass beschriebene Weg im spanischen Ourense. Von dort geht man auf dem Camino Sanabres weiter nach Santiago de Compostela (ca. 110 km). 

Ich bin stur nach den sehr exakten Wegbeschreibungen von Hermann Hass gegangen und nur ab und zu nutzte ich bei Unsicherheit die Tracks (hatte ich auf Google Drive zwischengespeichert) mit der App Komoot. Berücksichtigt habe ich auch die umfangreichen Updates zur 2. Auflage, vielfach sind Rückmeldungen der Pilger berücksichtigt worden, die diesen langen schweren Weg schon bewältigt haben. 

Die kursiv dargestellten Ortsbeschreibungen stammen von Frau Uschi Agboka, die die Via Lusitana 2015 gepilgert ist. 

02.05.2019 Anreise

Am 2.5.2019 Flug von München nach Faro (Greta verzeih mir!), Übernachtung in Faro in Nähe des Bahnhofs (Residencial a Doca).
Tipp: Zeit nehmen für Faro, meine Highlights: Hafenbereich und die Karmeliterkirche Nossa Sehora do Carmo mit der Capela dos Ossos, ausgestattet mit Schädeln und Knochen.

03.05.2019 Vila Real de Santo Antonio bis Monte Francisco

Vormittags bin ich zunächst  mit dem Zug nach  Vila Real de Santo Antonio gefahren /ca. 70 Minuten Fahrzeit. Einige Zeit treibe ich mich in der Stadt herum, besuche auch den Hafen am Rio Guadiana und  bekomme  einen Pilgerstempel im Rathaus am großen zentralen Platz. Aber dann zieht es mich auf den Weg, ich komme mir vor wie ein Rennpferd vor dem Start, kaum zu bändigen.

Aus der Stadt hinaus geht es Richtung Castro Marim entlang der N122. Man befindet sich ab hier bereits auf dem GR 15, der bis  Alcoutim mit unserem Caminho identisch ist. Im Bau und zu 2/3 fertig 
war am 3.5. ein Fußweg, welcher neben der stark befahrenen N122 errichtet wird und zukünftig das Laufen in diesem Abschnitt erleichtert. 
Vorbei an einigen Windmühlen kamen schon bald die beiden Festungen von Castro Marim in Sicht.
In Castro Marim war gegen 14 Uhr Mittagspause angesagt. Nachdem ich als Tourist schon einmal Castro Marim besucht hatte, verzichtete ich diesmal auf einen längeren Aufenthalt.
Tipp für Besichtigung: 

  • Castelo Velho ist ein gut erhaltenes, kleines quadratisches Fort mit vier runden Ecktürmen und zwei Toren. Im Innenbereich befindet sich die Capela de Sao Tiago (Jakobskirche).
  • Fort de Sao Sebastiano, welches beim Erdbeben 1755 schwer beschädigt und danach aufgegeben wurde, heute jedoch zum Teil wieder instand gesetztwurde.
  • Unterhalb des Castelo Velho die weiße Igreja de Nossa Senhora dos Martires (Kirche der Mutter der Märtyrer). Sie stammt aus dem 18. Jh. und wurde von den Christusrittern in Auftrag gegeben. Typische Christusritterkreuze schmücken ihre Balustrade.
  • Touristenbüro aufsuchen: schöner Stempel und Flyer und Karte für den GR15 bis Alcoutim.

Castro Marim verließ ich auf dem GR15, der gut markiert ist. Mein Weg führte mich in ca. 2 Std. bis Monte Francisco, wo ich im Guest House de Beira in der Nähe der Grenze zu Spanien und der großen Autobahnbrücke über den Rio Guadiana übernachtete und auch ein Abendessen bekam. 
Beim Abendessen war es voll, was vor allem auf die vielen spanischen Gäste zurückzuführen war.

Alle im folgenden kursiv dargestellten Ortsbeschreibungen stammen von Frau Uschi Agboka, die die Via Lusitana 2015 gepilgert ist.

Vila Real de Santo António

Vila Real de Santo António ist eine Gemeinde und Stadt im Distrikt Faro in Portugal.
An der breiten Mündung des Rio Guadiana lag früher der Fischerort Santo Antonio de Avenilha, der Anfang des 17.Jahrhunderts durch ein Seebeben vollständig zerstört wurde. 1774 ließ an dieser Stelle der Marques de Pombal, Premierminister des Königs Jose I., in nur fünf Monaten eine neue Stadt erbauen - Vila Real – die königliche Stadt. Um den ursprünglichen Ort nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, wählte der Marquês den Namen „Vila Real de Santo Antonio“ für die Stadt.
Mit dem schnellen und mit großer Härte betriebenen Aufbau der Stadt verfolgte der Marques vor allem strategische Zwecke. Das Erdbeben von 1755 hatte nämlich Grenzstädte zu Spanien wie Castro Marim und Cacela Velha zerstört, es war dringend notwendig, gegenüber dem Erzfeind Spanien „Flagge“ zu zeigen. Erfahrung mit dem schnellen Wiederaufbau einer Stadt hatte der Marques in Lissabon gesammelt. Dort wurde nach dem Erdbeben 1755 unter seiner Regie die völlig zerstörte Unterstadt, die Baixa Pombalina, neu aufgebaut, und zwar nach dem Muster eines Schachbretts. Alle Straßen führen rechtwinklig aufeinander zu, die Häuser haben einen einheitlichen Stil. Genau nach diesen Vorgaben wurde Vila Real angelegt, wobei wegen der Eile sogar Fertigteile aus Lissabon nach Vila Real verschifft wurden.
Der Marques de Pombal (1699–1782), ein für seine Zeit fortschrittlicher Minister mit umfassenden Machtbefugnissen, wollte mit der Gründung der Stadt aber auch innenpolitisch seine Vorstellungen durchsetzen. Um Handel und Wirtschaft nach seinen Plänen in „Schwung“zu bringen, gründete er eine Fischereigesellschaft und subventionierte den Schiffbau. Auf wenig Gegenliebe bei der Bevölkerung stieß hingegen die Einführung des Zolls. Auch die Zwangsumsiedlung von ganzen Orten gelang nicht immer. Die Fischer von Monte Gordo weigerten sich beharrlich und wichen nach Spanien aus. Die neuen Bewohner kamen aus Aveiro in Nordportugal (dort konnten sie wegen einer Naturkatastrophe nicht mehr leben) und aus anderen Orten der Algarve.
Wie es mit dem Ort weiterging, darüber sind sich die Chronisten nicht einig. Sicher ist, dass der Marques de Pombal nach dem Tod seines Dienstherrn König José I. in Ungnade fiel (er hatte sich mit Jesuiten und dem Kleinadel angelegt und wollte deren Privilegien abschaffen) und 1777 entlassen wurde. Danach soll den meisten Quellen zufolge die Stadt erst einmal in Vergessenheit geraten sein. Erst einhundert Jahre später wurde sie „wiederbelebt“ und war bis in die 1960er Jahre Stützpunkt für die Thunfischerei und die Sardinenfischer. Der Hafen ist immer noch bedeutsam für die Ausfuhr von Erzen. Anderen Quellen nach sollen bereits 1777 mehrere Tausend Menschen hier gelebt haben. Wahrscheinlicher ist, dass der Aufschwung erst mit dem Anschluss an eine Eisenbahnlinie und dem Bau von Fischfabriken kam.

Castro Marim

Funde belegen eine vorgeschichtliche Besiedlung des Ortes. Der Ort war Teil der römischen Provinz Lusitania und Endpunkt der Römerstraße von Pax Iulia (heute Beja). Die folgenden germanischen Stämme hinterließen wenig Spuren. Im Zuge der Eroberung der iberischen Halbinsel ab 711 errichteten die Mauren die hiesige Burg neu.
Nachdem die von den Arabern wiederaufgebaute Burg im Verlauf der Reconquista zerstörte wurde, befahl König Alfonso III. im Jahr 1277 ihre Neuerrichtung. 1321 zogen hier die aus Frankreich geflohenen Tempelritter ein und erweiterten die Festungsanlagen zu einem uneinnehmbaren Fort. Bis zum Umzug in ihren ausgebauten Hauptsitz in Tomar im Jahr 1356 war die Burg von Castro Marim der eigentliche Sitz der bereits zuvor gegründeten Templer-Nachfolgeorganisation Christusorden. Nach dem Umzug des Christusordens 1356 erlebte der Ort einen Niedergang. Erst mit den ersten Eroberungen in Nordafrika zu Beginn der Portugiesischen Expansion (Ceuta 1415) erlangte der Ort neue Bedeutung. König Manuel I. erneuerte 1504 die Stadtrechte und richtete die Burg wieder her.
Im Verlauf des Restaurationskrieges um die Unabhängigkeit Portugals (1640–1668) brachte die strategische Lage des Ortes weiteren Bedeutungszuwachs, und eine weitere Festung wurde errichtet. Beim Erdbeben von Lissabon 1755 erlebte der Ort einige Zerstörungen, und er wuchs anschließend außerhalb der Stadtmauern weiter.
Ausgrabungen im Burghof ergaben in den 1980er Jahren die Stratigraphie einer Vielzahl von Mauern aus unterschiedlichen Jahrhunderten. Eine große Befestigungsmauer vom Beginn des 4. Jahrhunderts. v. Chr. war von einer Bevölkerung errichtet worden, die nach den Keramikfunden zu urteilen enge Kontakte zum ostmediterranen Raum hatte, wie Scherben attischer rotbemalter Keramik zeigen. Zahlreiche Lesefunde aus dem Stadtgebiet, die bis ans Ende der Bronzezeit zurückreichen, zeigen, dass der Hügel schon zuvor ein Siedlungsplatz war.
Ab dem Jahr 1641 wurde auf einem anderen Hügel am Ortsrand eine zweite Burg errichtet, das Forte de São Sebastião. Es entstand im Zusammenhang mit dem Restaurationskrieg (1640-1668), durch den Portugal seine Unabhängigkeit von Spanien wiederherstellte.

04.05.2019: Monte Francisco bis Foz de Odeleite

Nach  einem guten Frühstück und einem längeren Plausch mit der gut deutsch sprechenden Wirtin geht es weiter auf dem Gr15, auf und ab, an 2 Golfplätzen vorbei und dann wird es ländlicher. 
Immer wieder mal auf Anhöhen Blick zurück auf das Meer und die gewaltige Autobahnbrücke nach Spanien  über den Rio Guadiana.  Dörfer wie Junqueira und Azinhal werden durchquert, jeweils Kaffeepause inbegriffen. Am Wegesrand blühten auch noch vereinzelt die Zistrosen.
Weiter auf dem GR 15 Richtung Odeleite geht es dann die meiste Zeit am Ufer des Rio Guadiana entlang. Mein Tagesziel war Foz de Odeleite, wobei ich meine vorreservierte Unterkunft erst 2 km nach Foz de Odeleite erreichte. Das Paisagem do Guadiana, Turismo rural,  ist traumhaft am Fluß gelegen, mit Pool ausgestattet, nettes Personal, gutes aber teures Essen, jedoch ein idealer Ort zum Regenerieren.

05.05.2019: Foz de Odeleite bis Alcoutim

Bei idealen Wetterbedingungen ging es an diesem Sonntag meist entlang einer wenig befahrenen schmalen Straße bis nach Alcoutim. Nach einiger Zeit laden direkt am Weg die Ausgrabungen der
Villa Romana do Montinho das Laranjeiras zur Besichtigung ein. 
Schon weit vor Alcoutim sieht man immer wieder die Festung Castillo de San Marcos oberhalb des spanischen Sanlucar de Guadiana, welches Alcoutim gegenüber liegt. Nach einem kurzen, steilen Anstieg erreicht man dann das direkt am Ufer und den Hängen des Rio Guadiana gelegene Alcoutim.
Es war Sonntag, viele Besucher sind in der kleinen Stadt. Überall standen vor den Lokalitäten Menschen. Es wird alles Mögliche gegrillt (Frango, Doraden, Sardinen usw.). Es war ca. 15 Uhr, also beste Essenszeit in Portugal und so konnte auch ich nicht widerstehen mich an einen freien Platz zu setzen und gegrillte Sardinen mit Beilagen und eine Flasche Wein zu bestellen. Viele Spanier kommen wegen der günstigen Preise für Essen und Trinken nach Portugal, in diesem Fall nach Alcoutim mit der Fähre über den Rio Guadiana. Nachdem die etwas außerhalb gelegene Jugendherberge, meine heutige Unterkunft, erst um 17 Uhr öffnete, konnte ich in aller Ruhe die Stimmung und das Treiben im Ort genießen.  Die Jugendherberge ist schon fast luxuriös und mit großem Pool ausgestattet, so dass ich trotz meiner Weinseligkeit noch einige Bahnen schwimmen konnte. 
Tipp: am Ortseingang direkt am Weg die Kirche Ermida de Nossa Senhora da Conceicao – Kirche aus dem 16. Jh., im 18. Jh. Rekonstruiert, mit beeindruckender Barocktreppe sowie das  Castelo de Alcoutim besichtigen, relaxen am Ufer des Rio Guadiana.

Alcoutim

Alcoutim ist eine Kleinstadt mit ca. 2.895 Einwohnern in Portugal, im Distrikt Faro. Sie liegt im äußersten Nordosten der Algarve am Grenzfluss Guadiana.
Grabstätten (port.: Antas) und andere Funde belegen eine vorgeschichtliche Besiedlung, etwa die Menhire von Lavajo oder die Anta do Malhão. Schon zur ausgehenden Jungsteinzeit, in der Kupferzeit und in der Bronzezeit wurden von dort Kupfer, Eisen und Mangan verschifft – Erze, die in der Umgebung gefördert wurden. Die Schiffe auf dem Guadiana mussten wegen der Auswirkungen der Gezeiten auf dem Fluss in Höhe Alcoutim warten, um bei Flut weiter stromabwärts fahren zu können – sicherlich ein Grund, warum gerade an dieser Stelle eine Ortschaft entstanden ist.
Die Menhire von Lavajo im Süden Portugals (Kreis Alcoutim im Distrikt Faro) sind Monolithen und bestehen aus zwei Menhirgruppen im Abstand von 250 m, die durch das Tal des Lavajo getrennt werden.
Die großen Steine werden dem späten Neolithikum oder der frühen Kupferzeit zugewiesen, wurden also vermutlich um 3500 v. Chr. aufgestellt.
Solche Menhire tauchten um diese Zeit im Süden Portugals häufiger auf, während sie in Zentralportugal erst um 3000 v. Chr. erschienen. Sie bezeichneten möglicherweise territoriale Grenzen oder heilige Plätze. Untersucht wurden die Steine bei Grabungen in den Jahren 1998 und 2001, nachdem bereits 1994 bei unsachgemäßen Versuchen, die Steine wieder aufzurichten, schwerer Schaden angerichtet worden war.
Bemerkenswert ist, dass die Stellen zu den wenigen in der trockenen Region zählen, die unmittelbaren Zugang zu Trinkwasser bieten. Dies diente möglicherweise einer Form der Gartenwirtschaft auf den neolithischen Hügeln.
Ab dem 2. Jahrhundert v. Chr. eroberten die Römer die Iberische Halbinsel. Aus dieser Zeit als Ort der Provinz Lusitania sind der Staudamm Barragem Romana de Álamo und die Villa Montinho das Laranjeiras erhalten geblieben. Auf die Römer folgten die Westgoten, die Reste ihrer Kirche finden sich an der Villa.
Im Zuge ihrer Landnahme ab 711 unterwarfen die Mauren auch Alcoutim. Sie errichteten die arabische Festung von Alcoutim, heute Castelo Velho (port. für: Alte Burg) genannt. Zudem sind Reste islamischer Landhäuser nahe der alten römischen Villa gefunden worden. Im Verlauf der Reconquista fiel Alcoutim 1240 an Portugal.
König D. Dinis gab Alcoutim 1304 Stadtrechte und ließ die Burg neu errichten, um den strategisch wichtigen, grenznah am Guadiana gelegenen Ort zu sichern. Wegen dieser Grenzlage war Alcoutim weiter verbunden mit ständigen kriegerischen Auseinandersetzungen mit dem Nachbarn Spanien.
Von dem auf der anderen Seite des Flusses gelegenen andalusischen Sanlúcar de Guadiana (Provinz Huelva) blicken die Reste einer Festung auf Alcoutim herab. 1371 wurde der Friedensvertrag (port.: Tratado de Alcoutim) geschlossen, mit dem der erste der Guerras Fernandinas (port. für: Ferdinandkriege) genannten drei Kriege zwischen dem Königreich Kastilien unter Heinrich II. und dem Königreich Portugal unter
Ferdinand I. endete. Im Zusammenhang mit dem Restaurationskrieg im 17. Jahrhundert wurden die Festungsanlagen in Alcoutim erneut verstärkt.
Alcoutim ist bekannt für sein Kunsthandwerk, insbesondere für seine Stickereien, Wollteppiche im Arraiolos-Stil, Korbwaren und Töpfereien. Seit einiger Zeit sind die Jutepuppen mit Darstellungen typischer Figuren der Region, und die kunstvollen Gebinde aus Maisstroh bekannt geworden.
U.a. können archäologische Ausgrabungsstellen verschiedener Epochen, einige Sakralbauten, und die Festungsanlagen besichtigt werden.  Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt sind:

  • Ermida de Nossa Senhora da Conceicao – Kirche aus dem 16. Jh., im 18. Jh. rekonstruiert, beeindruckende Barocktreppe
  • Casa dos Conde – altes Herrenhaus in der Innenstadt in der Rua 1.de Maio, beherbergt heute die Stadtbücherei
  • Igreja Matriz – die Hauptkirche der Stadt, erbaut 1538 bis 1554, beachtenswert das Renaissanceportal, über dem Portal angebracht das Wappen der Grafen von Vila Real und Alcoutim.
  • Castelo de Alcoutim – Das Kastell, die Hauptsehenswürdigkeit des Ortes, wurde im 14. Jh. als Grenzverteidigung gebaut. Im 17. Jh. erfolgten Ausbauten für die Artillerie, erst 1878 endete die militärische Nutzung. Bevor die Burg 1973 als Liegenschaft von öffentlichem Interesse eingestuft wurde, diente sie als Schlachthof. Die Anlage beherbergt das Burgmuseum, in dem Reste der alten Mauern und archäologische Funde ausgestellt sind.
  • Capela de Santo António: Die kleine Kapelle beherbergt das Museum für sakrale Kunst (Núcleo Museológico de Arte Sacra de Alcoutim)
  • Museu do Rio: Das Ethnografie- und Natur-Museum beschäftigt sich mit dem Fluss Guadiana, seiner Betätigungsgebiet für Fischer und Schmuggler.

06.05.2019 Alcoutim bis Mertola

Wieder gute Wetterbedingungen, was auch gut war, da eine lange Etappe bevorstand. Da ich den Abschnitt Alcoutim – Santa Marta schon kannte (ist 1.Etappe des Weges Via Algarviana), überbrückte ich diesen Abschnitt mit Taxi. Dennoch waren noch ca. 30 km bis Mertola zu bewältigen. Zunächst noch entlang der N122 (man verlässt jetzt die Provinz Algarve und befindet sich ab hier im Alentejo). Dann aber ab Zambujal Eintauchen in die weite Landschaft des Naturparks Vaia do Guadiana. Es ist ein ständiges Auf und AB, Durchqueren des Ribeira de Carreiras nach steilem Abstieg, inclusive Schuhe ausziehen und durchwaten. Ab hier ging es entlang des Rio Guadiana bis Mertola, kurz vorher nochmals einige Anstiege mit Mobilisieren letzter Kraftreserven. 
Gleich bei der ersten Bar im Ort musste deshalb ein Superbock dran glauben.
Doch die Anstrengung lohnt, denn Mertola hat eine einzigartige Lage auf einem Felsvorsprung am Rio Guardiana, der hier nicht mehr die Grenze zu Spanien bildet.  Kelten, Mauren und andere haben hier und in der Umgebung ihre Spuren hinterlassen (sh. Ortsbeschreibung). Dafür sollte man sich interessieren und sich Zeit nehmen.
Im Residencial Beira Rio bezog ich ein Zimmer mit großer Dachterrasse und Wäscheleine. Somit war auch Wäschewaschen angesagt und bereits nach 1 Std. war an diesem luftigen Ort alles schon wieder getrocknet.
Tipp:  Igreja de Nossa Senhora da Anunciaçao, Burg besichtigen, durch die engen Gassen schlendern und die Abendstimmung genießen.

Mértola

Mértola ist eine Kleinstadt von ca. 2. 824 Einwohnern in der Provinz Alentejo im Süden Portugals. Ihre Geschichte reicht mehr als 3.000 Jahre zurück, in der Stadt sind vor allem die maurische und die Reconquistaphase sichtbar. Seit den 1980er und 1990er Jahren lebt die Stadt zunehmend vom Tourismus, der vor allem wegen der historischen, aber auch der ökologischen Schätze der Umgebung expandiert. Zu ihrem Schutz wurde 1995 der Naturpark Guadianatal eingerichtet.
Mértola liegt in der überwiegend flachen, zeitweilig leicht welligen Alentejo-Landschaft, in der rot-braune Lehmtöne und gelb-ockerfarbene des Sandsteins sich abwechseln. Der Ort erhebt sich an der Mündung des Río Oeiras in den Río Guadiana auf einer Felsnase. Er schmiegt sich wie ein Amphitheater an den Festungsberg, der von Burg und Kirche dominiert wird.
Die Region um Mértola weist eine Reihe von Menhirfunden auf, wie etwa Vale das Antas, deren Entstehung auf etwa 3000 v. Chr. datiert wird. An der Straße zur Mina de São Domingos, 3 km vom Ort entfernt, fanden sich Spuren der Kupferverarbeitung aus dem 3. Viertel des 3. vorchristlichen Jahrtausends.
Die in der Umgebung lebenden Kelten dürften dem Stamm der Cunii angehört haben, wie sie in den lateinischen Quellen heißen. Sie benutzten für ihre Grabsteine ein semitisches Alphabet. Wahrscheinlich lebten sie bereits im 9. Jahrhundert v. Chr. an der Guadiana. Doch für die Bronzezeit sind die Hinweise auf Besiedlung des Stadtgebiets eher vage, gesichert ist sie erst für den Anfang der Eisenzeit.
Erst als vor 750 v. Chr. Phönizier in die Region kamen, entstand eine Handelsdynamik, die einen geschützten Hafen und eine Sicherung der Handelswaren notwendig machte. Dementsprechend war die geschützte Lage über der Guadiana, die die Verschiffung von Gold, Silber und Zinn, vor allem aber von Kupfer gestattete, von größter Bedeutung.
Eine Nekropole aus dem 7. bis 5. Jahrhundert v. Chr. befand sich dort, wo sich heute der Rossio do Carmo unterhalb der Stadtfestung befindet. Ob letztlich die Cunii die Stadt gründeten oder Phönizier, ist ungeklärt, wobei die Annahme einer phönizischen Gründung nur auf dem Namen „Myrtilis“ beruht. Die ältesten archäologischen Spuren einer Stadtmauer fanden sich unter der Casa do Pardal. Sie stammen aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. Dort fand sich auch die älteste phönizische Amphore der Stadt.
Neben keltischen und iberischen Gruppen lebten die Turdetaner um Mértola, das eine ihrer Städte in der Algarve war. An der Mündung der Guadiana saßen die Baesuri, die den Zwischenhandel Richtung Küste kontrollierten. Die Annahme, Mértola habe später zu Karthago gehört, basiert nur auf der Tatsache, dass der karthagische Name für die Guadiana überliefert ist, nämlich Hanas. Erst während des ersten punischen Krieges (264-241 v. Chr.) versuchten die Karthager ihren Einflussbereich auf die gesamte iberische Halbinsel auszudehnen
Die Römer nannten den Ort Iulia Myrtilis, unter Augustus wurde er zum Municipium erhoben. Sie nutzten ihn zur Verschiffung der Erze, die sie in den Minen der Region förderten. Dabei folgte der offenbar leichten Eroberung gegen geringen keltischen Widerstand ein langer Krieg mit den Lusitanern, der im Kern von 155 bis 138 v. Chr. dauerte. Erste Angriffe auf die mit den Römern verbundenen Städte hatten bereits 194 oder 193 v. Chr. begonnen. Damit wurde das sowieso stark befestigte Mértola zu einer der Ausgangsbasen für militärische Operationen der Römer.
Eine Mauer aus der frühen Kaiserzeit wird seit 2000 partiell ausgegraben und dokumentiert. Sie dürfte etwa 4 km lang gewesen sein und war 5 m hoch, wahrscheinlich wies sie vier Türme auf. Eines der monumentalen Portale war der Cerro do Furadouro, ein zweiter der Cerro do Benfica; sie stammten bereits aus dem 4. Jahrhundert v. Chr., wurden aber umgebaut. Dabei war die doppelte Steinmauer mit Erde und unregelmäßigen Steinen verfüllt. Diese Umbautätigkeit ließ in der späten Kaiserzeit nach und Häuser wurden unmittelbar an die Stadtmauer gebaut.
L. Appuleius Decianus ließ in Mértola Münzen prägen (83-82 v. Chr.), was vermutlich mit den Kämpfen zwischen Quintus Sertorius, der eine starkeM achtbasis im Süden besaß, und Pompeius bzw. Metellus zusammenhing (bis 72 v. Chr.).
Zu offenen Kämpfen kam es erst wieder im 2. Jahrhundert, als die Mauri im Jahr 171 in die römische Provinz Baetica einfielen. Ein in Mértola aufgefundener Stein steht mit den Kämpfen unter Marc Aurel in Zusammenhang. Mit der zunehmenden Unsicherheit dürfte der massive Ausbau der Stadtmauer in Zusammenhang stehen, dessen Verlauf in der späten Kaiserzeit etwa dem heutigen entsprach. Ab 400 wurden die Befestigungsanlagen mehrfach verstärkt und ausgebessert. Hinzu kamen Regenwasserreservoirs (Ajibe) in Form unterirdischer Zisternen.
Um die Metallgewinnung trotz der zunehmenden Unsicherheit zu schützen, entstanden um die Munizipien Castro Verde, Almodôvar, Mértola und Alcoutim mindestens 20 Festungen oder befestigte Orte, die das flache Land deckten. Ein procurator aus der Zentralstadt Merida überwachte den Abbau des Kupfers. Für die Minen von Aljustrel war Mértola der einzige Ausfuhrhafen. Eine Straße verband Mértola mit der Hauptstadt des conventus, mit Beja (Pax Iulia); Abschnitte zweier Straßen sind um Mértola wieder sichtbar gemacht worden.
Die Wasserversorgung erfolgte über ein unterirdisches Kanalsystem, das seine Ausgangspunkte an zwei Brunnen außerhalb der Stadtmauer nahm. Wahrscheinlich war dieses Versorgungssystem bis in das 16. Jahrhundert in Gebrauch.
Trotz der schon unter Caesar angenommenen fortgeschrittenen Romanisierung lassen Inschriften ein Fortleben vorrömischer Kultur erkennen. So war eine Inschrift der Dea Sancta geweiht, womit die keltische Göttin Ataegina gemeint war. Auch entwickelte Mértola eine weit ausgreifende An6 ziehungskraft. Überraschend war ein Fund von Münzen aus Jerusalem, die möglicherweise auf die Anwesenheit von Juden hinweisen. Die Münzen stammen aus den Jahren 6 bis 66 n. Chr. Weitere Schatzfunde im Umfang von etwa 8.000 und 4.000 Denaren kommen hinzu.
Als 1982 das Rathaus, die Câmara Municipal, Opfer eines Brandes wurde, blieb nur die Fassade bestehen. Unter der Schicht des 16. Jahrhunderts fand sich ab 1984 ein römisches Haus, das Umbauspuren aus dem 3. und 4. Jahrhundert aufwies. Zudem fanden sich 2002 bis 2004 Räumlichkeiten, die zum Wohnen, aber auch als Gasthäuser genutzt wurden, was sich mit der Nähe zum Hafen erklären lässt. Die Funde beherbergt mittlerweile das eigens gegründete Römische Museum von Mértola.
Etwa 500 m außerhalb der Stadt fand sich eine römische Nekropole, die im Kern vom 2. bis 5. Jahrhundert in Gebrauch war. Eine weitere Nekropole fand sich jenseits des Rossio do Carmo. Die Toten wurden ost-westwärts in offenen Gräbern beigesetzt; die Bedeckung erfolgte durch Glimmer, Tegulae oder einfach Erde. Nur ein Grab, ein Kindergrab, wies Goldschmuck auf, die übrigen Keramik. Seine Goldkette wies ein Chrismon mit Alpha und Omega auf. Die Männer waren etwa 1,60 m groß, die Frauen meist zwischen 1,42 m und 1,52 m, was dem iberischen Durchschnitt entsprach. Während die Zähne der römischen Gräber durch starken, getreidebedingten Verschleiß gekennzeichnet waren, stach bei den späteren muslimischen Gräbern hervor, dass die Menschen eher von Karies betroffen waren, was auf eine Reduzierung des grob gemahlenen Getreides und einen Anstieg der Süßspeisen hindeutet.
Um 411 erschienen Alanen und Vandalen im Süden Portugals, die Region um Mértola wurde von Alanen besetzt. Diese beiden germanischen Völker verließen die iberische Halbinsel jedoch bereits 428, um Nordafrika zu erobern. Ihnen folgten um 430 die Sueben, die ab 438 die Baetica angriffen und um 440 Mértola eroberten. Dort empfing ihr König einen kaiserlichen Gesandten; der Süden der iberischen Halbinsel blieb wohl bis 458 in suebischer Hand, doch unterlagen sie gegen die Westgoten. Diese besetzten 473 Sevilla und dürften zwischen 466 und 474 auch Mértola erobert haben; die Sueben zogen sich in den Nordwesten der iberischen Halbinsel zurück.
Die Stadt wurde von einer Handelsmetropole zu einem kirchlichen und militärischen Zentrum der Region, die zudem rudimentäre Verwaltungsstrukturen beibehielt.
Griechische Grabsteine des 6. und 7. Jahrhunderts gehen auf die Anwesenheit byzantinischer Händler zurück; Byzanz besetzte ab 554 bis etwa 615 nur den Süden der iberischen Halbinsel.
Deutlich erkennbar ist die relative ökonomische Isolation, da der Handel über die Guadiana mit dem Mittelmeerraum erheblich schwieriger geworden war. So war man sowohl wirtschaftlich, als auch kulturell stärker auf sich gestellt. Andererseits prägten Kirchen und Eremitagen die Stadt und ihre Umgebung zunehmend.
So entstand etwa im Umkreis von 12 km eine Reihe von Einsiedeleien, wie die Nossa Senhora do Amparo. Dort fanden sich Bruchstücke eines Altars aus dem 7. Jahrhundert. Eine weitere bestand bei S. Bartolomeu de Via Gloria mit Überresten aus dem 4. bis 8. Jahrhundert, dann bei S. Barão (wohl 3. bis 7. Jahrhundert, das heutige Bauwerk stammt aus dem 18. Jahrhundert).
Bei Mosteiro fand sich eine Einsiedelei, die möglicherweise auf die Überreste eines römischen Hauses zurückgeht. Sicherlich nutzten die Bauern und Hirten die verfallenden römischen villae, so lange wie möglich. Zahlreiche Bruchstücke von Häusern aus dieser Zeit finden sich an Kirchen, aber auch in der Burg.
Die als Mauren bezeichneten Araber und Berber unter Führung der Umayyaden, die zwischen 661 und 750 das arabische Großreich führten, und die zwischen 712 und 714 die Region eroberten, umgaben die Stadt, die nun Martulah hieß, mit einer neuen Mauer. Dazu errichteten sie die fünfschiffige Moschee unterhalb der Burg, die nach der Reconquista 1238 zur Ingreja de Nossa Senhora da Assuncao wurde und damit als einzige Mesquita in Portugal vollständig erhalten blieb. Die maurische Festung Castelo dos Mouros wurde erst 1233 überwunden.
756 floh einer der Umayyaden vor den Abbasiden, die sie 750 gestürzt hatten, nach Westen und gründete ein eigenständiges Reich. Bis 760 gelang es Abd ar-Rahman I., das gesamte muslimische Gebiet auf der Iberischen Halbinsel zu erobern. Die von ihm gegründete Dynastie herrschte bis 929 als Emire, danach als Kalifen. Dabei erfasste die Islamisierung der bis dahin christlichen Bevölkerungsteile zunächst die Führungsgruppen, die Vermögen und Karriere zuallererst dem Hof zu verdanken hatten. Dann folgten die Städte, die nun stärker von muslimischer Architektur und Wirtschaft geprägt wurden. Die ländlichen Gebiete hingegen wurden erst sehr spät, vielfach erst im 12. Jahrhundert, stärker davon erfasst. Viele afrikanische und nahöstliche Techniken und Produkte wurden auch nach Mértola übertragen, wo sich Feigen und Datteln einbürgerten, Hausschweine verschwanden und stattdessen mehr Ziegen und Schafe gehalten wurden. Dies veränderte wiederum die Landschaft um Mértola.
Gegen Ende des 10. Jahrhunderts erhielt der Regionalismus gegenüber dem Zentralismus der Omayyaden starken Auftrieb. Zwischen 1009 und 1031 nahm der Widerstand der Regionen unter Führung lokal verankerter Familien, aber auch am Hof in Córdoba stark zu.
1020 machte sich Mértola unter Führung von Ibn-Tayfur unabhängig, der die Bani Tayfur, die in Mértola mächtigste Familie führte. Einer von ihnen wurde 1030 in Sevilla hingerichtet. Nach dem endgültigen Sturz des Kalifats von Córdoba im Jahr 1031 entstanden zahlreiche Teilherrschaften, die Taifa-Königreiche.
Zunächst wurden die Aufständischen, meist nicht in der Region verankerte berberische Familien, von lokal dominierenden, meist arabischen Familien abgelöst, die ihre Vorherrschaft über mehrere Generationen bereits unter den Umayyaden etabliert hatten. Auch Mértola unterstand einem solchen Kleinherrscher, den Aftasiden bis 1033 bzw. 1044, bis es 1051 an das Königreich Sevilla fiel. Nur wenige der Taifas prägten eigene Münzen, imitierten aber sowohl das Hofzeremoniell, als auch seine Kunstförderung.
1086 gelang den aus Westafrika kommenden Almoraviden ein entscheidender Sieg, der ihnen die iberische Halbinsel öffnete. 1090 begann die Eroberung, 1091 fiel Sevilla. Die Almoraviden brachten neue Familien in die Reihen der herrschenden Clans, doch regte sich bald Widerstand. 1144 begann die zweite Taifa-Periode, als ihr Reich zerfiel.
Abu-l-Qasim Ahmad ibn al-Husayn ibn Qasi, kurz Ibn Qasi, ein Gegner der Almoraviden und ein Mann, der sich als Mahdi sah und der dem Sufismus anhing, beherrschte die Stadt von 1144 bis 1150. Mit der Eroberung durch die Almohaden, die den Maghreb erobert hatten und ihn unterstützten, wurde Mértola 1146 abermals Bestandteil eines Großreichs mit engen Kontakten zu Nordafrika. Die Almohaden unterstützten jedoch, als er versuchte, sie mit Hilfe des Königs von Portugal zu vertreiben, einen Aufstand, durch den er in Silves ums Leben kam. Damit war die kurze religiöse Erweckungsphase von el-Andalus beendet. 1157 mussten sich auch Mértola und Tavíra unterwerfen.
1184 scheiterte der Angriff auf Lissabon, was das portugiesische Königreich zum Gegenschlag nutzte. 1189 eroberte es Silves, das jedoch 1191 wieder an die Almohaden kam. Nach ihrem Sieg bei Alarcos im Jahr 1195 fiel auch das Guadianatal wieder an sie. Mértola bildete nunmehr beinahe die nördliche Grenze des Almohadenreichs.
Aus dieser Epoche stammt die Moschee in der Stadt. Auffällig ist, dass vor allem die Glasproduktion einen überaus starken Aufschwung nahm. Die Rohmaterialien mussten dabei von jenseits des städtischen Territoriums beschafft werden, also regelmäßig im Umkreis von 100 Kilometern. Wennes die politischen Verhältnisse zuließen, verkauften Händler aus Mértola in den gesamten Mittelmeerraum und sie reisten nach Cartagena und Mallorca, Pisa und Kairuan. Aus bescheidenen Dimensionen im 10. Jahrhundert erwachsen, erreichte dieser Handel im 11. Jahrhundert seinen Höhepunkt. 1238 gelang den christlichen Portugiesen die endgültige Eroberung, womit die Handelsstadt von ihren Märkten in der islamischen Welt weitgehend abgeschnitten wurde.’
1238 beendete König Sancho II. mehr als 500 Jahre muslimischer Herrschaft. Er verschenkte den Ort an den Ritterorden der Jakobsritter. 1254 erhielt die Stadt durch eine Carta de Foral eine Art Stadtrecht mit begrenzter administrativer Selbstständigkeit. 1292 erhielt Mértola auf Anweisung von Dom Pedro Fernández Mata, des Großmeisters des Santiagoordens, den mächtigen Turm Torre de Menagem. Der Sitz des Ordens blieb bis 1316 in Mértola. Da seit 1238 der Fernhandel mit Nordafrika abgerissen war, ging die Einwohnerzahl zurück, der Ort verlor seine Bedeutung als Handelszentrum.
Eine kurzzeitige Blüte des Handels brachte die Eroberung nordafrikanischer Städte durch Portugal mit sich, da Mértola von der Belieferung mit Rohmaterial für Waffen und mit Weizen profitieren konnte. Mit der Verlagerung der Handelswege zum Tejo verlor Mértola endgültig ab dem 16. Jahrhundert seine einstige Bedeutung. Die Region wurde bis in das 20. Jahrhundert von feudalen Agrarverhältnissen bestimmt. Kupferfunde bei der Mina de São Domingos brachten eine kurze Industrialisierungsphase, die jedoch mit der Schließung der Mine im Jahr 1965 abrupt endete.
Archäologische Funde in den Achtzigerjahren - etwa römische Funde unter dem Rathaus - und ein wachsendes Interesse an islamischer Kultur verschafften Mértola ein neues wirtschaftliches Standbein, den Tourismus.
Mértola liegt heute mitten im 1995 gegründeten Parque Natural do Vale do Guadiana, der sowohl die ökologischen Schätze, wie etwa den Pardelluchs oder den Habichtsadler schützen soll, als auch die archäologischen.
Auslöser der Entwicklung zum Schutzgebiet waren die archäologischen Forschungen. 1983 begann der Archäologe und Historiker Claudio Torres im 50 km südlich von Beja gelegenen Ort Campo Archeológico mit Grabungen, die mit einer starken Wiederbelebung des in römischer und maurischer Zeit bedeutenden und dann jahrhundertelang vernachlässigten Ortes Mértola endeten. Die durch die Grabungen im Stadtgebiet zu Tage geförderten römischen und maurischen Funde, darunter die Grabplatte der Fortunata von 565, werden in zwei kleinen Museen präsentiert. 40.000 Touristen besuchen jährlich den Ort mit seinen roten Ziegeldächern und weißen Mauern; alte Handwerkskunst wurde wiederbelebt, Werkstatt-Museen entstanden, z.B. in der Rua de Ingreja die Cooperativa de Tecelagern, wo Decken und Tischdecken in traditioneller Weise gefertigt werden.
Die Schmuckwerkstatt am Largo da Misericórdia stellt Arbeiten aus Edelmetall und Keramik her, die von den maurischen Funden inspiriert wurden. Auf dem Largo da Câmara kann man die Ausgrabungen aus römischer Zeit besichtigen, wobei es sich um die Reste einer Wohnanlage handelt, die bei Umbauarbeiten am Rathaus entdeckt wurden.
Am Largo Vasco da Gama im Tourismusbüro erhält man nähere Informationen über ein städtisches Boot, mit dem man auf dem Río Guadiana, dem Grenzfluss Portugals zu Spanien, bis nach Alcoutim gelangen kann. Ca. 25 km nördlich von Mértola hat der Río Guadiana sich ein zerklüftetes Bett in den Fels geschnitten. Bei Pulo do Lobo (= Wolfssprung) bildet er einen Wasserfall.
Die Wasserkunst von Mértola ist ein Wasserhebewerk aus maurischer Zeit, das als Ruine erhalten ist.

07.05.2019 Mertola bis Amendoeira da Serra

Mit dieser Etappe taucht man so richtig ins Alentejo ein.
Entlang der bis Beja führenden alten Römerstraße Via XXII geht es heraus aus Mertola. Leider muss man ca. 3 km entlang der N122 gehen, welche am Montagmorgen stark befahren war. Ein nicht ungefährliches Unterfangen und ein Busfahrer zeigte mir den Vogel, obwohl ich neben der Straße auf dem Bankett lief.  Nach Verlassen der N122 wurde ich entschädigt. Obwohl der Weg auf einer wenig befahrenen Nebenstraße weiterging, konnte ich die Blumenteppiche links und rechts des Weges genießen. Es ist so grandios, wie sich hier die Natur noch entfalten darf, man kann es nicht beschreiben.  Nach Erreichen des Tagesziels ging ich zuerst zu der kleinen Dorfbar – Centro Recreativo e Cultural, um mir bei Dona Maria den Schlüssel zur Herberge im Centro de Acolhimento da Amendoeira da Serra zu holen. Dona Maria ist die Seele des Dorfes, ihre Bar der Mittelpunkt. Es ist ziemlich warm geworden, aber ein Superbock bei Dona Maria bringt die Lebensgeister zurück.
In der Herberge bin ich der einzige Gast; dieser Umstand wird sich bis Ourense nicht ändern. Ins Gespräch komme ich auch noch mit der Frau, die sich um die Herberge kümmert und die ca. 8 Jahre in Deutschland gearbeitet hat.
Nach der täglichen Pilgerroutine (duschen, Wäsche waschen) bin ich wieder bei Dona Maria. Superbock lockt. Mit einigen jüngeren Dorfbewohner kann ich mich (dank meines holprigen Englisch) ganz gut unterhalten und dann ist auch schon Essenszeit. Dona Maria kocht für mich ausnahmsweise schon um 20 Uhr. 
Ich bekomme abends dann mit, dass sie auch noch ihren im Rollstuhl sitzenden Mann pflegt.  
Tipp: bei Dona Maria das portugiesische Dorfleben miterleben. 

08.05.2019 Amendoeira da Serra bis Beja

So gegen 8 Uhr bekam ich bei Dona Maria für unglaubliche € 1,80 ein Frühstück (Kaffee, geröstetes Brot, Butter, Marmelade, Orangensaft).
Nach einer herzlichen Verabschiedung folgte ich weiter der alten römischen Straße (Via XXII) in Richtung Beja. Keine Teerstraße mehr, dafür breite Feldwege, leider mit viel Schotter belegt. Wieder viele naturbelassene Flächen, wo Greifvögel, Rebhühner, Wiedehopf, Wachteln einen Lebensraum haben, aber dann auch Richtung Beja größere Viehweiden mit Kühen und Schafen.
Unterwegs das ärmlich wirkende Dorf Vale de Russin. Es gibt eine kleine Bar, von außen kaum als solche erkennbar mit einer Inneneinrichtung aus einer anderen Zeit. Bei Kaffee und Orangensaft kam ich auch mit dem zufällig anwesenden Sohn der Betreiberin Dona Lisete Maria Ramos ins Gespräch. 
Thema war vor allem Landflucht der jungen Leute. Dann tauchte auch der Ehemann auf. Nachdem er das typische Gastarbeiterdeutsch der Portugiesen sprach, kamen wir auch noch ins Gespräch, welches mit einem Schnaps zum Abschied endete.  Zum Glück hatte ich nur noch 8 km bis Cabeca Gorda. Mit dem 14 Uhr 30 Bus fuhr ich von dort die restliche kurze Strecke bis Beja mit dem Bus, da ich nachmittags noch diese Stadt besichtigen wollte. Beja liegt erhöht und ragt aus einer fruchtbaren Ebene hervor. 
Die Kathedrale war verschlossen. Also leider nichts mit Besichtigen der Jakobusstatue! 
Übernachtet habe ich im Beja Hostel und hervorragend war das Abendessen im Restaurant Dom Dinis (allerdings nicht billig),
Tipp:  Rundgang und Besichtigen des Klosters Sao Francisco, der Kirche Igreja da Misericórdia. der Kirche Igreja de Santa Maria, den Dom (Sé), des Regionalmuseums Núcleo Visigótico in der ehemaligen Kirche Santo Amaro, des Bergfrieds Torre de Menagem (errichtet von Dom Dinis I.), ca. 42 m hoch und damit der höchste Burgturm Portugals. Im Ort befinden sich römische Ruinen an verschiedenen Stellen. 

Beja

Beja ist eine Stadt in der portugiesischen Region Alentejo. Das Stadtgebiet umfasst die vier Gemeinden Salvador, Santa Maria da Feira, Santiago Maior und São João Baptista mit denen Beja zusammen ca. 24.000 Einwohner hat.
Die Wurzeln der Stadt reichen bis in keltiberische Zeit zurück. Die ältesten Relikte stammen aus römischer Zeit, aus westgotischer Zeit stammt eine der beiden Kirchen des Frühmittelalters in Portugal. Anfang des 8. Jahrhunderts wurde die Stadt muslimisch und blieb dies - mit einer Unterbrechung von 1162 bis 1167 - bis 1228. Sie brachte sowohl in muslimischer als auch in christlicher Zeit bedeutende Dichter und Humanisten hervor.
Die Römer nannten die Stadt Pax Julia, verbanden sie über eine Straße und sie erhielt eine der unter Augustus geschaffenen vier Kanzleien Lusitaniens.
Um 411 erschienen Alanen, Sueben und Vandalen auf dem Gebiet Portugals, die Region um Beja wurde zunächst von Alanen besetzt, dann von Sueben. Alanen und Vandalen verließen die iberische Halbinsel jedoch bereits 428, um Nordafrika zu erobern. Ihnen folgten um 430 die Sueben, die um 440 Beja eroberten. Die Westgoten besetzten 473 Sevilla und dürften bald auch Beja erobert haben; die Sueben zogen sich in den Nordwesten der iberischen Halbinsel zurück. Beja wurde erstmals zum Sitz eines Bistums. Die Stadt erhielt den Namen Paca.
Die als Mauren bezeichneten Araber und Berber unter Führung der Umayyaden, die zwischen 661 und 750 das arabische Großreich führten, und die Anfang des 8. Jahrhunderts die Region eroberten, umgaben die Stadt mit einer neuen Mauer.
Die muslimische Herrschaft hielt sich bis 1162 unter wechselnden Herren. Dabei spielten nach den Omaijaden die Abadiden von Sevilla eine herausragende Rolle. In dieser Zeit erhielt die Stadt den Namen Beja. Sie wurde zum Geburtsort Al-Mutamids, der nicht nur Herr der Stadt war, sondern zu einem der bedeutendsten Dichter wurde. 756 floh einer der Umayyaden vor den Abbasiden, die ab 750 das arabische Weltreich beherrschten und Damaskus zu ihrer Hauptstadt machten, nach Westen und gründete ein Reich auf der iberischen Halbinsel. Bis 760 gelang es Abd arRahman I., das dortige muslimische Gebiet zu erobern. Die von ihm gegründete Dynastie herrschte bis 929, zunächst als Emire, dann als Kalifen.
Nach dem Sturz des Kalifats von Córdoba im Jahr 1031 entstanden zahlreiche Teilherrschaften, die Taifa-Königreiche. Beja unterstand zunächst den Aftasiden, bis es an das Königreich Sevilla fiel. 1162 bis 1167 gelang es christlichen Einheiten, unter deren Führern sich vor allem Geraldo ohne Furcht hervortat, erstmals, eine größere Offensive durchzusetzen, und einer der Anführer, Fernando Gonçalves aus Santarém, eroberte Beja 1162 kurzzeitig.
Mit der Rückeroberung durch die Almohaden wurde Beja wieder Bestandteil eines Großreichs mit Kontakten zu Nordafrika. Diese Periode dominierten Herrscher wie Ibn Al-Mundhir, Ibn Qasi und der letzte maurische König, den die Portugiesen „Aben Afan“ nannten. Sie waren mit den Almohaden zurückgekehrt. Ibn Wazir aus Silves beherrschte einige Jahre lang bis 1157 neben Beja auch Évora.
Ab 1228 begann Paio Peres Correia im Auftrag des portugiesischen Königs mit der endgültigen Eroberung der Algarve, 1235 fiel Beja. Auch in der christlichen Epoche brachte die Stadt bedeutende Dichter hervor, wie Diogo de Gouveia (1471 - 1557), den Lehrer von Francisco de Xavier und Ratgeber König Joãos III., dann den Humanisten und Rektor der Universität Paris André de Gouveia (1497 - 1548), der zudem das Real Colégio das Artes e Humanidades in Coimbra gründete. Aus dieser Familie stammte auch der Humanist António de Gouveia. 1250 bis 1267 stritten Portugal und Kastilien um die Algarve, doch einigten sie sich unter Vermittlung des Papstes auf einen Vertrag. Kastilien verzichtete endgültig 1267 auf seine Rechte an der Algarve. 1517 erhielt Beja die Stadtrechte. 1770 wurde es durch Papst Clemens XIV. erneut zum
Sitz eines eigenen Bistums erhoben, nachdem es zuvor zum Erzbistum Évora gehört hatte. Zwischen Mitte der 1960er und Anfang der 1990er gab es hier im Zusammenhang mit der Nutzung des nahen Militärflugplatzes durch die Luftwaffe eine deutsche "Kolonie.
Sehenswürdigkeiten:

  • Pelourinho von Beja, anlässlich der Verleihung des Stadtrechts 1517 aufgestellt. (Schandpfahl) auf dem Platz Praça da República
  • Die römische Staumauer Muro da Prega - auch Barrage de Pisões - liegt inmitten von Feldern, etwa sieben Kilometer westlich von Beja in Portugal. Grüner Bewuchs zeigt den Verlauf des Baches an, der heute an der einseitig zerstörten Talsperre vorbeifließt. Die über 6 m dicke Staumauer besteht aus einzelnen dicht nebeneinander errichteten, in Schichten gemauerten Mauerzügen. Die aus Grußmauerwerk und großen Blöcken errichtete, beinahe gerade Mauer ist 62 m lang. Luftseitig ist sie durch Pfeilervorlagen verstärkt, von denen fünf erhalten sind. Vermutlich im Bereich des einstigen Wasserdurchlasses ist die luftseitige Mauer auf etwa 10 m Länge abgerutscht. Wasserseitig blieb eine dünne Mauerschale erhalten. Das Bollwerk ist stellenweise bis zu einer Höhe von vier Metern erhalten. Überlegungen zum höchstmöglichen Wasserstau ergeben eine Mauerhöhe von etwa fünf Metern, eine Stauseelänge von ca. 130 m, eine Wasserfläche von ca. 8500 m² und ein Speichervolumen von ca. 6200 m³. Als Bestimmung der Talsperre kommen neben der Bewässerung der Felder die Versorgung der Villa von Pisões - eine unmittelbar benachbarte römische Villa - sowie die einer antiken Kanalschleuse (Fonte dos Frades) infrage. Von beiden fanden sich Spuren in jeweils etwa zwei Kilometer Entfernung von der Staumauer.
  • Die Ruinen der römischen Villa von Pisões liegen unmittelbar westlich von Beja im Alentejo in Portugal. Die Villa rustica wurde durch Zufall im Jahre 1967 bei landwirtschaftlichen Arbeiten entdeckt. Dort befinden sich über 2000 Jahre alte Mosaike und die Reste der Wasserversorgung Die Villa von Pisões hat typisch römische Architektur und wurde wie bei der Villa von São Cucufate nur dreiseitig um den nicht mehr geschlossenen Innenhof mit Säulengang erbaut. Die Ruinen gehörten zu einem Landwirtschaftsbetrieb, der die römische Stadt Pax Julia (Beja) vom 1. bis 4. Jahrhundert mit Nahrungsgütern versorgte. Gaius Atilius Cordo war einer ihrer Besitzer, dessen Name sich auf einem Altarstein fand. Deutlich sichtbar ist die Einteilung der pars urbana, des Wohnbereichs der Eigentümer. Die Mosaiken mit ihren geometrischen und naturalistischen Motiven sind in den wichtigen der über 40 Räume der pars urbana zu finden. Dort gibt es auch ein gut erhaltenes Hypokaustum (die unterirdische Struktur zur Beheizung) der Thermen und ein Schwimmbecken von olympischen Ausmaßen. In der pars rustica und der pars fructuaria sind die Unterkünfte der Arbeiter und die Lagerräume für das Getreide erkennbar. Die Villa ist ein anschauliches Beispiel für die Verbindung einer römischen Villa mit einem zugehörigen Wasserspeicher. Die Staumauer liegt unmittelbar
  • nördlich der Villa. Bei São Cucufate gibt es etwas entfernter die Staumauer von Cuba. Die unverstärkte Staumauer ist 58 m lang, bis zu 4,3 m hoch und über 3 m dick und gehört zum Typ der Gewichtsstaumauern. Das Mauerwerk weist eine Besonderheit auf, die den Damm stabiler macht. Die Mauersteine sind gegeneinander verkeilt. Die Lücken wurden mit kleinen Steinen geschlossen. Wie am Muro da Prega wurde in Schichten gemauert. Von der regelmäßig gesetzten Verkleidung aus größeren, grob zugehauenen Blöcken lässt sich an der Außenseite noch ein guter Eindruck gewinnen. Der Zufluss zu den Wasserbecken und dem Bad der Villa konnte über einen Abfluss geregelt werden, der sich am Fuß der Staumauer befindet. Er ist mit Ziegeln ausgemauert. Der Damm sperrt ein hydrographisches Becken, das bis nach Beja reicht und 18,6 km² umfasst. Er wurde an der Stelle angelegt, die im Falle eines Hochwassers einen natürlichen Abfluss bot. Für den gefüllten Stausee werden eine Länge von ca. 340 m, eine Staufläche von 31.300 m² (etwa vier Fußballfelder) und ein Stauvolumen von 38.000 m³ angenommen. Der Flurname Pisões wird mit Mühlen in Verbindung gebracht, die zu einer Zeit, als die Staumauer nicht mehr in Gebrauch war, Maschinen zur Wollherstellung angetrieben haben.
  • das Kloster Sao Francisco die Kirche Igreja da Misericórdia. Sie war ursprünglich eine Markthalle, deren Laubengänge heute vor dem Gotteshaus noch erhalten sind.
  • die Kirche Igreja de Santa Maria, die möglicherweise bereits zur Zeit der Westgoten gegründet wurde und während der maurischen Zeit zu einer Moschee umgestaltet wurde. Nach der Rückeroberung Bejas 1162 wurde sie in eine Kirche umgebaut.
  • der Dom (Sé)
  • Regionalmuseum Núcleo Visigótico in der ehemaligen Kirche Santo Amaro, die im 5. Jahrhundert zur Zeit der Westgoten erbaut wurde und eine der vier ältesten Kirchen Portugals ist.
  • der Bergfried Torre de Menagem (errichtet von Dom Dinis I.), ca. 42 m hoch und damit der höchste Burgturm Portugals
  • im Ort römische Ruinen an verschiedenen Stellen. Unweit der Burg ist am Largo Dr. Lima Faleiro ein Bogen der römischen Stadtmauer erhalten,
  • ebenso im Osten der Altstadt in der Travessa Funda. Im Süden der Altstadt steht am ehemaligen Stadttor Porta de Mértola ein auffallend hohes Stück der römischen Stadtmauer.

09.05.2019: Beja bis Cuba

Eine der letzten Flachetappen über ca. 21km durch landwirtschaftlich genutztes Gebiet. Viele Viehweiden, große kreisrunde Bewässerungsanlagen prägen hier die Landschaft. Nach Mittagspause in Sao Matias erreichte ich gegen 15 Uhr Cuba. Zunächst suchte ich das supermoderne Touristenbüro auf, wo man umfassend beraten wird und es einen Stempel gibt.
Meine Unterkunft (Hospederia do Carmo) muss man als luxuriös bezeichnen. Das Besitzerehepaar sprach hervorragend deutsch, beide waren 15 Jahre in Deutschland beruflich tätig. Also kein Wunder! 
Mitten in der Stadt steht ein großes Kolumbus Denkmal (soll angeblich Sohn der Stadt sein).
Abends gute Einkehr in der Adega da Casa de Monte Pedra. 
Tipp: Sehenswürdigkeiten: 

  • Villa im Jugendstil der Familie Buralho im Zentrum der Stadt (erbaut um 1920)
  • Convento de Cuba, Largo da Bica (Platz mit Monument im Zentrum)
  • Kolumbus Denkmal (angeblich Sohn der Stadt)
  • Tesouro da Igreja Matriz de Sao Vicente de Cuba (Kirche mit separater Ausstellung ihrer Kunstschätze, falls geöffnet)

Cuba

Cuba ist eine Vila (Kleinstadt) mit einer Bevölkerung von 3.318 Einwohnern. Cuba befindet sich auf einer Höhe von 187 m zwischen Olivenhainen, am westlichen Ufer eines Zuflusses der Ribeira de Odivelas. Die Stadt liegt 18 km nördlich der Distrikthauptstadt Beja.
10 Antas und andere Funde belegen eine menschliche Besiedlung in Cuba seit etwa 3.000 v. Chr. Die aus römischer Zeit gefundenen Bauten, wie Brücken, Staubecken, Villa rusticas u. a., deuten auf eine gewisse Bedeutung des Ortes in der Provinz Lusitania. Aus maurischer Zeit gibt es keine bedeutenden Funde, was mit den zerstörerischen Kämpfen im Zuge der Reconquista erklärt wird.
Anta ist die portugiesische Bezeichnung für etwa 5.000 Megalithanlagen, die während des Neolithikums im Westen der Iberischen Halbinsel von den Nachfolgern der Cardial- oder Impressokultur errichtet wurden. Auch andere volkstümliche Begriffe wie Arcas, Orcas oder Lapas ersetzen in Portugal in der Regel den Begriff Dolmen. Neolithische Monumente sind Ausdruck der Kultur und Ideologie neolithischer Gesellschaften. Ihre Entstehung und Funktion gelten als Kennzeichen der sozialen Entwicklung.
Durch Dom Sancho II von den arabischen Mauren erobert, wurde die Ortschaft Cuba genannt, weil sehr viele „Cubas“ (Gefäße für Weinlagerung) gefunden wurden oder, nach anderer Meinung, hat der Name Cuba einen noch älteren Ursprung und leitet sich ab vom Namen „Coba“, ein arabisches Diminutiv, das Turm bedeutet. Erstmals im heutigen Königreich Portugal offiziell erwähnt wurde der Ort im 13. Jahrhundert.
Am 10. Januar 2008 hatte Altmeister Manoel de Oliveiras Film Christoph Kolumbus – Das Rätsel in Cuba seine kommerzielle Premiere. Der Film geht anhand zahlreicher historischer Indizien der Theorie nach, dass Kolumbus als unehelicher Spross der portugiesischen Königsfamilie in Cuba geboren und dort aufgewachsen sei. Auch deswegen habe dieser die größte von ihm entdeckte Insel nach seinem Heimatort benannt.
Sehenswürdigkeiten:

  • Villa im Jugendstil der Familie Buralho im Zentrum der Stadt (erbaut um 1920)
  • Convento de Cuba
  • Largo da Bica (Platz mit Monument im Zentrum)
  • Der Löwenbrunnen - Fonte dos Leões
  • Kolumbus Denkmal (angeblicher Sohn der Stadt)
  • Staumauer von Cuba
  • Tesouro da Igreja Matriz de SaoVicente de Cuba (Kirche mit separater Ausstellung ihrer Kunstschätze)

Die Landwirtschaft ist ein traditionell bedeutender Faktor im Kreis, neben Getreide (Weizen, Hafer, Gerste) ist auch der Anbau von Sonnenblumen zur Ölgewinnung bedeutend. Des Weiteren wird Flachs (Leinen), Soja und Baumwolle angebaut, Wein und Olivenöl produziert, und Viehwirtschaft betrieben, vor allem Kühe und Schafe. Mittelständische Familienbetriebe der Schuh-, Textil-, Holzverarbeitungs- und Nahrungsmittelindustrie bestimmen den Sektor des produzierenden Gewerbes im Kreis. Der Einzelhandel und die Gastronomie bieten einige Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor, der insbesondere in den sozialen Einrichtungen, dem Bildungswesen und den städtischen Unternehmen seine größten Arbeitgeber im Kreis hat.

10.05.2019: Cuba bis Viana do Alentejo und Evora

Die bevorstehenden 25 km führen durch eine reizvolle Landschaft. Immer ein leichtes Auf und Ab, nicht sehr fordernd.  Höhepunkt nach dem Ort Vila Ruiva ist sicherlich die Ponte Romana über den Ribeira de Odivelas.. Die Ponte Romana ist ein beeindruckendes Bauwerk, mehr als 2.000 Jahre alt und Teil der Römerstraße von Ebora (Evora) nach Pax Julia (Beja). Ein sehenswerter Ort ist unterwegs Albergaria dos Fusos, wo man auch gut einkehren kann. 
Bei Agua de Peixes kommt man am ehemaligen Landsitz der Familie Cadaval vorbei.
Das Gebäude ist im maurisch-spanischen Stil erbaut und wohl dem Verfall preisgegeben.
Später beim Hineingehen nach Viana do Castelo fällt der Blick sofort auf das Castelo mit der imposanten Wehranlage. In der Wehranlage befindet sich das Touristenbüro sowie die Igreja de Nossa Senhora da Anunciação, die man unbedingt besichtigen sollte. Besonders gefallen hat mir das Portal aus Marmor. Die freundlichen mehrsprachigen Herren im Tour.-Büro gaben mir den Rat mit dem Bus nach Evora zu fahren, da der Weg nicht so interessant sei und womöglich Großgrundbesitzer bei Valverde Probleme mit einer Wegsperre machen könnten.  Gesagt getan! Dafür 1 Tag Aufenthalt in Evora mit ausreichend Gelegenheit zum Besichtigen und Ausruhen.

Viana do Alentejo

Viana do Alentejo ist eine Kleinstadt mit 2.744 Einwohnern. Der Ort existierte bereits zu Zeiten der römischen Provinz Lusitania und bestand bis zum Ende der maurischen Herrschaft. Nach seiner weitgehenden Zerstörung im Verlauf der Reconquista wurde er im 13. Jahrhundert neu besiedelt durch den Avisritter Gil Martins, dem späteren Großmeister des Christusordens.
Erstmals offiziell erwähnt wurde Viana 1269. Erste Stadtrechte erhielt Viana durch König D. Dinis, der 1313 hier eine Burg errichten ließ.
König Dom Dinis I. – der kluge König - wird noch heute von den Portugiesen sehr verehrt. Das lag an seinen großen Verdiensten um sein Land, seiner Umsicht und Klugheit, sowie daran, dass er die große Nationalheilige Portugals, Rainha Santa Isabel, zur Frau hatte.
Dom Dinis führte sein Land zu großer wirtschaftlicher und kultureller Blüte. Den Höhepunkt seiner Herrschaft auch des portugiesischen Mittelalters kennzeichnete eine von 1297 bis 1320 anhaltende Periode des inneren und äußeren Friedens. Dom Dinis I. gelang es, die umstrittene Grenze zwischen seinem Land und Kastilien-Leon festzulegen. Seitdem kennt Portugal dieselben Grenzen wie im 21. Jahrhundert, einmalig in Europa.
Dom Dinis I. schuf auch die Grundlage für die sprachliche Einheit Portugals, indem er den Dialekt von Porto zur Nationalsprache erhob.

Évora

Évora ist eine Stadt im Alentejo, deren historisches Zentrum 1986 in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen wurde. Der Ort hat etwa 50.000 Einwohner und gehört zur Rede de Judiarias (Netz der Judenviertel), einer Vereinigung der Orte mit den historisch bedeutendsten jüdischen Gemeinden in Portugal.
Nahe der Stadt befinden sich zahlreiche Relikte der Vorzeit. Am kleinen Fluss Ribeira liegt die größte Megalithanlage Portugals, die „Anta Grande do Zambujeiro“. Die Gründung der Stadt geht auf die Zeit der römischen Besatzung zurück.
Die Megalithen im Distrikt Évora bilden eines von fünf Verbreitungszentren für Dolmen und Menhire in Portugal. Bereits im Jahre 1733, hatte Martin de Pina Mendonça eine erste Studie über die portugiesischen Megalithanlagen erstellt, die zu dieser Zeit, wie anderswo in Europa, als Opferaltäre erklärt wurden.
Im Jahre 715 wird Évora von den Mauren erobert und mit Burg und Moschee ausgebaut. Im September 1165 erobert Geraldo Geraldes, o Sem Pavor durch eine List Évora für König Afonso Henriques. Mit Unterstützung des Ritterordens von Avis werden die Mauren endgültig vertrieben.
Dafür macht der Ritterorden Évora 1166 zu seinem anfänglichen Sitz, nennt sich anfangs auch Ritterorden Évora und umgibt die Stadt mit einer Mauer, die bis heute weitgehend erhalten blieb. Seit dem 12. Jahrhundert lassen sich die portugiesischen Könige in Évora wählen.
In einigen Straßen der Altstadt – zum Beispiel in der Travessa das Nunes, der Rua do Cano oder der Rua do Salvador – ist zu sehen, wie der Aquädukt im Laufe der Zeit zu Wohnzwecken umgestaltet wurde. In der engen Gasse Travessa Alcárcova de Cima sind ein gut erhaltenes Stück römischer Mauern sowie im Untergeschoss eines Wohnhauses römische Fundamente beachtenswert.
Diana-Tempel. Es ist das am besten erhaltene Bauwerk aus römischer Zeit in Portugal.
Der Tempel überstand das Erbeben von 1755. Vierzehn Säulen stehen links von diesem Tempel, der ursprünglich im 1. Jahrhundert n. Chr. als ein Ort der Verehrung für Kaiser Augustus errichtet wurde. Der Legende nach wurde er zu Ehren der römischen Jagdgöttin, Diana, erbaut, weshalb er heute oft Dianatempel genannt wird. Während der Inquisition fanden hier Hinrichtungen statt.
Die gotische und manuelinische Architektur beeinflusste die Kirche von St. Francis und ist eine wahre Perle in der Stadt. Der Raum ist elegant geschmückt mit goldenen Altären und gemalten blauen Fliesen. Der relevanteste Bereich der Kirche ist die Capela dos Ossos (Kappelle der Gebeine).
Wenn Sie die Capela dos Ossos betreten, werden Sie rasch verstehen, wieso dies eines der eindrücklichsten Monumente in Évora ist. Wenn Sie durch den Hauptbogen eintreten, sehen Sie den gemalten Satz, der Sie frösteln lässt. “Unsere Gebeine, die hier liegen, warten auf Ihre”. Die ganze Kapelle enthält ca. 5.000 menschlichen Knochen und Schädel und wurde von Franziskanermönchen während der katholischen Neubelebung (besser bekannt als die Periode der Gegenreformation) gebaut. Die Botschaft dahinter war, über die Kürze des Lebens nachzusinnen.
Der Hauptplatz der Stadt heißt Praça do Giraldo (Giraldo Platz). Er befindet sich direkt im Herzen der Stadt. Hier werden Sie vermutlich eine dynamischere und kommerziellere Seite von Évora erleben. Straßenverkäufer und Künstler sind auf diesem Platz ebenfalls nicht fremd. Unter den antiken maurischen Arkaden im Praça do Giraldo finden Sie einige Cafés und Geschäfte. Sie können auch die St. Antons Kirche aus dem 16. Jahrhundert sehen und den beliebten Henriquina Brunnen, der seit 1910 als nationales Monument betrachtet wird.
Nicht weit vom Stadtzentrum entfernt müssen Sie unbedingt den außergewöhnlichen Almendres Cromlech besuchen. Diese megalithische Stätte bestand ursprünglich aus über hundert Monolithen. Sie wird aber noch immer als die größte Gruppe von Menhiren (stehenden Steinen) auf der Iberischen Halbinsel und als eine der größten in Europa betrachtet. Zurzeit können Sie 92 verschiedene Menhire unterschiedlicher Größe sehen. Man sagt, dass dieses Monument vor vielen Jahren aus religiösen und astronomischen Gründen entstand.
Der im Stadtzentrum gelegene Praça do Giraldo genannte Platz mit dem Marmorbrunnen und den Arkaden gehören ebenso zu den Sehenswürdigkeiten wie das Beinhaus Capela dos Ossos (Kapelle der Knochen), ein Kirchengebäude, an dessen Wänden menschliche Gebeine gestapelt sind. Das erste Gebäude, zwischen 1184 und 1204 errichtet, war sehr bescheiden und wurde 1280 bis 1340 vergrößert im gotischen Stil. Wertvolle Ergänzungen folgten: der gotische Kreuzgang (14. Jh.), die manuelinische Kapelle des Esporao (Anfang des 16. Jh.) und die neue prächtige Hauptkapelle im Barock-Stil (erste Hälfte des 18. Jh.). Die Kathedrale ist die größte der mittelalterlichen Kathedralen in Portugal und eines der besten Beispiele der gotischen Architektur.
Kathedrale Se de Evora: Die Hauptfassade aus Rosen-Granit ähnelt der Kathedrale von Lissabon. Die beiden mächtigen Türme (16. Jh.) flankieren eine Vorhalle, die das Hauptportal umschließt. Schön sind die Außenmauern der Kathedrale, die mit Zinnen verziert sind. Jede Ecke des Kreuzganges weist eine Statue der 4 Evangelisten auf. Die Capela do Fundador, die Grabkapelle des Bischof D. Pedro (Erbauer des Kreuzganges), zeigt sein Grab mit einer Statue des Erzengels Gabriel und der Jungfrau Maria. Das obere Stockwerk des Kreuzganges, erreichbar über eine Wendeltreppe, bietet einen herrlichen Blick auf die Kathedrale und die umliegende Landschaft.

11.05.2019: Evora

Untergekommen bin ich für 2 Übernachtungen in der Jugendherberge (Pousada de Juventude). Besser kann man es nicht treffen! Zentral gelegen in der Fußgängerzone, ruhiges geräumiges Zimmer mit Blick auf historische Gebäude. Tat mal wieder gut einen Tag ohne Rucksack zu verbringen.  Evora ist natürlich touristisch geprägt, kein Wunder bei der Lage und den Sehenswürdigkeiten. Was sich bisher nicht erfüllte, war die Hoffnung jetzt doch einmal einen Mitpilger zu treffen. Dafür mußte ich noch in paar Tage Geduld haben.

Unweit der Unterkunft war vormittags Markt. Die Möglichkeit durch einen Markt zu schlendern, lasse ich nie aus. Später dann Besichtigen der Kathedrale Se de Evora, des Diana-Tempels und der nicht weit davon entfernten mit Fliesen (Azulejos) geschmückten Kirche Igreja dos Loisos dos Duques do Cadaval e Convento do Loios. Und natürlich blieb Zeit für Kaffee, Sagres oder Superbock und gutes Essen. Die Altstadt ist eben Weltkulturerbe. Deshalb sind viele Touristen und Gruppen in der Stadt.

Tipp: Die engen Gassen abseits der Sehenswürdigkeiten, kleine nette Restaurants in der Nähe des Römischen Aquäduktes. In den Bögen des Aquäduktes befinden sich Geschäfte, Cafes, teilweise sind Häuser integriert worden.  Übernachten in der Pousada de Juventude (hervorragend)

12.5.2019 Evora bis Sao Miguel de Machede, ca. 24 km

Nach dem Ruhe- und Besichtungstag in Evora treibt es mich aus der Stadt hinaus. Hin und wieder noch ein Blick zurück auf Evora, aber dann sind die Augen schon bald auf den imposanten Burgberg von Evoramonte gerichtet, obwohl dieser noch ca. 30 km entfernt ist. 
Ab dem Stadtrand wird es ländlicher und kleine Vororte weichen landwirtschaftlichen Höfen. Bald spüre ich auch, dass ich mich auf die Markierungen verlassen kann. 
Vieh- und Schafweiden wechseln ab mit Reben. Es geht fast ausschließlich auf Naturwegen und bald durch eine urwüchsige Gegend mit gelbem Ginster, niedrigen Bäumen und Büschen, einigen noch blühenden Zistrosen und dazwischen wieder verschieden farbig blühende Wiesen. Nach vier Stunden taucht hinter einer Kuppe der kleine Ort Nossa Senhora de Machede mit weit sichtbarer Kirche auf mit Snack-Bar und Café. Nach einer Stärkung geht es weiter durch blühende Wiesen und einen ausgedehnten Olivenhain. Nur Pilger dürfen aufgrund einer Sondergenehmigung das Areal durchqueren. Gegen 15 Uhr 30 erreiche ich das Tagesziel in Sao Miguel de Machede. In der Unterkunft Albuerge de S. Jose (einem Altersheim angeschlossen) ist man gut untergebracht, bekommt Abendessen und wird rührend umsorgt. Dennoch verbrachte ich den restlichen Nachmittag in der Dorfbar wo es am Sonntagnachmittag lebhaft zuging und ich sogar mit einigen Dorfbewohner an der Theke ins Gespräch kam.  

13.5.2019 San Miguel de Machede – Évoramonte, ca. 25km

Bereits um 7 Uhr bekomme ich ein kleines Frühstück in der Dorfbar.  Auf einsamen ruhigen Pfaden durch extensiv bewirtschaftete Weiden, mitunder auch Getreidefelder geht es in 2 Std. nach Azaruja. Nach einer kleinen Einkehr geht es auf Waldwegen zur Ermida de Nossa Senhora do Monte do Carmo, dann weiter im Kiefernwald, auch vorbei an Schweineherden in freier Natur. Später lichtet sich der Wald, man trifft auf Schaf- und kleine Ziegenherden, bevor ein längerer Anstieg nach Evoramonte hineinführt.  Es ist kurz vor 15 Uhr und somit bekomme ich in einem der Restaurants noch ein Mittagessen. Anschließend mußte ich noch den der Burghügel erklimmen um das so angepriesene Quartier „The Place of Evoramonte“ zu erreichen. Und es war ein Traumquartier. Ich übertreibe nicht. Siehe Link: www.evoramonte.com/index.html.

Der Abend und der Sonnenuntergang auf der Dachterrasse mit der unbeschreiblichen schönen Rundsicht waren unbezahlbar.

Évora Monte (Evoramonte)

Évora Monte (Evoramonte) ist ein kleiner befestigter Ort und eine Gemeinde (Freguesia) im Alentejo in Portugal. Auf einer Anhöhe in 470 m leben in dem Ort 569 Einwohnern auf einer Fläche von 99,4 km². Évoramonte ist ein schon zu römischer Zeit besiedelter Ort, der von den Mauren zu einer Burg befestigt und von König Dinis 1306 weitergenutzt wurde. Durch ein Erdbeben wurde die Burg 1531 so schwer beschädigt, dass sie unter König João III. renoviert werden musste.
Am 26. Mai 1834 wurde hier das Abkommen von Évoramonte unterzeichnet, das einen Schlussstrich unter den Nachfolgekrieg zwischen Pedro I. und seinem Bruder Miguel setzte. Der im Gegensatz zum liberal gesinnten Pedroa bsolutistisch eingestellte Miguel verlor in der Schlacht von Asseiceira, verzichtete im Abkommen von Évoramonte auf die Krone und ging ins Exil.
Vom kleinen, malerischen Dorf führt ein steiler, gepflasterter Fußweg hinauf zum Kastell. Eine Kastellburg ist ein Burgform, die aus dem Mittelmeerraum ab der Zeit der Kreuzzüge, spätestens jedoch mit der Einführung der Feuerwaffen, also in der Spätzeit des Burgenbaus in Europa Fuß fasste. Sie beschreibt die neuzeitliche Form des Kastells. In einer Kastellburg sind die Gebäude an der Innenseite des meist viereckigen beziehungsweise gleichmäßigen Mauerzuges angeordnet. Die Außenmauern der Gebäude sind dementsprechend stark und nur durch die notwendigsten Maueröffnungen unterbrochen. Meist finden sich auf den Mauern Wehrgänge, die mit der Nutzung von Feuerwaffen zunehmend auch überdacht sind.
Die Ecken dieses Gebäudegeviert können durch Türme verstärkt sein. Oft findet sich ein zusätzlicher Mauerzug vor dem Gebäudekomplex, an dessen Ecken runde Bastionen ein Bestreichen der Seiten ermöglichten.
Abhängig von der Lage der Kastellburg findet sich ein Wassergraben oder ein Halsgraben an der Torseite oder der am meisten gefährdeten Seite der Burg.
Die sich so ergebende Form der Burg kann als Vorläufer des Renaissanceschlosses gesehen werden.
Das römische Kastell wurde von den Mauren zu einem Alcázar weiterentwickelt, das von den Portugiesen nach der portugiesischen Reconquista zu einem gotischen Kastell, dem Castelo, umgewandelt wurde.
Alcázar ist eine spanische Bezeichnung für ein Schloss, insbesondere für einen Palast der Mauren in Spanien. Aber auch Schlösser, die nicht maurischen oder arabischen Ursprungs sind, werden so genannt. Spanisch alcázar ist entlehnt aus arabisch ر  ا / al-qaṣr / ‚Festung, Schloss‘. Das arabische qasr ist seinerseits aus lat. castrum ‚Feldlager‘ entlehnt.
Diese an einen mittelalterlichen Bergfried erinnernde, massive symmetrische Burg mit vier Ecktürmen besitzt drei Geschosse. Von oben hat man bei entsprechendem Wetter eine ausgezeichnete Sicht über weite Teile des Alentejo. Zwei um die Fassade herumlaufende steinerne Taue, die in der Mitte der Fassade mit einem Knoten versehen sind, besitzen symbolische Bedeutung: Die Schlossherren kamen aus dem portugiesischen Königshaus Bragança.
Der Ausdruck Bergfried bezeichnet in der deutschsprachigen Burgenliteratur den unbewohnten Hauptturm (Wehrturm) einer mittelalterlichen Burg, der seit dem 12. Jahrhundert in Mitteleuropa weite Verbreitung fand. Ist der Hauptturm einer Burg für eine dauerhafte Wohnnutzung eingerichtet, wird er hingegen als Wohnturm bezeichnet (Donjon).
Der Begriff Burg bezeichnet in seiner epochenübergreifenden Bedeutung einen in sich geschlossenen, bewohnbaren Wehrbau in Frühgeschichte, Antike und Mittelalter. Eine herausragende Rolle spielte die Burg im Mittelalter, in dessen Verlauf eine bis dahin unerreichte Vielzahl von Burganlagen entstand und die Burg als Institution eng mit der Organisationsform der Grundherrschaft verbunden war. Im engeren Sinne des Wortes 16
bezeichnet Burg demnach vor allem einen mittelalterlichen Wohn- und Wehrbau.
Die Kirche (Igreja Matriz) aus dem 15. Jahrhundert fällt durch die eigenwillige Gestaltung des Glockenturms auf. Die Igreja da Misericórdia aus dem 16. Jahrhundert ist innen komplett durch Azulejos verkleidet.

14.5.2019 Évoramonte – Estremoz, 26km:

Super Frühstück, noch ein nettes Gespräch mit dem Besitzerehepaar und dann geht es hinunter ins Dorf, aus dem Ort hinaus, über die Autobahn IP2 und dann ist man für längere Zeit in mittelgebirgsähnlicher Landschaft unterwegs. Es ist heiß geworden, doch noch blühen die weißen Zistrosen, aber kleine Bachläufe sind schon trocken und Pfützen, die noch nicht ausgetrocknet sind, werden von Insekten belagert.  Hin und wieder läuft man durch Korkeichenwälder, dann auch durch Kiefernbestände, schließlich kommt man nach einem langen Abstieg an einer Farm vorbei zu einem kleinen Stausee mit Fröschen und vielen Enten. Vor lauter Schauen habe ich dann eine Markierung verpasst und mich das 1.Mal so richtig verlaufen.

Weiter gings dann wieder durch Korkeichenbestände, später durch hohes Gras an einem Bach und einer Schafherde vorbei zum Dolmen "Anta de Entre Águas". Über eine Landstraße dann immerzu leicht bergauf bis Estremoz. Ins Zentrum gelange dann ich über die Porta dos Currais. An der 1. Bar 50m hinter dem Stadttor bin ich gleich hängen geblieben. Nach Bezug meines Zimmers in der Residencial Miguel José machte ich trotz meiner Müdigkeit einen Stadtrundgang. Estremoz ist hoch gelegen, geprägt vom Marmor, vielleicht dadurch auch reich geworden und geschichtsträchtig. Letztendlich bin ich zur mittelalterlichen Anlage hinaufgestiegen um die Igreja de Santa Maria do Castelo anzuschauen. Eine Aufseherin erlaubte mir auch die Capela da Rainha Isabel anzusehen, auch wenn gerade restauriert wird.  Dann ist da noch der Torre de Menagem – Torre das Tres Coroas.

Darin befindet sich ein luxuriöses Pousada-Hotel. Habe ich mir angeschaut und in der Lounge etwas getrunken. Der deutschsprachige Barkeeper meinte, diese Pousada ist wohl eines der Aushängeschilder der Pestana-Hotelkette in Portugal. Luxuriös ist es auf jeden Fall und für portugiesische Verhältnisse teuer.  Die Gäste kommen vorwiegend aus Spanien und Großbritanien.

Estremoz

Estremoz ist eine Stadt in Portugal im Distrikt Évora mit knapp 10.000 Einwohnern. Sie liegt 450 Meter über dem Meeresspiegel.Im Verlauf der Reconquista war der Ort umkämpft, bevor er unter König D.Sancho II. definitiv an Portugal fiel. Sancho II. ließ den Ort neu befestigen, und auch während der Amtszeiten der zwei nachfolgenden Könige wurden die Festungsanlagen weiter ausgebaut. Während der Revolution 1383 und dem folgenden Unabhängigkeitskrieg verjagte die Bevölkerung den spanischfreundlichen Statthalter.
Estremoz war auch in seiner weiteren Geschichte häufiger Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen. Etwa zog im Spanischen Erbfolgekrieg der Graf von Galveias 1705 hier ein Heer von 15.000 Soldaten, 5.000 Pferden und 20 Stück Artillerie zusammen. 1808 eroberten die französischen Truppen des General Kellermann im Verlauf der Napoleonischen Invasionen Estremoz. Die vorherige Kleinstadt (Vila) Estremoz wurde im Jahre 1926 zur Stadt (Cidade) erhoben.
Die Altstadt wird beherrscht vom Schloss auf dem Berg, dessen Bergfried, Torre de Menagem und der Königspalast, in dem die Rainha Santa Isabel am 4. Juli 1336 starb, wurde unter König Afonso III. 1258 begonnen. Da der Bau des Turms die Regierungszeit dreier Könige in Anspruch nahm, wird er auch der Turm der drei Kronen genannt. Eine Explosion im Pulverarsenal 1698 zerstörte die Burg. Nur der Paço da Audiência, ein sternförmig gewölbter Raum, der als König Dinis Audienzzimmer bekannt wurde und die gotischen Kolonnaden blieben erhalten.
Vom Rossio führt rechts vom mittelalterlichen Schandpfahl aus durch das aus dem 14. Jahrhundert stammende Tor Arco da Frandina eine steil nach oben führende Gasse zur Burg.
Der Königspalast, der von König João V. im gotischen Stil im 18. Jahrhundert wieder aufgebaut wurde, ist heute zu einer der berühmtesten portugiesischen Pousadas umgestaltet. Das Sterbezimmer der als Heilige verehrten Königin Isabella wurde im 17. Jahrhundert zu einer Kapelle, der Capela da Rainha Isabel umgebaut, auf deren Azulejos Szenen aus dem Leben der Königin dargestellt sind. Vor dem Königspalast erinnert ein modernes Marmordenkmal an sie.
Im Schloss befindet sich eine Kirche im quadratischen Grundriss, die Ingreja de Santa Maria do Castelo, die im 16. Jahrhundert erbaut wurde und in der neben einigen Bilder portugiesischer Meister des späten Mittelalters auch ein Marmorbecken in der Sakristei sehenswert ist. Der Paço da Audiência von Dom Dinis geht aus einer im 16. Jahrhundert manuelinisch umgestalteten mittelalterliche Getreidebörse hervor. Heute befindet sich
ein Museum für modernes Design in diesem Gebäude.
Vom Rossio aus in Richtung auf die Unterstadt gelangt man zum pelourinho, auf dem eine Armillarsphäre, ein mittelalterliches astronomisches Instrument ruht.
Im früheren Palast des Vizekönigs von Indien, der 1698 zum Convento de Congregados umgebaut wurde, befindet sich heute das Rathaus.
Im ehemaligen Malteserkloster und späteren Krankenhaus mit zweigeschossigen Renaissance-Kreuzgang ist auch die harmonisch gestaltete Ingreja de Misericórdia wegen einer Krippe von Machado de Castro beachtenswert. Nördlich des Rossio liegt der Tocha-Palast aus dem 17. Jahrhundert, in dem Azulejos zu sehen sind.
Daneben befindet sich der Convento São Francisco aus der Zeit König Afonso III. aus dem 13. Jahrhundert, der nach der Säkularisation als Kaserne diente, in der neben Sarkophagen und einem Wurzel-Jesse-Altar auch das prächtige Grabmal Vasco Esteves Gato, Stifter einer Kapelle im 15. Jahrhundert alle Aufmerksamkeit beansprucht. Der Hochaltar von 1623 ist mit kostbaren Azulejos geschmückt.
Am Fonte da Gadanha-Platz ist ein Brunnen mit Saturnstatue sehenswert.
Am Ortsrand ist das Museu da Alfaia Agricola, das Museum für landwirtschaftliche Gerätschaften untergebracht, eine mit viel Liebe und Fleiß eingerichtete ehemalige Getreidemühle, in der alte Werkzeuge und Zubehör aus der ländlichen Umgebung gezeigt werden.
Der alte Wasserspeicher Tanque dos Mouros liegt am südlichen Ortsrand.
Im Dreieck Estremoz - Borba - Vila Viçosa wird in über 100 Steinbrüchen ein feinkristalliner, homogener Marmor gewonnen, dessen Farbspektrum von weißcreme über cremerose bis zu intensivem rosa reicht. Seine Verwendung findet der Estremoz-Marmor in der hochwertigen Innenarchitektur wie Wand- und Bodenbelag, Treppen, Waschtische, Säulen sowie Kaminumrandungen.

15.5.2019: Estremoz – Fronteira, ca. 31km

Auf wenig befahrenen Straßen führte heute über die Dörfer Sao Bento de Cortico und Santo Amaro. Ich legte nur kurze Kaffepausen ein, da für mich 31 km schon eine Herausforderung sind. Unterwegs waren viele Greifvögel (Geier) zu sehen, ansonsten links und rechts der Straße viele Felder und großflächiger Gemüseanbau.
Um 17 Uhr erreichte ich Fronteira. 
Meine Unterkunft war sehr komfortabel (Segredo d’Alecrim), alternativ kann man günstig bei den Bombeiros schlafen.

Fronteira

Fronteira ist eine Kleinstadt (Vila) und ein Kreis (Concelho) in Portugal mit 2.069 Einwohnern.
Die hiesige Anwesenheit des Menschen seit etwa 10.000 Jahren ist belegt. Vermutlich unterhielten die Römer hier einen befestigten Ort. Nach der Eroberung der Iberischen Halbinsel durch die Mauren im frühen 8. Jahrhundert n. Chr. wurde der Ort aufgegeben.
Im Verlauf der Reconquista gründete Fernão Rodrigues Monteiro, ein Großmeister des Ritterordens von Avis, den Ort für König D. Dinis neu und besiedelte ihn.
In der Portugiesischen Revolution von 1383 war Fronteira Schauplatz von Kampfhandlungen. Zu nennen ist insbesondere die Schlacht Batalha dos Atoleiros vom 6. April 1384, in der die portugiesischen Kräfte unter Nuno Álvares Pereira die zahlenmäßig überlegene Armee des Königreichs Kastilien schlugen. König D. João I. verlieh Fronteira danach eine Reihe Privilegien, doch erst König D. Manuel I. gab dem Ort volle Stadtrechte (Foral), im Jahr 1512.
Eine Reihe historischer öffentlicher Gebäude, Befestigungsreste, Steinbrunnen, eine Wassermühle, der Bahnhof, und verschiedene Sakralbauten zählen zu den Baudenkmälern Fronteiras, darunter die manieristisch-barocke Hauptkirche Igreja Paroquial de Fronteira (auch Igreja de Nossa Senhora da Atalaia) aus dem 16. Jahrhundert.
Das Denkmal Monumento comemorativo da Batalha de Atoleiros (auch Terreiro da Batalha dos Atoleiros) gedenkt der Schlacht vom 6. April 1834 und ist ebenso denkmalgeschützt. Der historische Ortskern steht zudem als Ganzes unter Denkmalschutz.
Die astronomische Beobachtungsstation von Ribeira Grande ist eine weitere Attraktion.Auch das Naturgebiet Espaço eco-turístico da Ribeira Grande mit seinen Wanderwegen und Lehrpfaden rund um den Wasserlauf Ribeira Grande ist sehenswert.

16.5.2019: Fronteira – Alter do Chão, 26 km

Zunächst leicht bergab und somit leichtfüßig ging es über freie Landschaft in etwa 3 Std. nach Cabeco de Vide. Dann geht es bergab nach zu Termas da Sulfurea, wo aufgrund vorliegender Beschreibungen schon die Römer gekurt haben. Dann ging es hinein in wunderschöne Landschaft, gesäumt von Sträuchern, Granitfelsen, dann Viehweiden, Kühe mit Hörner! (bin auch über Zäune geklettert) und musste trotz vorhandener Markierung hin und wieder GPS zu Hilfe nehmen.  Nach ca. 3 Std. ein Anstieg hinauf nach Alter Pedroso, ein kleines Dorf von mächtigen Granitfelsen umgeben. Wirkt wie ein Museumsdorf, viele Häuser sind saniert worden und werden vermietet. Es geht ein Stück an der Straße nach Alter do Chao abwärts und man kann sich an einem Brunnen mitkalten Wasser erfrischen. Nach etwa 1 km führt ein Abzweig zu den Anta do Tapadão, eine Megalithanlage aus Granitblöcken. Von dort sind es noch ca. 2 km entlang von Korkeichen und großen Granitfindlingen bis Alter do Chao. Einquartierung im Pateo Real, wo ich abends auch gut gegessen habe. Den Ort dominiert das Castelo, aber auch einige schöne Herrenhäuser gefallen sehr. 

Alter do Chão

Alter do Chão ist eine Kleinstadt (Vila) und ein Kreis (Concelho) in Portugal mit 2.413 Einwohnern.
Zahlreiche Antas und andere Funde belegen eine vorgeschichtliche Besiedlung des Gebietes. Die Ursprünge des heutigen Ortes liegen in einer römischen Ortschaft, die sich hier aus einer eisenzeitlichen Siedlung entwickelte und Alberterium hieß. Nach Einfall der Mauren auf der Iberischen Halbinsel ab 711 ließ Abd ar-Rahman III. hier 912 eine Burg errichten, die heute als Castelo da Alter do Chão bekannt ist.
Im Zuge der Reconquista wurde die Gegend von den Arabern zurückerobert und 1211 von der portugiesischen Krone dem Ritterorden von Avis übergeben. Diese machten den Ort 1232 zum Sitz eines eigenständigen Kreises. König D. Dinis gab ihm 1293 erstmals volle Stadtrechte. König D. Joao I. gab den Ort an den heute heiliggesprochenen Ritter Nuno Álvares Pereira. König Manuel I. erneuerte die Stadtrechte 1512 im Zuge seiner Verwaltungsreformen.
Im Verlauf des Restaurationskrieges wurde die hiesige Burg Alter Pedroso 1662 weitgehend zerstört.
Im 18. Jahrhundert erlebte der Kreis einigen Fortschritt. So legte die Stadtverwaltung öffentliche Brunnen zur Verbesserung der Wasserversorgung an, und 1747 wurde hier mit der Coudelaria de Alter ein königliches Gestüt gegründet. Der Bildhauer Machado de Castro etwa nahm den Hengst Gentil von dort 1775 zum Modell für seine bekannte Reiterstatue auf dem zentralen Praça do Comércio-Platz in Lissabon.
Unter den Baudenkmälern des Ortes sind einer Vielzahl historischer Wohnhäuser (Casas) und Herrenhäuser, steinerne Brunnenanlagen, verschiedene historische öffentliche Gebäude wie das Postgebäude, die Stierkampfarena, die öffentliche Markthalle u. a., das 1748 gegründete Gestüt Coudelaria de Alter oder auch Coudelaria Nacional, eine römische Ausgrabungsstätte u. a. mit einer Villa rustica und eine Reihe von Kirchen und anderen Sakralbauten, darunter die heutige Pousada Hotel Convento de Altar, dem ehemaligen Barock-Kloster Convento de Santo António aus dem 17. Jahrhundert. Auch der historische Ortskern als Ganzes ist denkmalgeschützt.
Unter den Museen ist neben dem Stadtarchiv Arquivo Histórico Municipal vor allem das Stadtmuseum Museu Municipal de Alter do Chão mit drei Abteilungen zu nennen. So zeigen in der denkmalgeschützten Casa e Quinta do Álamo – Núcleo Museológico die oberen Etagen Dauerausstellungen zur Geschichte des Kreises, während das Erdgeschoss wechselnde Ausstellungen bietet. Die beiden weiteren Museuumseinrichtungen sind die Burg Castelo de Alter, und die Ausgrabungsstätte Ruínas Romanas e Centro Interpretativo - Ferragial d’ El Rei, die archäologische Ausgrabungen und ein Besucherzentrum umfasst.

17.5.2019 Alter do Chão – Alpalhão, 33 km

Ganz früh gings los. Erleichtert wurde das laufen, da gelbe Pfeile vorhanden waren.  Höhepunkt vormittags die beiden römischen Brücken vor Crato (Ponte Velho do Prado (über den Ribeira do Prado) und Ponte do Choconal (über den Ribeira do Choconal). 
Dann leicht bergauf nach Crato. Nehme mir hier Zeit für eine kurze Rast. Crato ist bekannt, da hier einige Zeit der Johanniter- bzw. Malteserordens seinen Sitz hatte.  Bei einem verlassenen Fabriksgelände haben sich auf dem Dach und am Schornstein zahlreich Störche einquartiert, da wird heftig „geklappert“.
Nach ca. 3 km weiter an der Straße entlang gelangt man nach Flor da Rosa, wo eine mächtige Klosteranlage steht, die vor einigen Jahren zu einer luxuriösen Pousada umfunktioniert wurde. Gefallen hat mir im Ort die Brunnenanlage.
Dann nochmals 1 km Straße, bevor es auf durch ein Korkeichengebiet bis nach Vale do Peso geht. 
Im Dorfcafe Plausch mit Einheimischen. Einer kann immer etwas deutsch (viele waren ja nach 1964 als Gastarbeiter in Deutschland).  
Musste dann höllisch aufpassen, da Markierungen wegen großflächiger Rodungsarbeiten verschwunden waren. Hier treten erstmals massiv Eukalyptuswälder auf. 
Danach folgt aber wieder ein herrlicher Weg bis Alpalhão, welcher hier gleichzeitig Wanderweg ist (GR40). Korkeichen, Blumen, Granitfelsen und zuletzt noch ein schön aufgemachter Jakobusbrunnen mit gemalter Jakobsmuschel.  Quartier hatte ich im Hotel Monte Filipe bei gutem Komfort.

Flor da Rosa

Die Ortschaft entstand im Zuge der Besiedlungspolitik unter König D. Sancho II. nach Abschluss der portugiesischen Reconquista im 13. Jahrhundert. D. Sancho II. gab das Gebiet im Jahr 1232 dem Hospitaliterorden, der 1340 seinen portugiesischen Sitz im nahen Crato nahm. 1356 wurde der Ort Sitz eines Klosters, gegründet von Álvaro Gonçalves Pereira, dem Vater des heiliggesprochenen Ritters Nuno Álvares Pereira. Der heutige Ort entwickelte sich daraus. Der Bau des Klosters begann in den 50er Jahren des 14. Jahrhunderts und wurde erst 20 Jahre später vollendet. In der mächtigen Klosteranlage ist u.a. heute eine Pousada (Hotel) angesiedelt.

18.5.2019 Alpalhão – Nisa, ca. 18 km

Ich wählte eine kurze Etappe, ging des doch über eine Wegvariante hinein in einen von der UNESCO geförderten Geo-Park. Der Weg ist wirklich schön und bietet eine Abwechslung. Alle Wege sind mit Steinmauern gesäumt, in den Wiesen liegen riesige Buckelfelsen und Steine. Dazwischen immer wieder Störche auf der Futtersuche. Alles Granit, noch auffälliger als bei uns daheim im Fichtelgebirge. Auch Dolmen und Menhire soll es im Park geben. Ich jedenfalls war an diesem Tag in Hochstimmung, einfach geplättet von so viel unverfälschter Natur.
Kurz vor der Nisa an einer Furt durch den Ribeira de Figueira auf einer alten Römerstraße kommen Normalweg und Variante wieder zusammen.  Bei den ersten Häusern von Nisa ist rechts vom Weg einer dieser schönen gefaßten Brunnen. Es gibt sogar einen Quellen- bzw. Brunnenrundweg in Nisa (Roteiro das Fontes).
In der zentral gelegenen Touristen-Info gibt’s einen Pilgerstempel, außerdem wird festgehalten, dass man als Pilger hier ist. Man macht offenbar eine Statistik. 
Das günstig gelegene Quartier Residencial São Luís ist sehr pilgerfreundlich und es wird auch vom Buchautor Hermann Hass bestens empfohlen.  Nisa ist eine sehenswerte Stadt mit vielen historischen Gebäuden, großzügig sanierter Platz im Zentrum, Reste einer Burg und einer Stadtmauer. 
Abends in einer Bar Hochstimmung. Benfica Lissabon spielt um die portugiesische Meisterschaft. Parallel wird das Spiel von FC Porto übertragen. Nur Männer anwesend, alles Benfica Fans.
Zum Glück gewinnt Benfica, ist damit portugiesischer Meister, mit der Folge, dass ich pausenlos Freibier bekomme und ich irgendwann die Flucht ergreifen muss um zu schlafen, weil am nächsten Tag eine lange Etappe bevorsteht. 

Nisa

Nisa ist eine Kleinstadt (Vila) und ein Kreis (Concelho) in Portugal mit 7.350 Einwohnern.
Funde belegen eine Besiedlung seit der Jungsteinzeit. Auf einer eisenzeitlichen Siedlung der Castrokultur errichteten die Römer eine eigene befestigte Ortschaft. Der heutige Name geht möglicherweise auf eine Villa zurück, die hier im Zuge der Besiedlung durch Angehörige verschiedener Völker des Römischen Reichs entstand. Nisa soll demnach die griechische Besitzerin der Villa geheißen haben, die als Namensgeberin der Ortschaft diente.
Nach der Eroberung weiter Teile des heutigen Alentejo von den Mauren gab König Sancho I. das hiesige Gebiet 1199 an den Templerorden. Dieser sorgte für die Besiedlung, hier vor allem mit südfranzösischen Siedlern, welche die hier entstehenden Ortschaften nach französischen Orten benannten.
Zwischen 1229 und 1232 erhielt Nisa seine ersten Stadtrechte und wurde ein eigenständiger Kreis. Während der Auseinandersetzungen zwischen dem portugiesischen König D.Afonso IV. und dessen Schwiegersohn, dem kastilischen König Alfons XI., erlitt Nisa schwere Zerstörungen. König Manuel I. erneuerte 1512 die Stadtrechte im Zuge seiner Verwaltungsreformen.
Das Wappen zeigt eine Burg, über deren mittleren Turm das Kreuz des Christusorden zu sehen ist. Über dem linken Burgturm steht das portugiesische Wappen der Quinas, über dem rechten Turm ein islamischer Halbmond, während über beiden jeweils ein sechsstrahliger Stern steht. Das Wappen gibt die historische Entstehung des Ortes als islamischer, dann christlicher Ort wieder.
Landesweit bekannt sind die Thermalquellen und die lokale Käsespezialität, der herkunftsgeschützte Schafskäse Queijo de Nisa. Auch das hiesige Kunsthandwerk ist bekannt, insbesondere die Töpferei und die Stickerei. Das im historischen Gefängnisgebäude untergebrachte Museum Museu do Bordado e do Barro (dt.: Stickerei- und Tonmuseum) widmet sich diesen lokalen Traditionen.
Zu den Baudenkmälern des Ortes gehören historische Wohnhäuser und Brunnen, eine Reihe Sakralbauten, und verschiedene historische öffentliche Gebäude, wie das Kino, das Postgebäude, das Krankenhaus, und ein Viertel des sozialen Wohnungsbaus des Estado Novo-Regimes. Zu nennen ist zudem eine römische Brücke mit Römerstraße und die erhalten gebliebenen Teile der mittelalterlichen Burg, Stadtmauer und Tore.
Zudem steht der historische Ortskern als Ganzes unter Denkmalschutz. Thematisch sortierte Rundgänge und Wanderwege führen durch den Ort und den Kreis, etwa historische oder naturthematische Touren.

19.5.2019 Nisa – Villa Velha de Rodao, ca. 26 km

Jetzt im nach hinein gesehen wohl eine der schönsten Etappen auf dem gesamten Weg. 
Nach einem ordentlichen Frühstück bin ich gegen 8 Uhr bei wieder prächtigem Wetter gestartet.
Auf einer Nebenstraße ging es durch herrliche Landschaft ca. 2 km leicht bergab, bis man zu den Resten einer Santiago-Kapelle (nur mehr als Ruine vorhanden) kommt. Insgesamt 4 kleine Kapellen säumen hier den Weg.
Eine Variante lasse ich außer Acht, bliebe auf dem GR40 bis zu dem am Hang liegenden Ort Pé da Serra. Was hier so alles wächst:  Eukalyptus, Olivenbäume und hin und wieder Nadelbäume. 
im Tal vor Pé da Serra die schöne Ponte Romana über den Ribeira de Nisa.

Nach einem steilen Aufstieg durch das urprüngliche Dorf mit den engen Gassen ent
scheide ich oben bei einer Raststelle mit Brunnen die etwas weitere Alternative über Salavessa und dann entlang des Flusses Tejo zu gehen. Bis Salavessa ging es entlang einer schmalen Straße mit herrlichen Ausblicken. 
Die Rast in der dortigen Bar war nach einem Aufstieg zum Dorf mehr als verdient.
Dann gings an den Abstieg zum Rio Tejo. Wieder unendliche Blumenwiesen, überall sind Bienenstöcke aufgestellt, aber man sieht auch die Spuren von verheerenden Waldbränden (und man riecht es auch).
Am gestauten Tejo geht es viele KM entlang, der Pfad war regelrecht zugewuchert. Eine Herausforderung für mich in kurzen Hosen. Dann felsiges Gelände und man schlüpft durch eine Felsspalte mit dem Namen „Fisga do Tejo“. Weiter geht es am Hochufer des Tejo bis zu der Tejobrücke. Am Ufer des Tejo in Villa Velha ist neben einer Bootsanlegestelle am Flusshafen eine größere gastronomische Einrichtung wo ich mich erst einmal regenerieren konnte. Hier konnte ich auch am Abend gut essen.  Übernachtet habe ich komfortabel in der Via Portuguesa unweit vom Fluß.

Fluß Tajo bzw. Tejo

Fluß Tajo bzw. Tejo ist mit einem Lauf von 1:007 km der längste Fluss der Iberischen Halbinsel in Spanien und Portugal. Der Tejo entspringt in 1.600 m Höhe an der Quelle der Fuente de García im Gebirge der Montes Universales im Osten Spaniens. In Richtung Westen fließt er durch die Iberische Halbinsel – etwa 40 km südlich vorbei an Madrid – durch die spanischen Städte Aranjuez, Toledo, Talavera de la Reina und Alcántara sowie durch die portugiesische Stadt Santarém. Nach 816 km bildet der Fluss die Grenze zwischen Portugal und Spanien. Nach seiner Grenzfunktion durchfließt der Tejo für 145 km Portugal und mündet schließlich bei Lissabon in den Atlantik.

Vila Velha de Ródão

Vila Velha de Ródão ist eine Kleinstadt (Vila) und ein Kreis (Concelho) in Portugal mit 1.771 Einwohnern. Römer siedelten hier seit dem 1. Jahrhundert n. Chr. Im 7. Jahrhundert war der Ort Teil des Westgotenreichs, eine hier errichtete Burg wird König Wamba zugeschrieben. Im Zuge der Reconquista war die hiesige Festung am Rio Tejo seit dem 11. Jahrhundert ein strategisch bedeutender Verteidigungspunkt gegen die Mauren. Der Ort gehörte zu einer Schenkung, die König D. Sancho im Jahr 1198 den Tempelrittern machte. 1319 kam das Gebiet an den Christusorden. Anfang des 16. Jahrhunderts wurde der Schandpfahl im Ort aufgestellt, als Zeichen der erhaltenen Stadtrechte (Foral) durch König Manuel I.
Vila Velha de Ródão war ein bedeutender Binnenhafen für die Region, verlor jedoch mit Ankunft der Eisenbahn 1885 an Bedeutung als logistischer Knotenpunkt. Ein wichtiger Faktor in der weiteren Entwicklung des Ortes wurde die 1971 eröffnete Papierfabrik Celtejo, die später zur Portucel kam.
Unter den Baudenkmälern sind historische öffentliche Gebäude, die paläolithische Ausgrabungsstätte Estação Arqueológica da Foz do Enxarrique, und verschiedene Sakralbauten, etwa die dreischiffige, ursprünglich im 16. Jahrhundert erbaute, barocke-manieristische Gemeindekirche Igreja Paroquial de Vila Velha de Ródão (auch Igreja de Nossa Senhora da Conceição). Der historische Ortskern steht unter Denkmalschutz.

20.5.2019 Villa Velha de Rodao – Castelo Branco, 33 km

Nach einem schnellen Frühstück um 7 Uhr zog ich los. Heute wohl ständig bergauf und dann die vielen km. Gab mir schon zu denken. Eine Zeitlang lag mein Blick auf dem riesigen Firmengelände der Papierfabrik am Ortsrand. Ein Stück entlang der N18, dann zweigt der Weg ab in eine schmale Teerstraße. Es geht leicht bergauf, vorbei an Oliven, Steineichen und Schafherden. Wieder bin ich allein unterwegs. Nicht mal Einheimische sehe ich in den nächsten Stunden. Dann kam ein saftiger Aufstieg. Dafür dann herrliche Ausblicke Richtung Tejo. Inmitten von Kiefernwäldern ging es auf und ab. Die Markierung war gut, heute sehe ich auch die blauen Markierungen, die entgegengesetzt nach Fatima weisen. 
Pause mache ich im etwas größeren Dorf Ort Cebolais de Clima. In der 1.Bar, gleichzeitig Minimarkt, lasse ich mich nieder. Wieder mal ein Gespräch mit Einheimischen, diesmal ein relativ junger Portugiese, derzeit auf Heimaturlaub, ansonsten arbeitet er in einem Hotel in der Schweiz. Erfahre, dass man heutzutage in die Schweiz oder nach Luxemburg geht um Geld zu verdienen.

Der weiterführende Weg entlang der Straße und einer Autobahn, Castelo Branco ist schon zu erahnen und am Horizont tun sich immer mehr Berge auf. Bin etwas erstaunt. eine Bergkette, zum Teil noch schneebedeckt. Ob das die Grenze zu Spanien ist? Ich trotte so vor mich hin, heiß ist es zudem aber irgendwann nach Durchschreiten eines Industriegebietes befinde ich mich in der Altstadt.
Ich komme direkt an der modernen Igreja de São Tiago vorbei, leider verschlossen.
Nach Einquartierung im preisgünstigen Hotel Império do Rei machte ich trotz müder Beine einen Rundgang durch diese sehenswerte Kleinstadt. Besonders eindrucksvoll ist der Jardim do Paco Episcopal, wohl eine der schönsten Gartenanlagen in Portugal. Viele Statuen der portugiesischen Könige, der Apostel und der Päpste sind zu sehen. Und natürlich gibt es auch ein Castelo. Autentisch sind die engen Gassen beim Aufstieg zum Castelo. 
Anmerkung: Die Bergregion im Zentrum Portugals im Umland von Castelo Branco wird regelmäßig von Waldbränden heimgesucht. Bei zwei Bränden im Sommer und im Herbst 2017 starben dort 106 Menschen.  Jetzt im Juli 2019 war die Feuerwehr  mit rund 1.800 Leuten und 400 Fahrzeugen im Einsatz.. Am gefährlichsten war die Lage in der Gemeinde Vila de Rei. Dort erstreckte sich das Feuer über 25 Kilometer.

Castelo Branco

Castelo Branco (port. für Weiße Festung) ist eine Stadt in Portugal. Sie ist Hauptstadt des Distriktes Castelo Branco, gehört zur Region Região Centro und zur Unterregion Beira Interior Sul. Sie hat 35.161 Einwohner.
Die vermutlich von den antiken Römern errichtete Festung wurde 1165 im Zuge der Reconquista von Portugal erobert und 1182 den Tempelrittern überlassen, die hier eine Burg errichteten (1230 fertiggestellt). Seine ersten Stadtrechte (Foral) erhielt der Ort 1213. Im Verlauf des 13. Jahrhunderts entwickelte sich der Ort, und wuchs über die Stadtmauern hinaus. König D. Afonso IV. ließ daher die Stadtmauern 1343 erweitern. Auch eine bedeutende jüdische Gemeinde lebte hier. König Manuel I. erneuerte die Stadtrechte 1510. Im Jahr 1535 wurde Castelo Branco erstmals zur Vila (Kleinstadt) erhoben. Der Ort wurde 1771 zur Stadt (Cidade) erhoben. Er wurde danach Bischofssitz, bevor die Diözese 1881 wieder aufgelöst wurde. Seit 1959 ist der Ort Sitz des gleichnamigen Distriktes. Im Jahr 2011 wurde die Rede de Judiarias gegründet, eine Vereinigung von Orten mit historisch bedeutenden jüdischen Gemeinden, zu denen Castelo Branco gehört.
Besonders sehenswert sind der Garten des Bischofpalastes – Jardim do Paco Episcopal, eines der originellsten Beispiele des Barock in Portugal und die Igreja de Sao Tiago. Vom ehemaligen Kastell „Castra Leuca“ ist nur noch eine Ruine erhalten.

21.5.2019 Castelo Branco – Lardosa, 21 km

Eine leichte Genusswanderung an diesem Tag bis Lardosa durch von der Landwirtschaft geprägtes Gebiet, meist auf Schotterwegen. Immer wieder bizarre Granitfelsen, dann vor dem Städtchen Alcains  die Ermida de Santa Apolónia mit Kapelle und schönem Brunnen. In Alcains Pause die ich nutze um das Treiben in dieser Kleinstadt zu beobachten.
Nachmittags geht es dann gestärkt bei allerdings gefühlten 30 Grad C weiter bis Lardosa. Aber ich bin heute nur mit Tagesrucksack unterwegs, weil ich von Lardosa mit dem Bus nach Castelo Branco zurückfahre und nochmals im Hotel Império do Rei übernachte.

Lardosa

Lardosa ist eine Gemeinde (Freguesia) im portugiesischen Kreis Castelo Branco. In ihr leben 959 Einwohner. Der Ort wird erstmals 882 schriftlich erwähnt. Es gibt Spuren römischer Besiedlung. Doch die Geschichte reicht bis vor die Bronzezeit zurück.

22.5.2019 Castelo Branco – Lardosa – Castelo Novo, 24 km

Mit dem Bus fuhr ich um 9 Uhr zunächst nach Lardosa. Nach ca. 2 Std. war ich bereits in Soalheira, damit war aber auch der flache Teil der heutigen Etappe zu Ende. Vor mir liegen Berge mit 500m Aufstieg. Deshalb stärkte ich mich vorher im Cravo Cafe mit Café com leite und einem Snack.
Weiter nach 1 km der Weiler Sao Fiel wo man am Colegio de Sao Fiel vorbeikommt passiert, welches wohl total leer steht. 
Der weitere Aufstieg war mühsam, aber der sandige Weg war gut begehbar. Es ist wieder heiß, ich dampfe entsprechend und bin bald durchgeweicht. Steile Anstieg setzen mir inzwischen gewaltig zu.  
Oben am Messpunkt Bandeira in der Serra da Gardunha angekommen (auf 905 Höhenmeter) kommt die Belohnung. Ein prächtiger Rundblick erwartet mich. Ca. ½ Std. genieße ich die Stimmung und die Ruhe.  Im Tal sehe ich vor mir tief unten das Tagesziel Castel Novo vor mit. Trotzdem benötige ich noch ca. 2 Std. für den Abstieg bis ins Dorf.  Ein Dorf wie ein Museum. Alles aus Granit gebaut. Als ich mich oben am Castelo niederlasse, werde ich von einem Einheimischen schnell in Beschlag genommen und gerne lasse ich mir von ihm das ganze Dorf zeigen. Es sind auch Tagestouristen zugegen die gerne zuhören. Meine Unterkunft (Casa de Castelo) entpuppt sich als ein Juwel. Und wie immer bin ich der einzige Gast.

Castelo Novo

Castelo Novo (neue Burg) ist eine Gemeinde (Freguesia) im portugiesischen Kreis Fundão, auf 700 m Höhe. In ihr leben 404 Einwohner Der Ort gehört zu den zwölf historischen Dörfern, den Aldeias Históricas. Seit der Jungsteinzeit besiedelt, sind nur wenige Spuren seiner späteren Bewohner geblieben, darunter steinerne Anlagen zur Wein- und Olivenölpresse aus dem 7. Jahrhundert, die auf römische Anlagen zurückgeht, möglicherweise auch arabischen oder erst westgotischen Ursprungs ist. Seit 1208 ist der Ort unter seinem heutigen Namen dokumentiert. Die gelegentlich verbreitete These, Gualdim Pais habe hier bestehende Festungsreste verstärkt und den heutigen Ort gegründet, ist nicht belegt. 1290 errichtete König D. Dinis die verfallende Burg neu. Der Christusorden hatte in seiner Frühphase zwischenzeitlich hier seinen Sitz. 1510 erneuerte König Manuel I. die Stadtrechte (Foral) des Ortes, nachdem er die Burganlagen erneuern ließ.
Die Hauptsehenswürdigkeit des ganz aus Granit erbauten Ortes ist der Platz vor dem Rathaus. Sehenswert sind auch der Schandpfahl (Pelourinho) und der Brunnen Chafariz da Bica. Unter den zahlreichen geschützten Baudenkmälern sind Sakralbauten, Herrenhäuser, Brunnenanlagen und der Bahnhof der Linha da Beira Baixa. Einige Herrenhäuser des Ortes sind nach Gründung der staatlichen Aldeias Históricas-Initiative in Einrichtungen des Turismo rural umgewandelt worden, etwa das denkmalgeschützte Haus Casa de São Mateus (auch Casa de Castelo Novo).

23.5.2019 Castelo Novo – Fundão, 15 km

Nach einem traumhaften und erholsamen Aufenthalt in den mittelalterlichen Gemäuern der Casa de Castelo waren sofort 500m Höhenunterschied zu bewältigen.  Wieder geht es in Serpentinen aufwärts auf großen Pflastersteinen einer alter Römerstrasse.  Wieder habe ich prächtiges Wetter und immer wieder locken Felsen und Aussichtspunkte zum Verweilen. Ist der Gipfel der Serra da Gardunha erreicht, eröffnet sich ein großartiges Panorama. Man sieht dann tief unten in der Ebene bereits Fundäo, wo das Anbaugebiet der Kirschen von Portugal beheimatet ist. Es ist eine sehr fruchtbare Gegend. Weiter nördlich ist auch schon Covilha auszumachen; die Stadt liegt auf einer Terrasse am Rande des nächsten Gebirges, der Serra de Estrela, des höchsten Gebirges in Portugal mit knapp 2000m.
Dann geht es abwärts über den Bergkamm in das am Berghang liegende Dorf Alcongosta. Die vielen Kirschbäume sind voller reifer Kirschen, überall wird geerntet und sehr schnell habe ich einen Blähbauch. Man kann einfach nicht widerstehen. Alcongosta gilt als die Kirschenhauptstadt
des Landes und nicht zu übersehen, selbst im Straßenpflaster hat man „Kirschen“ integriert.
Fundao war dann schnell erreicht, schließlich gings nur bergab, insgesamt 600 Höhenmeter.
Die Altstadt betritt man durch ein Santiagotor.
Quartier hatte ich im angenehmen Hotel Samasa Fundão. Beim Besichtigen der Stadt ist mir an 2 Kapellen aufgefallen, dass die Kanzel außen angebracht ist (z.B. Capela do Espírito Santo).
Im Holztonnengewölbe der Igreja Matriz ist auch S. Jacobus als Pilger abgebildet. Ich habe das Bild leider nicht entdeckt.

Fundão

Fundão ist eine Stadt in Portugal mit 9.268 Einwohnern, im vom Rio Zezere gebildeten fruchtbaren Hochtal Cova da Beira. Funde aus der Bronzezeit belegen eine Besiedlung seit der Castrokultur. Aus der Zeit der römischen Besatzung sind u. a. Villen und Wohnhäuser gefunden worden.
Der heutige Ort entstand vermutlich im Zusammenhang der Wiederbesiedlung des Gebietes im Verlauf der Reconquista und der Gründung des unabhängigen Königreich Portugals 1140. In den Erhebungen unter König D. Dinis im Jahr 1314 wird der Ort als größere Gemeinde geführt. Erst im Verlauf des 15. und insbesondere des 16. Jahrhunderts nimmt der Ort eine bedeutendere Entwicklung, als sich hier Juden, vor der spanischen Inquisition flüchtend, auch hier niederließen. In der Folge wuchs die Bevölkerung, und frühe Manufakturen entstanden. Die Einrichtung der Real Fábrica-Escola (königliche Fabrik und Schule) durch den Marquês de Pombal im 17. Jahrhundert markiert einen weiteren Entwicklungsschub des Ortes, insbesondere durch Textilindustrie und Wollverarbeitung. Das seit 1747 als Vila (Kleinstadt) geführte Fundão wurde im Jahre 1988 zur Cidade (Stadt) erhoben.
Zu den zahlreichen Baudenkmälern des Ortes zählen eine Vielzahl Sakralbauten, Herrenhäuser und Brunnenanlagen, dazu verschiedene historische öffentliche Gebäude. Das heutige Rathaus (Câmara Municipal) ist in der früheren Real Fábrica de Lanifícios do Fundão untergebracht, der vom Marquês de Pombal 1755 gegründeten Textil-Fabrik und -Schule. Auch der historische Ortskern als Ganzes steht unter Denkmalschutz.

24.5.2019 Fundäo – Covilha, 23 km

Der Beschreibung nach erwartete mich eine leichte Etappe. Aber große Hitze, eine Flußdurchquerung und ein strapaziöses auf und ab gehen ab Tortosendo einige km vor Covilha ließen entspanntes Laufen nicht zu. Doch immer wieder tolle Ausblicke, insbesondere auf die Höhen der Serra de Estrela (im Winter das Skigebiet von Portugal). Höhepunkt auf diesem Abschnitt ist der Aussichtspunkt bei der Mariensäule „Nossa Senhora da Conceicao“ .
Covilha selbst präsentiert sich als moderne Bergstadt, die auch eine Universität beheimatet.
Auffällig sind die vielen Personenaufzüge und die beeindruckenden Fußgängerbrücken, welche die Stadtteile verbinden.  Beim üblichen Stadtrundgang hat mir besonders die Capela românica de S. Martinho aus dem 12. Jahrhundert gefallen.
Abends im Hotel Solneve eine überraschende Begegnung mit einem deutschen Pilger namens Torsten. Nachdem er 6 Tage später als ich in VRSA gestartet ist, kann man sich vorstellen mit welchem Tempo er unterwegs ist. Dieses Rennen ist nichts für mich. Torsten ist mir übrigens schon mal im Jahr 2011 in Sevilla begegnet.  

Covilhã

Covilhã ist eine Stadt (Cidade) in Portugal, am südlichen Rand des Naturparks der Serra da Estrela, Einwohner ca. 51.000. Die Entstehung der Stadt Covilhã geht zurück auf eine prähistorische Siedlung der Castrokultur, die vermutlich als Unterschlupf lusitanischer Schäfer entstand. Die seit dem 2. Jahrhundert v. Chr. einfallenden Römer unterwarfen und romanisierten die Siedlung.
König D. Dinis ließ den Ort 1186 mit neuen Stadtmauern befestigen und gab ihm erste Stadtrechte. Covilhã blieb ein bedeutender Produktionsort für Wolle und Stoffe, und seine Bevölkerung wuchs. Im Zuge der Portugiesischen Entdeckungsfahrten ab 1415 waren die Steuereinnahmen und Produkte des Ortes von Bedeutung, und auch eine Vielzahl hiesiger Männer wurden für die Expansionsfahrten rekrutiert. Namen wie Pêro da Covilhã
oder der Kartograph Rui Faleiro waren maßgeblich an diesen Fahrten beteiligt.
Seine Bedeutung für die Wollstoffherstellung blieb durch die Jahrhunderte ein wesentlicher Faktor des Ortes. Zu nennen sind hier die 1681 gegründete Fabrik-Schule des Grafen von Ericeira, und die 1763 durch den absolutistisch-merkantilistischen Premierminister Marquês de Pombal geschaffene Real Fábrica dos Panos (Königliche Fabrik für Stoffe), heute Verwaltungssitz der Universität. Das dort eingerichtete Wollmuseum Museu de Lanifícios wird zu den bedeutendsten seiner Art in Europa gezählt. 1870 wurde die bisherige Kleinstadt (Vila) zur Stadt (Cidade) erhoben. Seit der Gründung der Universität Beira Interior im Jahr 1979 ist Covilhã zudem eine Universitätsstadt.

25.5.2019 Covilha – Belmonte, 22 km

Nach einem üppigen Frühstück im Hotel Solneve kann ich heute erneut entlang der gelben Pfeile laufen. Zuerst geht es über die einzigartigen Fußgängerbrücken hinaus aus der Stadt, dann bergab bis zum Dorf Canhoso. Ab hier erwartet einen bis Belmonte ein Laufen durch wunderschöne Landschaft. Höhepunkt unterwegs ist sicherlich die Ponte Romana über den Rio Zezere. Neben der Brücke ist ein kleines Haus, welches sich als Bar entpuppte und auch geöffnet war. Bier und Kaffee zusammen für 1,40€, man glaubt es nicht.
Entlang riesiger Obstplantagen (meist Pfirsiche) ging es weiter. Zum Glück oft im Schatten entlang des Bewuchses am Rio Zezere. Belmonte dann muss man sich mit 150 Höhenmeter Aufstieg erkämpfen. 

Nach Bezug des vorbestellten Zimmers im Altitude House und einiger Ruhezeit ging ich auf Entdeckungstour. Magisch wird man von der Burg angezogen die ich dann auch besichtigte.
Es war Samstag und deshalb waren auch viele Tagestouristen in der Stadt unterwegs.
 
Für mich war heute der Höhepunkt die Besichtigung der Igreja de Sao Tiago. Als Pilger ist der Eintritt frei. An der Rückwand der Kirche findet man ein gut erhaltenes Fresko aus dem 14.Jh. mit einem Apostel als Pilger. An der Kirchenfront steht über dem Eingang eine kleine Jakobusstatue.
Nach dem Abendessen (man konnte draußen sitzen) habe ich in meinem Übernachtungsquartier noch etwas Fußball geschaut und so ging ein weiterer schöner Tag zu Ende.
Belmonte ist eines der zwölf historischen Dörfer, den Aldeias Históricas de Portugal, und ist auch Teil der Rede de Judiarias, der Route der portugiesischen Judenviertel.  
Nicht unerwähnt soll bleiben, dass Belmonte der Geburtsort des bekannten Seefahrer Pedro Alvares Cabral ist.
Belmonte lädt ein zum Besichtigen, zum Verweilen und zum Nachdenken. 

Belmonte

Belmonte ist eine Kleinstadt (Vila) und ein Kreis (Concelho) in Portugal. Es gehört zu den zwölf historischen Dörfern, den Aldeias Históricas de Portugal, und ist Teil der Rede de Judiarias, der Route der portugiesischen Judenviertel.
Im Berggebiet unterhalb des Naturparks der Serra da Estrela gelegen, ist Belmonte etwa 25 km südlich von Guarda entfernt. Es liegt etwa 60 km nördlich der Distrikthauptstadt Castelo Branco.
Belmonte bekam das Stadtrecht im Jahre 1199 durch den zweiten König von Portugal Sancho I., den Besiedler („o povoador“). In dem kleinen Dorf
ist eine Burg, die über Jahrhunderte im Besitz der Familie Cabral war – siehe auch das Stadtwappen. Aus dieser Familie stammen Gonçalo Velho Cabral und Admiral Pedro Álvares Cabral (1467–1526), der um das Jahr 1500 mit seiner Flotte einen unbekannten Landstrich für den portugiesischen König in Besitz nahm – das spätere Brasilien. In einer kleinen Kapelle nahe der Burg befindet sich heute ein Grabdenkmal für Pedro Álvares Cabral.
Schon vor der Vertreibung der Juden aus Spanien 1492 durch die katholischen Könige siedelten sich viele Juden in den Grenzregionen im Norden Portugals an (Beira). Auf portugiesisch-sephardische Juden gingen entscheidende Fortschritte in der Astronomie, Kartografie, Kosmografie und Mathematik zurück. Sie ermöglichten so erst die großen portugiesischen Entdeckungen des 15. und 16. Jahrhunderts. Von ihrem Wissen profitierten dann die Projekte von Heinrich der Seefahrer, der Herzog von Viseu, Herr von Covilhã war. In Belmonte, Covilhã, Guarda, Trancoso und anderen Dörfern Nord-Portugals blühten die Gemeinschaften der portugiesischen Juden auf, sie hatten eine bedeutende Rolle und trugen entscheidend zur Entwicklung des Handels und der Wollindustrie der Serra da Estrela bei. In Belmonte hat sich bis heute eine der letzten kryptojüdischen Gemeinschaften der Iberischen Halbinsel erhalten – Juden, die während der Inquisition gewaltsam christianisiert wurden und dann im Verborgenen Teile ihres alten Glaubens weiter lebten. Seit 1989 ist die Gemeinde offiziell anerkannt.
Am 4. Dezember 1996 schließlich wurde die moderne Synagoge Bet Eliahu, gestiftet von reichen marokkanischen und nordamerikanischen Juden, in Belmonte eingeweiht. Seit 2005 steht im Ort zudem mit dem Museu Judaico de Belmonte das bedeutendste jüdische Museum Portugals Besuchern offen.
Am 17. März 2011 gründete sich die Rede de Judiarias de Portugal - Rotas de Sefarad, eine Vereinigung von Orten historischer jüdischer Gemeinden in Portugal, deren bedeutendster Ort Belmonte ist. Ziel ist der Erhalt der Gebäude, der Gegenstände und des Wissens um die jüdischen und kryptojüdischen Traditionen, und ein gemeinsames touristisches Angebot, um sie kennenzulernen.
Sehenswürdigkeiten:

  • Burg von Belmonte
  • Villa Centum Cellas (ca 1,5 km Richtung Guarda von der Stadt entfernt), die Ruine eines 22 Meter hohen, römischen Turmes, die dem Zinn-Händler „Lucius Caecilius“ in „Centum Cellae“ (heute Colmeal da Torre) als Wohnsitz diente und auch als Torre de São Cornélio bekannt Ist.
  • Pousada von Belmonte, im historischen Convento (Kloster) von Belmonte
  • Das Jüdische Museum in Belmonte, eröffnet am 17 April 2005
  • Die Neue Synagoge „Bet Eliahu“.
  • Die romanisch-gotische „Capela de Santiago“

26.5.2019 Belmonte – Guarda, 28 km

Hinaus zur Stadt geht es auf einem steinigen Pfad zur N18. Rechter Hand sieht man einen Torre Romana, welcher als Sehenswürdigkeit angepriesen wird, obwohl man nicht weiß wozu der Turm ursprünglich diente. Nach 1 km geht es weg von der N18 und es geht auf sandigem Geläuf weiter durch eine Weidelandschaft bis zum Dorf Vela. Auch ein großes verlassenes Landgut ist am Weg.

Einen Wasserlauf konnte ich artistisch überqueren. Normalerweise wäre Schuhe ausziehen angesagt gewesen.

Nach Vale wurde es hügeliger und also anstrengender, denn es war wieder heiß in dieser Bergwelt. . Im Bergdorf Albadeiros am Anstieg gelegen, leben nur noch alte Menschen, man sollte besser sagen die halten die Stellung. Es gibt Strom, Wasser aber sonst keinerlei Infrastruktur. Es kommen traumhaft schöne Ausblicke auf die Bergwelt der Serra de Estrela. Bald hätte ich den Abzweig zu den Windrädern übersehen. Man denkt man hat sie bald erreicht aber das dauert mit einigen Kurven und ansteigen noch ganz schön lange. Es wurde felsiger und leider wieder kahle Landschaft und Reste verbrannte Bäume.  Es ist eigentlich gut markiert, dennoch ist es angebracht, wegen der vielen Richtungswechsel aufzupassen

Dann überschreitet man die 1000m Marke, es ergibt sich ein 360 Grad Rundumblick. Überall blüht Ginster, ganze Berghänge leuchten gelb. Was für eine Stimmung. Mache viele Fotos, denn das muss festgehalten werden.

Dann im Dorf Vale de Estrela eine schöne Bar. Das halbe Dorf scheint dort versammelt zu sein, kein Wunder es ist ja Sonntag. Der Wirt bringt mir quasi unaufgefordert ein Bier. Man sieht mir wahrscheinlich die Strapazen nach Bewältigung von ca. 600 Höhenmeter an und vielleicht auch, dass ich gerne Bier trinke.

Ganz überraschend sitzen auch 2 deutsche Pilger in der Bar. Mutter und Sohn, beide wirken sehr sportlich.

Die Mutter schwächelt aber, hat Knieprobleme und erzählt mir, dass sie nach Guarda wohl abbrechen wird oder falls möglich mit dem Bus weiterfahren wird. Der Sohn will weitergehen.

Ich habe leider beide dann in der nächsten Zeit nicht mehr gesehen.

Jetzt gilt es nach der Stärkung noch 5 km bis Guarda hinter sich zu bringen. Nach den 2 Bierchen nicht ganz einfach.

Guarda liegt auf 1060m Meereshöhe und ist somit die höchst gelegene Stadt in Portugal.

Ich strebe zuerst das zentral gelegene und empfohlene Quartier Residencia Filipe an, um meinen Rucksack loszuwerden.

Auffällig sind in Guarda die stattlichen Granitsteingebäude, die sich im Zentrum der Altstadt erheben. Ganz im Mittelpunkt und von einem großen Platz umgeben ist die Kathedrale Sé aus dem 14. Jahrhundert (unbedingt besichtigen, innen Pilgerstempel). Sehenswert ist auch der Torre de Menagem, das einzige Überbleibsel eines Schlosses aus dem 12. Jahrhundert und man erkennt auch die Überreste einer Stadtmauer. Ein jüdisches Viertel gibt es auch.

Der Tag lasse ich zuerst in einer Bar, dann in einem Restaurant ausklingen und um 21 Uhr bin ich schon im verdienten Tiefschlaf.

Guarda

Guarda (Wache) ist eine Stadt (Cidade) in Portugal. Guarda liegt in der Serra da Estrela und ist die höchstgelegene Stadt (1.056 m) Portugals. Sie ist die namensgebende Hauptstadt des Distriktes Guarda. Guarda gehört zur Rede de Judiarias, der Vereinigung von Orten mit einer historisch bedeutenden jüdischen Gemeinde
Die keltiberischen Lusitanier lebten hier und widerstanden den römischen Invasoren lange, bis 139 v. Chr. der lustianische Anführer Viriatus durch eine List der Römer getötet wurde und der Widerstand zusammenbrach. Nach dem Zusammenbruch Roms war Guarda Teil des Westgotenreichs, in dem es seit dem 6. Jahrhundert Bischofssitz wurde. Nach dem Einfall der Mauren ab dem 8. Jahrhundert kam Guarda unter arabische Herrschaft, und wurde dem Verfall preisgegeben. Im Zuge der Reconquista erlangte das hochgelegene Guarda erstmals strategische Bedeutung. Es erhielt 1199 seine ersten Stadtrechte und wurde bedeutender Bischofssitz. Ein letztes Mal spielte Guarda eine wichtige Rolle in der Geschichte Portugals als Verteidigungsposten gegen die Vereinnahmungsversuche des Königreich Kastiliens und der folgenden Revolution von 1383, die in der Schlacht von Aljubarrota die Unabhängigkeit Portugals sicherstellte.
Zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten zählen die 1374 erbaute und ab 1550 von Jean de Rouen umgestaltete und erweiterte Kathedrale, die Stadtmauern und die Burg, die Kirche Igreja da Misericórdia, historische Ortskern und zahlreiche Baudenkmäler. In Guarda ist aus Zeiten seiner bedeutenden jüdischen Gemeinde zudem noch eine - längst anderweitig genutzte - alte sephardische Synagoge im alten Judenviertel zu sehen.
Als Sephardim bezeichnen sich die Juden und ihre Nachfahren, die bis zu ihrer Vertreibung 1492 und 1513 auf der Iberischen Halbinsel lebten. Nach ihrer Flucht ließen sich die Sepharden zum größten Teil in Siedlungsgebieten des Osmanischen Reiches (Bosnien) und in Nordwestafrika (Maghreb) nieder. Ein kleiner Teil siedelte sich auch in Nordeuropa an, insbesondere in den Seehandelsstädten der Niederlande (Amsterdam), und in Norddeutschland (Hamburg), aber auch in Frankreich (Bordeaux, Bayonne), in Italien (Livorno, Ferrara), in Amerika, Indien und Afrika. Ihre Kultur beruhte weiterhin auf der iberischen Kultur. Darin unterscheiden sich Sephardim von den mittel- und osteuropäisch geprägten Aschkenasim.
Das Museum Museu de Tecelagem dos Meios widmet sich der Geschichte der regionalen handwerklichen Textilherstellung, und im ehemaligen Bischofspalast steht Besuchern mit dem Museu da Guarda das Regional- und Stadtmuseum offen, u. a. mit archäologischen Exponaten. Die städtische Bibliothek ist die Biblioteca Municipal Eduardo Lourenço, und das städtische Theater Teatro Municipal da Guarda ist neben Schauspielhaus.auch ein Konzert aus für Fado, Weltmusik, Jazz, Klassik und Kleinkunst.

27.5.2019 Guarda bis Celorico da Beira, ca. 23 km

Bei Filipe gabs um 7 Uhr 30 Frühstück und dann geht es bei wolkenlosem Himmel und frischer Luft weiter. Noch 1 Foto von der Kathedrale im Morgenlicht, dann weiter aus der Altstadt heraus und schnell ist man auf einer alten Römerstraße die sich überraschend gut erhalten präsentiert. Noch ca. 2 km bleibt man auf der Höhe über 1000m, ist umgeben von großen Granitblöcken und blühendem Ginster und man hat eine prächtige Aussicht in dieser Bergwelt. Dann geht es allerdings auf der alten Römerstraße auf den nächsten 7 km in Serpentinen ca. 550 Höhenmeter steil bergab.  Konzentration ist erforderlich, obwohl es trocken ist, aber man muss auf den großen Trittsteinen bleiben. Nach einer verdienten Kaffeepause in Aldeie Vicosa und einem Plausch mit alten Männern unter einem schattigen Baum geht es (leider) wieder auf der alten Römerstraße steil bergauf bis man nach weiteren 4 km das Dorf Rapa erreicht. Es scheint ein fruchtbares Tal hier zu sein, Wein wird angebaut, von Kirchbäumen kann ich naschen und kleine Bewässerungskanäle in dem bergigen Gelände bewundern. Das Plätschern und Gurgeln des Wassers habe ich immer noch in den Ohren. Die Markierung ist heute sehr gut und so kann man sich treiben lassen und die abwechslungsreiche Landschaft geniessen. Eine weitere Rast mache ich in Fonte Arcade, einem ursprünglichen Dorf, alle Häuser aus Granit gebaut. Celorico, auf einer Anhöhe gelegen, erreicht man schließlich nach Überquerung der Autobahn A25. 

Celorico da Beira

Celorico da Beira ist eine Vila (Kleinstadt) und ein Kreis (Concelho) in Portugal.
Keltiberische Turdulen siedelten im Gebiet, wobei die unterschiedlichen Theorien der Historiker dabei von Zeiträumen ausgehen, die zwischen 500 v. Chr. bis zurück zu 2000 v. Chr. gehen. Nach der Eroberung des Gebietes durch die Römer verliefen verschiedene Römerstraßen durch das heutige Celorico da Beira, von denen einige Teile an verschiedenen Orten im Kreis erhalten geblieben sind. Im Zuge der Reconquista und der Unabhängigkeitsbemühungen Portugals gegenüber dem spanischen Nachbarn wurden verschiedene Festungen errichtet, wie Linhares, und die Besiedlung wurde vorangetrieben. Im weiteren Verlauf nahm die strategische Bedeutung des Gebietes wieder ab, mit Verlagerung der Reconquista nach Süden und der Konsolidierung des unabhängigen Königreichs Portugal nach dem Vertrag von Alcañices 1297. Erstmals erhielt Celorico da Beira Stadtrechte (Foral) nach seiner Rückeroberung von den Mauren im 12. Jahrhundert, jedoch ist kein genaues Datum überliefert. 1512 erneuerte König Manuel I. die Stadtrechte und erhob Celorico zur Vila, zur Kleinstadt mit besonderen Verwaltungsrechten.
Im Verlauf der Napoleonischen Kriege auf der Iberischen Halbinsel war Celorico mehrmals Schauplatz von Truppenbewegungen. So lagerten hier die französischen Einheiten unter Loison auf ihrem Rückzug von Lamego 1808. Im September 1810 standen die Truppen Massénas in Celorico, drei Monate bevor der spätere General Wellington das Gebiet erreichte. Im März stand Masséna ein letztes Mal in Celorico.
Das Käse- und Landwirtschaftsmuseum Museu do Agricultor e do Queijo steht Besuchern offen, ebenso die Burg Castelo de Celorico da Beira, die Igreja Matriz de Santa Maria und eine Vielzahl weiterer Baudenkmäler des Kreises.

28.5.2019 Celorico da Beira bis Trancoso, ca. 20 km

Nach einer ruhigen Übernachtung im Residencial Park erwartete mich wieder ein sonniger Pilgertag. Durch enge Gässchen und am Castelo vorbei verlässt man die kleine Stadt. Nach ca. 3 km kommt man zur Nekropole Sao Gens wo ich mich längere Zeit aufgehalten habe und einige der Grablegen fotografierte. Weiter ging es durch ursprüngliche Landschaft. Der Weg wird gepflegt, vor kurzem wurde auch gemäht und das Gestrüpp abgeschnitten. Nach einer kurzen Rast im Dorf Forno Telheiro ging es bergauf, ca. 400 Höhenmeter insgesamt bis Trancoso. Aber welche eine abwechslungsreiche Mittelgebirgslandschaft tut sich wieder auf. 
Nach Cardal begann ein steiler Anstieg. Es waren wieder ca. 400 Höhenmeter zu bewältigen. Oben ausgepumpt angekommen, aber dafür aber beeindruckende Felsformationen (Granit) und wieder so ein grandioser Rundblick. Immer wieder verschrecke ich sich sonnende Eidechsen und werde von Schmetterlingen umgarnt. Eigentlich logisch, dass ich auf einem Felsplateau eine längere Pause machte.
Und auch heute wieder wie meist, kein Mensch weit und breit.
Ca. 5 km vor Trancoso kommt man noch durch das ursprüngliche Dorf Fiães. Erreicht man dann das Ortsschild von Trancoso, hat man immer noch ca. 2 km bis zur Altstadt vor sich.
Man geht hinein in eine komplett von der Stadtmauer umgebene mittelalterlich Stadt mit vier Stadttoren.
Ich zog es vor, zuerst einmal den Rucksack loszuwerden und bezog ein Zimmer im preiswerten Hotel Dom Dinis. Danach war viel Zeit diese hübsche Stadt mit den erforderlichen Kaffee/Bierpausen zu erforschen. 
Anmerkung: Trancoso gehört zu den zwölf historischen Dörfern, den Aldeias Históricas de Portugal, und ist Teil der landesweiten Route historischer jüdischer Orte, der Rede de Judiarias.
Sehenswert ist neben der Stadtmauer auch das Castelo mit einem beeindruckenden
Bergfried. Schön ist der Hauptplatz des Ortes mit dem Pelhourinho an der Igreja de Sao Pedro.
Keltische Lusitaner siedelten hier, bevor ab dem 1. Jahrhundert die Römer das Gebiet besetzten. 711 eroberten dann die Mauren den Ort.

Trancoso

Trancoso ist eine Stadt (Cidade) und ein Kreis (Concelho) in Portugal mit 9.954 Einwohnern. Trancoso gehört zu den zwölf historischen Dörfern, den Aldeias Históricas de Portugal, und ist Teil der landesweiten Route historischer jüdischer Orte, der Rede de Judiarias.
Trancoso ist eine mittelalterliche Stadt, fast ganz von der Stadtmauer (4 Tore) umschlossen. In einer Ecke liegt das Castelo mit einem beeindruckenden Bergfried. Schön ist der Hauptplatz des Ortes mit dem Pelhourinho an der Igreja de Sao Pedro.
Keltische Lusitaner siedelten hier, bevor ab dem 1. Jahrhundert die Römer das Gebiet besetzten. 711 eroberten die Mauren den Ort und verstärkten seine Befestigungen. Zwischen 811 und 1160 wurden mindestens neun Schlachten um den Besitz von Trancoso geschlagen. Erstmals erhielt der Ort Stadtrechte (Foral) von Dom Afonso Henriques, der 1160 den Ort endgültig von den Arabern eroberte. Die Stadtrechte wurden 1207 von König D. Afonso II., 1391 von König D. João I., und 1510 von König D. Manuel I. bestätigt.[Der als Weissager in Portugal bekannt gewordene Schuhmacher und Volksdichter Gonçalo Anes Bandarra (1500 - 1556) stammte von hier.

29.5.2019 Trancoso bis Ponte do Abade, ca. 23 km

Ab Trancoso kommt der Pilgerweg Camino Torres dazu.  Der Camino Torres kommt von Salamanca und geht weiter über Lamego, Braga, Tui bis nach SdC. 
Wie sich später herausstellte, konnte ich eigentlich bis Lamego meist den gelben Pfeilen des Camino Torres folgen. Heute ging es meist leicht bergab, gerade zu Beginn der Etappe durch Schatten spendende Kiefernwälder. Dann aber auch wieder km-weite baumlose Flächen, hervorgerufen durch Waldbrände. Die Bäume die noch stehen sind zwar schwarz aber die Natur erholt sich sichtlich. Alles ist grün, der Ginster beginnt wieder zu wachsen. Unterwegs ein Marterl, wo auch aus Holz gefertigt Beinstümpfe deponiert waren. Bin nicht dahinter gekommen was das zu bedeuten hat.
Nach Ankunft in Ponte do Abade besuchte ich die Bar im Resicencial Seixeira, da ich den Hinweis hatte, dass die Betreiber lange in Deutschland gearbeitet hatten. So war es und ich konnte mich lange mit dem Wirt über alles Mögliche unterhalten.
Quartier nahm ich 2 km außerhalb im Restaurante Santo Estêvão, an der N229 gelegen.

Ponte do Abade

Ponte do Abade gehört zur Gemeinde Sequeiros. Der Bau der romanisch-gotischen Brücke wurde vom Abt des Klosters Sao Pedro das Aguias (als Vertreter des Abtes von Salzedas) in Auftrag gegeben, um eine direkte Anbindung zwischen Guarda und Celorico da Beira zum Kloster Salzedas und Lamego herzustellen.

30.5.2019 Ponte do Abade bis Moimenta da Beira, ca. 27 km

Von wegen ab 8 Uhr Frühstück, erst um 8 Uhr 30 hat sich etwas gerührt. Etwa auf 7 km bis Lapa mussten erst wieder einmal ca. 400 Höhenmeter bewältigt werden. Patschnass kam ich dann nach 2 Stunden in Lapa an. Lapa ist bekannt durch das interessante Marienheiligtum – Santuario Nossa Senhora da Lapa - dass es seit 1498 gibt. Es ist eine wohl einmalige Kirche, die um einen gewaltigen Granitfindling herum errichtet wurde. Nach einer ausgiebigen Besichtigung (auch einen Pilgerstempel konnte ich bekommen) war noch Zeit im kleinen Ort einen Kaffee zu trinken. 

Die Geschichte – entsprechend einer populären Legende – begann Mitte 982 als der maurische General Almanzor auf der Iberischen Halbinsel Christen verfolgte und martern ließ. Ordensleute, die auf der Flucht vor ihm waren, fanden Unterschlupf in einer Felshöhle. Sie behaupteten später, die mitgeführte Madonnenstatue habe sie gerettet.
Bis zum Jahr 1498 blieb die Statue verschollen. Dann fand der Legende zufolge das stumme Hirtenmädchen Joana die Madonnenstatue unter einem riesigen Felsen (Lapa) und brachte sie nach Hause. Die Mutter warf die Figur ins Feuer, worauf das Mädchen wie durch ein Wunder plötzlich sprechen konnte und protestierte. Auch der gelähmte Arm der Mutter wurde geheilt. So wurde die Madonna gerettet. Über dem Felsen wurde eine kleine Kirche für die Madonna errichtet. Zwar versuchte der Klerus, die Statue in die Pfarrkirche zu bringen, doch auf unerklärliche Weise fand die Madonna immer wieder den Weg zurück in die kleine Kapelle, in der die Marien-Statue seitdem von Pilgern aus aller Welt verehrt wird

Über kleine Nebenstraßen, Waldwege ging es gut zu gehen. Vor Lamosa wieder mal sehenswerte Felsformationen. Etwa 4 km vor Moimenta folgt der Weg wieder einmal einer alten Römerstraße. Bei dem Vorort Aldeia de Nacomba stößt man auf einen Kreuzweg. Hier am Abstieg nach Moimenta befinden sich auch einige schön gefasste Brunnen. 
Eine abwechslungsreiche Etappe geht am späten Nachmittag zu ende. Die von mir schon vorab reservierte Unterkunft Residencial Pico do Meio-Dia war einfach super.
Nachdem der historische Ortskern als Ganzes unter Denkmalschutz steht, lohnt sich ein Rundgang. Es gibt eine Reihe von Herrenhäusern, historische öffentliche Gebäude und eine Vielzahl Sakralbauten.

Lapa

Lapa mit dem interessanten Marienheiligtum – Santuario Nossa Senhora da Lapa - dass es seit 1498 gibt,
Es ist eine interessante Kirche, die um einen riessigen Granitfindling herum errichtet wurde.
Die Geschichte – entsprechend einer populären Legende – begann Mitte 982 als der maurische General Almanzor auf der Iberischen Halbinsel Christen verfolgte und martern ließ. Ordensleute, die auf der Flucht vor ihm waren, fanden Unterschlupf in einer Felshöhle. Sie behaupteten später, die mitgeführte Madonnenstatue habe sie gerettet.
Bis zum Jahr 1498 blieb die Statue verschollen. Dann fand der Legende zufolge das stumme Hirtenmädchen Joana die Madonnenstatue unter einem riesigen Felsen (Lapa) und brachte sie nach Hause. Die Mutter warf die Figur ins Feuer, worauf das Mädchen wie durch ein Wunder plötzlich sprechen konnte und protestierte. Auch der gelähmte Arm der Mutter wurde geheilt. So wurde die Madonna gerettet. Über dem Felsen wurde eine kleine Kirche für die Madonna errichtet. Zwar versuchte der Klerus, die Statue in die Pfarrkirche zu bringen, doch auf unerklärliche Weise fand die Madonna immer wieder den Weg zurück in die kleine Kapelle, in der die Marien-Statue seitdem von Pilgern aus aller Welt verehrt wird.

Moimenta da Beira

Moimenta da Beira ist eine Kleinstadt (Vila) und ein Kreis (Concelho) in Portugal mit 2.890 Einwohnern. Funde und Ausgrabungen belegen eine vorgeschichtliche Besiedlung des Gebietes. Im Verlauf der Reconquista bedingten die wechselnden Eroberungen durch Mauren und christliche Heere eine Entvölkerung der Gegend. Im Zusammenhang mit der neuentstandenen Grafschaft Portugal begann eine Neubesiedlung des Gebietes, in deren Folge auch der heutige Ort entstand. 1140 war der Ort bereits bekannt. Erste Stadtrechte erhielt Moimenta im Jahr 1189.
Mit Gründung des Frauen-Benediktiner-Klosters Convento Beneditino de Nossa Senhora da Purificação im 16. Jahrhundert nahm Moimenta einigen Aufschwung, bis das Kloster 1812 vom Bischof von Lamego wieder geschlossen wurde. Bereits die Zerstörungen durchziehender französischer Truppen im Verlauf der Napoleonischen Invasionen leiteten 1808 einen relativen Niedergang des Kreises ein. Mit den Verwaltungsreformen nach der Liberalen Revolution 1822 und dem folgenden Miguelistenkrieg wurde der Kreis von Moimenta da Beira deutlich erweitert.
Zu den Baudenkmälern im Kreis zählen eine Reihe von Herrenhäusern, historische öffentliche Gebäude und eine Vielzahl Sakralbauten. Auch der historische Ortskern als Ganzes steht unter Denkmalschutz.

31.5.2019 Moimenta da Beira bis Lamego

Bereits am Vortag hatte ich entschieden heute bis Lamego zu kommen. Die Douroregion zog mich magisch an und bereits in Moimenta war die Vegatation anders und erste Weinfelder zu sehen. 
Ich war gut drauf, zumindest jetzt früh am Tag, und so kam ich gut voran in der hügeligen Landschaft. In Granja Nova gab es die 1.kaffeepause und dann ging es bergab. Ich ging einen Umweg nach Salzedas um das ehemalige Zisterzienserkloster zu besuchen. Der Umweg lohnte sich nur teilweise. Die Klosterkirche konnte ich besichtigen, die Infostelle war noch zu und somit musste ich auf den speziell für Pilger angefertigten Pilgerstempel verzichten. Warten wollte ich auch nicht, da ich ja noch viele km vor mir hatte. 
Ich quälte mich dann nach Queimadela hoch (300 Höhenmeter und heiß) und wurde mit einer prächtigen Aussicht auf die Weinberge belohnt. Dann nahm ich den steilen Abstieg zum Barragem de Varosa in Angriff. Das Gelände ist durchaus al alpin zu bezeichnen. Es geht 400 Höhenmeter steil durch Weinberge hinunter. Weinlese ist hier absolute Handarbeit.
Bewundernswert ist unterhalb von Queimadela im kleinen Dorf Figueira der Brunnen S.Joao Batista.

Am Stausee konnte ich Pause machen und mich mit reifen Kirschen stärken. Nur im Schatten war es auszuhalten. Was noch folgte, waren 5 km zermürbender Aufstieg nach Lamego den ich dann doch irgendwie schaffte. Die Lebensgeister kamen zurück als ich bereits bei den ersten Häusern von Lamego auch ein Bar sichtete. Der Weg zur Innenstadt und zum Hotel Solar dos Pachecos war dann sichtlich leichter zu bewältigen. Besichtigt habe ich dann aufgrund meiner Müdigkeit an diesem Tag nichts mehr, aber der Flüssigkeitsbedarf war sehr hoch.

Lamego

Lamego ist eine Stadt (Cidade) und ein Kreis (Concelho) im Distrikt Viseu, wenige Kilometer südlich des Douro im Norden Portugals. Die Stadt ist Sitz eines katholischen Bistums. Sie ist Teil der Rede de Judiarias, einer Vereinigung von Orten mit einer historisch bedeutenden jüdischen Gemeinde.
Es gehört außerdem zum Weinbaugebiet Alto Douro, das 1756 das erste herkunftsgeschützte Weinbaugebiet der Welt wurde, und das seit 2001 zum UNESCO-Welterbe zählt.
Der Ort wurde vermutlich ursprünglich von keltiberischen Turdulen besiedelt, und existierte auch zur Römerzeit. Als der König des Westgotenreichs,
Rekkared I., zum Christentum übertrat, wurde in der Folge auch Lamego christlich. Erstmals wurde im Jahr 570 Lamego als Bischofssitz erwähnt, mit seinem Bischof Sardinário. Bis 621 prägte König Sisebut hier Münzen, was die damalige Bedeutung des Ortes unterstreicht. Die Araber eroberten Lamego im Zuge ihrer Landnahme im 8. Jahrhundert. Die Stadt fiel nach Ankunft der Reconquista mehrmals an die christlichen Eroberer und zurück an die Mauren, bis Ferdinand I. von León Lamego am 29. November 1057 definitiv einnahm. Die Stadt wurde erst 1071 wieder Bischofssitz. Der erste König von Portugal, Alfons I. wurde 1143 hier feierlich durch die Versammlung der Cortes (Stände) zu Lamego bestätigt. Alfons I. gab dem neuen Reich die so genannten „Grundgesetze von Lamego“ (1181) und nannte es „Portugal“ nach dem Namen der Grafschaft Portocale.
Während der Amtszeit des Bischofs Manuel de Noronha (1551–1564) begann eine rege Bautätigkeit, insbesondere der Wallfahrtsort Santuário de Nossa Senhora dos Remédios ist zu nennen. Im Verlauf des 17. und 18. Jahrhunderts entstanden dazu eine Reihe von Herrenhäuser, die vor allem von den im aufstrebenden Weinbau aktiven Familien errichtet wurden. Mit Gesetz vom 10. September 1756 schaffte der Marquês de Pombal dann die Companhia Geral da Agricultura das Vinhas do Alto Douro, die das Monopol über das Anbaugebiet des Alto Douro erhielt. Es war das erste geschützte Weinbaugebiet der Welt. In der Folge nahm die Region weiter Aufschwung, wovon auch Lamego stark profitierte.
Besonders sehenswert:

  • Der Schrein der Nossa Senhora dos Remédios, überbaut von einer Rokoko-Kapelle von 1761, befindet sich auf einer Anhöhe südwestlich der Stadt. Als Verlängerung der Hauptstraße Lamegos führt eine 686-stufige Doppeltreppe zur Wallfahrts-Kapelle.
  • Die gotische Kathedrale in der Stadt (Sè) ist die Hauptkirche des Bistums. Sie wurde im 16. und 17. Jahrhundert stark verändert.
  • Von der Burg über der Stadt ist noch der Bergfried aus dem 13. Jahrhundert erhalten.
  • Im ehemaligen Bischofspalast ist ein Museum eingerichtet.

01.06.2019 Lamego – Ruhetag

Ruhetag oder doch eher Besichtigungstag! Vormittags nahm ich mir ausreichend Zeit um zur Wallfahrtskirche Santuário de Nossa Senhora dos Remédios über die aufwändige 686-stufige Doppeltreppe hoch zu steigen.  Man könnte auch mit dem Auto oder Bus hochfahren.
Ich war gerade mit dem Besuch der Kirche fertig als gleich 4 Busse mit Touristen eintrafen, die vom Dourotal hochgefahren werden. In diesem Fall waren es unverkennbar Amerikaner. Flucht war somit angesagt.
Am Nachmittag dann Besichtigung der gotischen Kathedrale im Stadtzentrum (Sè). Sie ist die Hauptkirche des Bistums und wurde im 16. und 17. Jahrhundert stark verändert. Sehenswert auch der Kreuzgang. Viel Zeit genommen habe ich mir für den Aufstieg über mittelalterliche Gassen zur Burg über der Stadt. Überragt wird sie von einem Bergfried aus dem 13. Jahrhundert. Im ehemaligen Bischofspalast kann ein Museum besichtigt werden.
Am Fuß der Treppe zur Wallfahrtskirche befindet ein großer Park mit vielen Bars, Kaffees, ein idealer Ort um den Tag relaxt bei Wein und Abendessen ausklingen zu lassen.
Lamego ist auch ein Kreuzungspunkt verschiedener Jakobswege: Der schon beschriebene Camino Torres, der Caminho Português do Interior und mein beschriebener Weg.

2.6.2019 Lamego – Peso da Regia, ca. 17 km

Für portugiesische Verhältnis sehr früh um 7 Uhr 30 konnte ich frühstücken. Ich wollte auch Zeit haben die kurze Etappe zu gehen, hinunter nach Peso da Regia, ein bekannter Ort direkt am Douro gelegen. Ca. 600 Höhenmeter bergab, welche Dimensionen und Höhenunterschiede hier in der Douroregion. Ich folge dem Camino Torres und es geht auf steinigen alten Pfaden durch Weinberge stetig bergab. Dazwischen zum Naschen reife Kirschen. Ein Blick in die Hausgärten macht mich ein wenig neidisch. Was hier alles so wächst an Gemüse und erst die Blumenpracht. Wie mühselig ist es dazu vergleichsweise im nördlichen Oberfranken etwas zu schaffen.
Der Weg mündet nach Valdigem in einer Schlucht und man überquert eine mittelalterliche Ponte do Diabo (Teufelsbrücke) und später noch eine aufgelassene Eisenbahnbrücke.
Dann ist Peso schon in Sichtweite. Davon beflügelt nähere ich mich dem Douro. Am Douro fallen sofort 3 Brücken auf. Eine relativ neue Fußgängerbrücke, daneben eine alte Eisenbahnbrücke und gigantisch, etwas weiter weg, eine das Tal hoch überspannend die Autobahnbrücke der A24.
Sofort erkennt man wovon Peso lebt. Heute ist Sonntag und am Fluss ankern diverse Flußkreuzfahrtschiffe. Entsprechend lebendig geht es in der Stadt und insbesondere am Flußufer zu.
Das schöne Wetter tut ein Übriges.  
Bereits um 12 Uhr konnte ich ein Zimmer beziehen. Es ist schon wichtig, gleich mal den Rucksack loszuwerden. In einem winzigen Restaurant habe ich wieder einmal so lecker gegessen, den als Vorspeise gereichten, rafiniert angemachten Pulposalat werde ich nie vergessen. Man könnte fast vergessen, dass ich als Pilger unterwegs bin.  
Peso da Régua ist wohl das Zentrum des Weinbaugebiet Alto Douro, der ersten geschützten Weinbauregion der Welt, und das 2001 in das UNESCO-Welterbe aufgenommen wurde.
Die Eisenbahnlinie Linha do Douro gibt es seit 1878 und hat die Region sicher aufgewertet.
Unter Denkmalschutz stehen eine Reihe Kapellen und andere Sakralbauten, Brücken, Bürgerhäuser und verschiedene ehemalige öffentliche Gebäude. Der Bahnhof des Ortes gehört ebenfalls dazu.
Beindruckt haben mich die Azulejos in der Altstadt wo die Geschichte der Weinkultur am Douro erzählt wird. 

Peso da Régua

Peso da Régua ist eine Stadt (Cidade) und ein Kreis (Concelho) in Portugal mit 17.097 Einwohnern Es gehört zum Weinbaugebiet Alto Douro, der ersten geschützten Weinbauregion der Welt, und das 2001 in das UNESCO-Welterbe aufgenommen wurde.
Die archäologischen Ausgrabungen der Estação Arqueológica da Fonte do Milho belegen eine befestigte römische Siedlung hier. Das heutige Kreisgebiet wurde im Zuge der Eroberung durch Germanenstämme ab dem 5. Jahrhundert n.Chr. neu besiedelt. Es erlangte zunehmend Bedeutung als Handelsplatz durch seinen kleinen Verladehafen am Douro, insbesondere für den Wein der Region. König Sancho I. gab dem Ort Godim im 12. Jahrhundert Stadtrechte, zu dessen Gemeindegebiet auch der kleine Ort Peso gehörte.
Nachdem der merkantilistische Ministerpräsident Marques de Pombal im Jahr 1756 hier das erste geschützte Weinbaugebiet der Welt schuf, nahm der heutige Kreis Aufschwung. Mit Ankunft der Eisenbahnlinie Linha do Douro im Jahr 1878 beschleunigte sich das Wachstum des Ortes beträchtlich. 1985 wurde Peso da Régua zur Cidade (Stadt) erhoben.
Unter Denkmalschutz stehen eine Reihe Kapellen und andere Sakralbauten, Brücken, Bürgerhäuser und verschiedene ehemalige öffentliche Gebäude. Der Bahnhof des Ortes gehört ebenfalls dazu, wie auch der historische Ortskern als Ganzes. In der denkmalgeschützten Stadtvilla Palacete dos Barretos ist heute die Stadtbibliothek ansässig, die Biblioteca Municipal de Pêso da Régua.

3.6.2019 Peso da Regia bis Vila Real, ca. 26 km

Nach etwa 2 km wechselt man auf die ehemalige Eisenbahntrasse Linha do Gorgo. Die bis Vila Real fälligen 400 Höhenmeter erklimmt man somit fast unmerklich. Tunnel gibt es keine, aber nach ca. 4 km ist eine Mutprobe angesagt. Wenn man es sich zutraut, kann man auf einem 50 cm breiten Metallsteg neben dem Geländer die Brücke überqueren. Ich habe mich getraut, hatte aber ein mulmiges Gefühl in der Bauchgegend. Die Aussichten entlang der Trasse sind fabelhaft. Dörfer kleben oben am Hang, die Weinbauern sind im steilen Gelände am Arbeiten. Leider ist es heiß, doch immer wieder gibt es Quellen um das Wasser aufzufüllen. 
Schon ca. 15 km vor Vila Real sieht man den Viaduto do Corgo. Es ist eine 2796 Meter lange Schrägseilbrücke der A 4 Auto-Estrada Transmontana in Portugal. Sie ist mit einer maximalen Fahrbahnhöhe von 230 Metern die vierthöchste Autobahnbrücke Europas. Die Fertigstellung erfolgte im Jahr 2013 (wie man nachlesen kann). 
Der Weg geht unter diesem Monstrum hindurch weiter und nach weiteren 2 km erreicht man den früheren Bahnhof von Vila Real. Eeine kleine Brücke über den Rio Corgo führt hinein zur Altstadt. 
Die heutige Etappe hat trotz des sanften Anstiegs geschlaucht, meine Beine sind schlapp. Das lag an dem Geröll auf der ehemaligen Bahnlinie. Aber man ist nie so kaputt um nicht nach einer Dusche den üblichen Rundgang beim Etappenziel zu machen. 
Zu sehen ist eine interessante Alststadt mit viel Geschäftigkeit. Kleine Läden und Handwerksbetriebe bestimmen das Straßenbild.
Besichtigt habe ich noch die romanisch-gotische Se Catedral und auch die auf der Vorderseite ganz mit Azulejos verkleidete Igreja do Calvario und den Pranger vor der Kirche Sao Domingo.
Das in der Fußgängerzone gelegene Residencial Real ist eine ideale Unterkunft mit Bar/Cafe im Untergeschoss.

Vila Real

Vila Real ist eine Stadt in Portugal und Verwaltungssitz des gleichnamigen Distrikts. Sie liegt im Norden des Landes auf einem Bergplateau (ca. 460 m), umgeben von den Gebirgszügen des Marão und des Alvão. Die Altstadt wird begrenzt durch die Flüsse Corgo und Cabril. In Vila Real wird alljährlich das Motorradrennen Circuito de Vila Real veranstaltet.
Vermutlich wurde das Gebiet des heutigen Vila Real bereits in der Altsteinzeit besiedelt. Spuren der römischen Siedler können noch heute besichtigt werden (z.B. im Kloster Rupestre de Panóias). Mit dem Beginn der Völkerwanderung und dem Einfall arabischer Stämme entvölkerte sich jedoch das Gebiet. Im zwölften Jahrhundert wurde Constantim de Panóias vom Grafen D. Henrique damit beauftragt, die Verwaltung (und damit die erneute Besiedlung) zu übernehmen. Im Jahre 1289 gründete der portugiesische König Dom Dinis die Stadt „Vila Real de Panóias“, das heutige Vila Real. Die bevorzugte Lage der Stadt an den wichtigen Straßen Porto–Bragança und Viseu–Chaves garantierte ein kontinuierliches Wachstum. Ab dem 17. Jahrhundert ließen sich auch viele adlige Familien nieder, die der Altstadt ihr heute typisches Gesicht gaben.
Sehenswert sind das Geburtshaus von Diogo Cao, die romanisch-gotische Se Catedral, die auf der Vorderseite ganz mit Azulejos verkleidete Igreja do Calvario und der Pranger vor der Kirche Sao Domingo.

04.06.2019 Vila Real bis Bilhó, ca. 26 km

Schon gestern war zu erkennen, welch gewaltiger Berg sich hinter Vila Real auftürmt. Gleich zu Beginn der Etappe ging es steil bergan und es war auch noch der erste richtige Regentag auf meinem Weg. Nur schemenhaft sah ich, dass es schwarze Bäume gibt, also hat es auch hier mal gebrannt. Von der grandiosen Natur im Nationalpark do Alvão habe ich aufgrund des Regens und der Nebelschwaden zuerst einmal nichts mitbekommen. Aber es waren 10 km heftiger Aufstieg mit vielen kleinen Pausen. Erst nach Überschreiten der höchsten Stelle auf 1200m beim Stausee Barragem do Alvão bekamen die Wolken Lücken und der Regen ließ auch nach. Von nun an war es ein Höhenweg auf über 1000m bis kurz vor Bilhó. Es war jetzt eine Genusswanderung bei angenehmen Wetterbedingungen. Im kleinen Dorf Bobal bekam ich eine herzhafte Brotzeit in der Tasquinha da Alice. Erstmals sah ich auf den Weiden Barrosa-Rinder. Sie sind eine der kleinsten Rinderrassen der Welt mit besonders gewaltigen, ausladenden, lyraförmig geschwungenen Hörner von bis zu 75 cm Länge.  Die letzten 2 km bis zur Unterkunft Cafe Lopez legte ich wieder einmal auf einer (vermutlich) alten Römerstraße auf großen Steinplatten zurück. In der Ferne taucht bei freiem Blick immer wieder ein spitzer Bergkegel auf (näheres dazu sh. Nächste Etappe). Das Cafe Lopes Bilhó entpuppt sich als idealer Ort der Ruhe und des Entspannens mit schöner Aussicht auf die umliegenden Berge. Ich bin jetzt endgültig eingetaucht in die unverfälschte Welt in Nordportugal und werde bis Ourense in keinen größeren Ort mehr kommen.

05.06.2019 Bilho bis Cabeceiras de Basto, ca. 33 km

Es gab ein reichhaltiges Frühstück bei Senora Lopes. Und wie wenig mußte ich wieder einmal bezahlen. Gutes Wetter kündigte sich an, überall Nebel der sich schon lichtete. 
Mit viel Vorfreude ging ich los. Laut Beschreibung 14 km immer bergab (von 700 auf 200m). Im ersten Abschnitt wieder einmal durch Kiefernwälder. Überall hingen wieder mal Behälter um Harz aufzufangen. 
Nach Vila Cha kommt man zur Levada de Piscaredo, eine offene schmale Wasserleitung. Der weitere Weg ist auch als PR2 gekennzeichnet und führt dann 8,8 km nach Mondim de Basto. Ein gnadenlos schöner Weg am Hang mit vielen Schleifen und links im Tal rauscht ein ungezähmter Wildbach. Allerding waren Schuhe und Hosenbeine vom hohen nassen Gras am Pfad bald durchtränkt.  Hin und wieder gelingt ein Blick auf den von Wolken umgebenen spektakulären Kegelberg Monte Farina. 
Da die Strecke bis Mondim de Basto heute nur kurz war, erreichte ich schon gegen 12 Uhr den kleinen Ort. 
Im Posto de Turismo erhält man nicht nur einen schönen Pilgerstempel, sondern viele Infos zum Ort und zum Kloster auf dem Monte Farina. In der Igreja Matriz de Mondim de Basto entdeckte ich endlich mal wieder ein Jakobusabbildung, erkennbar an Stab und Kürbisflasche.
Nachmittags nahm ich dann noch die ca. 19 km bis Cabeceiras de Basto in Angriff. Wenig Höhenunterschiede, angenehme Temperaturen und gut begehbare Pfade und kleine Sträßchen sorgten dafür, dass ich schon gegen 17 Uhr dann in Cabeceiras ankam.  
Untergekommen bin ich im modernen Hotel Basto Vila Hotel, jedoch nicht ganz billig.
Im Zentrum besichtigte ich das den Ort dominierende Kloster Sao Migueal de Refojos de Basto (12. Jh.). Es ist ein Barockbau mit vielen Gebäudeteilen. Auffällig in der Kirche die vielen vergoldeten Altäre und da besonders der Hochaltar. Fotos habe ich von der Orgel gemacht, ebenfalls ein Meisterwerk der barocken Bildkunst. Im Gebäudetrakt ist auch das Rathaus untergebracht.
Zu beachten sind auch die schönen bunten Bürgerhäuser am Praca da Republica. 
Am Praça da República habe ich im Café Restaurante Cabeceirense gnadenlos günstig zu Abend gegessen (3-Gänge-Tagesmenue, Wein, Wasser, Kaffee für 8,50€). 

Mondim de Basto

Mondim de Basto ist ein Kreis (Concelho) und eine Vila (Kleinstadt) in Portugal mit 3.276 Einwohnern. Funde von Wallburgen (Castros) belegen eine Besiedlung durch Keltiberer, bis zur Einnahme des Gebietes durch die Römer unter Decimus Iunius Brutus Callaicus im 2. Jahrhundert v. Chr.
Nach einer ersten Verleihung von Stadtrechten (Foral) durch König Sancho I. erhielt der Ort 1514 erneuerte Stadtrechte durch Manuel I. Im 18. Jahrhundert wurde Mondim de Basto Sitz eines neuformierten Kreises, auf Grund seines regional bekannten Marktes, seiner relativ großen Gebäudezahl, und seiner überregionalen Bekanntheit als Lieferant von Leder, Schuhen und Gerbstoffen. Der Kreis gilt als strukturschwach. So war Mondim de Basto 2009 mit 616,70 Euro pro Kopf der Kreis mit dem niedrigsten Durchschnittslohn in Portugal. Schuh- und Textilindustrie, Holzverarbeitung und Steinbrüche stellen die wichtigsten Industriezweige des Kreises dar, zudem haben Handel, Verwaltung und soziale Einrichtungen in der Vila als Mittel- bis Oberzentrum Bedeutung. Landwirtschaft, Binnenfischerei und Forstwirtschaft sind weiterhin wichtig im Kreis.
Sehenswert sind die Wallfahrtskirche Igreja de Nossa Senhora da Graça und alle Herrenhäuser im Zentrum.

Cabeceiras de Basto

Cabeceiras de Basto ist eine Kleinstadt (Vila) in Portugal, ca. 700 Einwohner. Dolmen und andere Funde belegen eine vorgeschichtliche Besiedlung bis in die Castrokultur.
Castrokultur ist die alte archäologische Bezeichnung für die eisenzeitliche Kultur der nordwestlichen Iberischen Halbinsel vom Ende der Bronzezeit (1. Jahrtausend v. Chr.) bis ins 1. Jahrhundert vor Chr. Das charakteristischste und deshalb namensgebende Merkmal dieser Kultur, waren die auf Hügeln gelegenen und mit einem Wall befestigten Siedlungen, die als Castro (castrum) und Citânias bezeichnet werden. Plätze dieser Art fanden sich in einem Gebiet, das sich im Osten bis zum Río Cares und im Süden bis zum Duero erstreckt.
Ein Dolmen ist ein in der Regel aus großen, unbehauenen oder behauenen Steinblöcken errichtetes Bauwerk, das zumeist als Grabstätte diente. Dolmen sind die zahlenmäßig häufigsten Bauwerke der Megalithkultur. Sie waren ursprünglich regelmäßig von Hügeln aus Steinen oder Erde oder beidem bedeckt.
Der Begriff Megalithkultur beinhaltet drei Kriterien: ein Tumulus (Hügelgrab), lokale Begräbnisriten und „große Steine“, weitere Gemeinsamkeiten fehlen. Der Brauch, Tote in Großsteingräbern zu deponieren, entwickelte sich unabhängig voneinander in verschiedenen Teilen der Erde. Allerdings gibt es übergeordnete geistig-religiöse und soziologische Deutungsversuche.
Die betreffenden Bauwerke (Megalithanlagen) bestehen aus unbearbeiteten, später oder regional auch aus bearbeiteten Steinblöcken. Daneben finden sich aufgerichtete erratische Blöcke oder Steine, die ein Gewicht bis zu 350 t , in der Regel aber 15–20 t haben. Die Steinsetzungen aus Megalithen enthalten oft Tote oder deren Teile. Die Bauten beziehungsweise Steinsetzungen werden in Deutschland je nach Ausführung und vermutetem Verwendungszweck als Hünengräber, Dolmen, Ganggräber, Menhire, Steinkisten, Steinkreise oder Steinreihen bezeichnet.
Ein frühes, dem Erzengel Michael gewidmetes Kloster entstand hier, vermutlich nach Eintreffen der Sueben 406, oder ab 585 im Westgotenreich.
711 eroberten die Araber Kloster und Ortschaft und zerstörten sie dabei weitgehend. Cabeceiras de Basto wurde im Verlauf der Reconquista im 12. Jh. neu besiedelt. Ein neues Kloster entstand hier im frühen 12. Jh. und wurde Ziel zahlreicher Pilger, darunter bekannte Personen wie Inês de Castro oder Nuno Álvares Pereira, der hier 1376 heiratete. 1514 erhielt der Ort Stadtrechte durch König D. Manuel. Später erlangte Cabeceiras de Basto einige kulturelle Relevanz.
Eine verbreitete Erklärung des Ortsnamens geht auf die mutmaßlich Gründung durch hier eingetroffene Angehörige der Bastos (Bástulos oder Bastianos) zurück, einer Bevölkerungsgruppe aus Galicien, die 711 nach den Angriffen durch die Mauren vertrieben wurden. Tariq ibn Ziyad (Tarik) eroberte 711 das Westgotenreich, zu dem Cabeceiras de Basto gehörte, und zerstörte dabei die Ortschaft weitgehend.
Eine andere Erklärung sieht den Ursprung des Ortsnamens in der Zeit der Anwesenheit der Römer und dem lateinischen Begriff vastu oder aber pastu, in Bezugnahme auf die hiesigen Weideflächen. Cabeceiras ist in der Annahme aus dem lateinischen capitia und dem späteren Pluralsufix eiras entstanden, so dass der Ortsname ursprünglich in etwa „hervorragende reichhaltige Weiden“ bedeutet haben soll.
In der Bevölkerung war besonders die Erklärung des Ortsnamens anhand einer überlieferten Legende verbreitet. So soll der Mönchsritter Hermígio Romarigues, aus der Familie der Gründer des ersten Klosters São Miguel de Refojos de Basto stammend, den Ort 711 gegen die anstürmende Armee des Tarik verteidigt haben. Dazu soll er sich vor die Brücke zum Kloster gestellt und den Angreifern entgegenrufen haben: Até alí, por São Miguel, até alí, basto eu! (dt. etwa: „Bis hier her und nicht weiter, um des heiligen Michael willen, bis hier her und nicht weiter, dazu soll ich genügen!“).
Daraufhin sollen drei Anstürme der Araber erfolglos geblieben und der Mönchsritter fortan Basto (ich genüge) genannt worden sein. Die Granitstatue im Ort soll dieser Legende nach jenen Ritter „Basto“ darstellen. Die Granitstatue O Basto stammt ursprünglich vermutlich aus dem 1. Jh. v. Chr.

06.06.2019 Cabeceiras de Basto bis Salto/Venda Nova, ca. 27 km

Über Nacht zog ein Regengebiet auf. Und gleich sstolze 700 Höhenmeter auf den ersten 10 km. Kalt wars zudem. Aber eingehüllt in Regenkleidung und mit Treckingschirm habe ich mich hochgearbeitet und dann im ersten Dorf (Torrinheiras) gleich mal ausgeruht. Der Scheitelpunkt der heutigen Etappe war erreicht und mit weniger Anstrengung ging es weiter und ich musste mich nur noch vor dem böigen Wind und dem Regen schützen. Bei einem Cafe im Dorf Bagulhão kam wieder einmal ein längeres Gespräch mit einem Bauern zustande der einige Zeit in Deutschland arbeitete. Er erzählte von dem harten Los der Bauern hier in den Bergen (auf 900m Höhe) und von oftmals viel Schnee im Winter. Aufgrund der Witterung machte ich dann nochmals im größeren Dorf Salto eine längere Pause mit Kaffee.
Unterwegs präsentiert sich hier die Landschaft im satten Grün, überall sieht man die schon beschriebenen Barrosa-Rinder auf den Weiden. Ginster blüht und auch Orchideen sind zu sehen.  Leider verziehen sich die Wolken nicht und Regenschauer begleiten mich bis zum Tagesziel in Venda Nova.
Kurz vor Venda Nova kommt man bei einer kleinen Kapelle (ohne Bezeichnung) vorbei. Von diesem Punkt hat man bei gutem Wetter einen tollen Ausblick auf den Stausee Albufeira da Venda Nova. Dann noch 2 km entlang des Stausees zum Hotel São Cristóvão wo ich den leider verregneten Tag ausklingen ließ.

Salto

Salto ist eine Gemeinde (Freguesia) im portugiesischen Kreis (Concelho) von Montalegre. In ihr leben 1.490 Einwohner.
Venda Nova ist eine Gemeinde (Freguesia) im portugiesischen Kreis Montalegre. In ihr leben 262 Einwohner.
Erstmals erwähnt wurde der Ort im späten 6. Jahrhundert, als christliche Gemeinde unter den Sueben. D. Afonso Henriques ließ in Salto 1136 eine Herberge für Pilger errichten. D. Pedro I., dessen Episode mit Inês de Castro tief im Bewusstsein des Landes verankert ist, gab Salto 1360 an das Kloster Santa Senhorinha de Basto.
Die Bezeichnung Sueben bezieht sich auf eine germanische Stammesgruppe, die einst im Nordosten der Magna Germania an der Ostsee bis zu den deutschen Mittelgebirgen lebte. In römischen Quellen wurde nach den Sueben die Ostsee als „Mare Suebicum“ benannt. In den Quellen verliert sich die Spur der Sueben im 2. Jahrhundert, bevor ihr Name in späteren Quellen wieder auftaucht. Sie nahmen an der sogenannten Völkerwanderung teil und Teile von ihnen gelangten bis auf die Iberische Halbinsel. Suebenstämme: Langobarden, Hermunduren, Markomannen, Semnonen, Vanniadische Sueben, Alamannen, Warnen
Die Gemeindekirche Igreja Paroquial de Salto (Igreja de Nossa Senhora do Pranto) aus Granit steht unter Denkmalschutz.
Granite (von lat. granum „Korn“) sind massige und relativ grobkristalline magmatische Tiefengesteine, die reich an Quarz und Feldspaten sind, aber auch dunkle Minerale, zum Beispiel Glimmer, enthalten. Granite entstehen durch die Erstarrung von Gesteinsschmelzen (Magma) innerhalb der Erdkruste, meistens in einer Tiefe von mehr als zwei Kilometern unter der Erdoberfläche. Im Gegensatz dazu stehen die vulkanischen Gesteine, bei denen das Magma bis an die Erdoberfläche dringt. Granit ist deshalb ein Tiefengestein (Fachausdruck: Plutonit).
In einem kleinen, alten Herrenhaus (Casa do Capitão) ist eine Niederlassung des ökologischen Museums Ecomuseu de Barroso von Montalegre untergebracht, das sich u. a. mit dem Ökosystem der Serra de Barroso, traditionellen Handwerksberufen des Kreises, und der Geschichte der Wolfram-Minen von Borralha beschäftigt.
Wolfram ist ein weißglänzendes, in reinem Zustand sprödes Schwermetall hoher Dichte. Es besitzt von allen reinen Metallen den höchsten Schmelzpunkt und den zweithöchsten Siedepunkt. Seine bekannteste Verwendung ist daher die Glühwendel in Glühlampen.

07.06.2019 Salto/Venda Nova bis Paradela do Rio, ca. 20 km

Als Pilger oder Wanderer will man natürlich möglichst früh starten. Doch zur angekündigten Frühstückszeit um 8 Uhr rührte sich überhaupt nichts. Erst gegen 8 Uhr 30 kam die Besitzerin mürrisch mit Brötchen. Ich versuchte trotzdem freundlich zu bleiben. Es war eben auch nichts los. War wohl der einzige Gast in dem großen Hotel mit ca. 30 Zimmer. Aber die Sonne war wieder da und Wolkenfetzen umrandeten die schon sichtbaren zackigen Berge der Serra do Geres, welche mir gestern noch verborgen blieben. Einige km ging es zunächst weiter am Stausee Albufeira da Venda Nova entlang.
Bei Sao Fins überquert man auf einer Brücke den Stausee und kommt nach einem kurzen Anstieg ins Dorf Currais. Hier fallen mir das erste Mal mehrere dieser Getreidespeicher auf wie man sie von Galicien her kennt. Und sieh an, wieder einmal geht es auf einer alten, sehr gut erhalten Römerstraße immer weiter bergauf (lt. Unterlage ein Rest der Via Romana XVII zwischen Braga und Astorga). 
In Sacuzelo kurze Rast auf einem Podest, wo die Dorfbewohner wohl vor kurzem eine Jakobsfigur aufgestellt haben. Alte schwarz gekleidete Frauen sind unterwegs, von ihren Hunden begleitet, mit einer Harke ausgestattet um die Rinnsale und kleinen Wasserkanäle nach den starken gestrigen Regenfällen zu säubern. Ein archaischer Anblick. Nach weiteren 2-3 km bin ich auf einem Höhenrücken und wieder einmal von der sich auftuenden Aussicht überwältigt. Parallel zum Weg verläuft tief eingeschnitten das Tal des Rio Cavado und der Blick gerade aus geht direkt zum Gebirge der Serra do Geres.
Ein idealer Ort für die Mittagspause und ich legte mich eine halbe Stunde in die Sonne. 
Die permanenten Anstiege haben mich schon wieder auf über 1000m gebracht.
An einem baumlosen Granitberg angelehnt läuft man auf das Dorf Ponteira zu. Da die Gegend baumlos ist und nur Viehweiden vorherrschen bilden die vielen aufgetürmten Granitfelsen ein eigentümliches Bild. Das Dorf habe ich besichtigt. Eng kauern sich die Häuser (alle aus Granit, unverputzt) aneinander und ein kleines dunkles Cafe mit überdimensionalem Fernseher gab es natürlich auch.
Bei dem Abstieg zum Fuß des Dorfes Paradela do Rio überrascht mich ein Regenschauer aus einer Gewitterwolke. Um in Paradela do Rio mein Quartier zu erreichen mussten nochmals 150 Höhenmeter geschafft werden. Nicht vorbeigekommen bin ich an der Bar Cafe Benfica um mich zuerst einmal zu stärken. Junge Leute kümmern sich um die Bar, die gleichzeitig ein kleiner Krämerladen ist und wohl den Dorfmittelpunkt bildet. Immer wieder kamen meist einheimische Männer vorbei um an der Theke schnell ein Bier zu trinken.
Noch weiter oben am Berg war meine reservierte Unterkunft (Residencial Sol Rio), wo ich ein schönes Zimmer mit Blick auf den Stausee bekam. Besonders wegen der Herzlichkeit der englischsprachigen Besitzerin ist es eine sehr empfehlenswerte Unterkunft. Wieder einmal war ich der einzige Übernachtungsgast und das im Juni. 
Der Stausee wurde gerade wieder angestaut, offenbar wurde die Staumauer repariert. Teilweise sind noch Baugerüste aufgebaut.

Paradela

Paradela liegt am Eingang des Parque Nacional da Peneda-Geres, dem ersten und bisher einzigen Nationalpark Portugals. Das Gebiet umfasst windumtoste karstige kahle Höhen, dichte Wälder, steile Felsschluchten, Bäche und Wasserfälle. Es herrscht eine vielfältige Flora. Auch die Tierwelt ist sehr artenreich. Hier hat der Iberische Wolf sein letztes Refugium und es finden sich frei galopppierende Garrano-Wildpferde.
So einsam es auch ist – zahlreiche Fundstätten weisen das Gebiet als uralten Siedlungsraum aus. Aus dem 3. Jh. v. Chr. sind einige Dolmen erhalten.
Es wurden auch div. keltische Siedlungen freigelegt. Sicher ist, dass die Kelten in Ponteira Amethyste abbauten. Es wurden dort zahlreiche Schmuckstücke gefunden. Auch Spuren der Römer sind im Nationalpark zu finden.

08.06.2019 Paradela do Rio bis Tourem, ca. 27 km

Das Wetter war wieder herrlich und so kam ich oberhalb des Stausees schnell nach Outeiro wo gerade die Kühe auf die Weide getrieben wurden.  An einem schönen Brunnen und einem Kreuz vorbei geht es wieder einmal steil bergan und im nächsten Dorf Paredes knackt man schon wieder die 1000m Grenze. Paredes mit den alten Granithäuserm den vielen Getreidespeicher wirkt sehr ursprünglich. 
Nach Paredes geht es sanft weiter hinauf in eine freie Landschaft hinein. Aber die blühenden Ginsterbüsche bereichern diese baumlose Gegend im Parque Nacional Peneda-Gerês. Auf 1200 m  Höhe ist der Scheitelpunkt, bevor man in das hochgelegene Dorf Pitoes das Junas kommt.
Es war Samstag und so spürte ich das erste Mal, dass auch Tagestouristen (auch aus Spanien herüber, die Grenze ist nah) diesen ursprünglichen Ort aufsuchen. Enge Gassen durchziehen den Ort, es riecht nach Mist und, auch einige Restaurants gibt es. Es war Mittagszeit und ich bin schwach geworden und im Restaurant Dom Pedro Pitões gelandet. Ich aß die angebotenen Rippchen, bekam eine große Portion die über den Tellerand hinausragte, dazu eine Flasche Rotwein.
Außer mir viele spanische Ausflügler, denn aus Spanien kommt ein schmales Sträßchen herauf in dieses Grenzdorf, welches von kahlen bizarren Bergrücken umgeben ist. 
Komischerweise oder eher glücklicherweise habe ich die Unmenge Rotwein gut verkraftet und bin die restlichen 12 km bis Tourem, dem heutigen Ziel angegangen. Nach ca. 4 km habe ich die spanische Grenze überschritten und nach weiteren 2 km den höchsten Punkt der heutigen Etappe mit knapp 1300 m erreicht. Da oben steht eine leider verlassen wirkendende und verwahrloste Schutzhütte (mit EU-Mitteln 2012 errichtet). Es ist nicht die erste Baumaßnahme auf diesen Weg wo die Geldverschwendung von EU-Mitteln ersichtlich ist. 
Aber man wird entlohnt. Ein weiter Blick nach Galicien tut sich auf und ich verweile da gerne einige Zeit. Nach Tourem, ein kleiner Ort welcher wieder in Portugal liegt geht es problemlos ca. 400 Höhenmeter bergab.
Zunächst über freie Flächen mit Blick auf den spanischen Stausee Albufeira de Salas. Später durch dichtes Gestrüpp nach Tourem, dem letzten portugiesischen Etappenziel auf diesem Weg. 
Um 18 Uhr bin ich in der Unterkunft Casa dos Bragancas, welche sich als ein Juwel entpuppt. Es ist ein wunderschönes, renoviertes Gehöft mit einem großen Innenhof und einer ganz herzlichen Besitzerin. Sie hat mir alle Zimmer gezeigt, eines schöner als das andere. 
Sowohl die Casa als auch der kleine Ort gleichen einem Museum.  Uralte Häuser aus Granit sind zu sehen, ein alter Backofen ist mit Granitplatten gedeckt. Man fühlt sich in eine andere Welt versetzt.
Im kleinen Cafe Paris landete ich nach einem Rundgang im Dorf und hatte wieder mal Kontakt zu alten Männern mit Deutschlanderfahrung.
Gegen 20 Uhr bekam ich ein Abendessen in der Casa, wobei ich von 3 einheimischen Frauen umringt war. Eine lustige Verständigung ohne Sprachkenntnisse beiderseits kam mithilfe meiner App Google-Übersetzer zustande.

Tourém

Tourém liegt am nördlichen Rand des Nationalpark Peneda-Gerês. Im Ort ist eine Niederlassung des ökologischen Museums Ecomuseu de Barroso aus Montalegre eingerichtet, die sich mit dem Schmuggel, politischen Flüchtlingen, und anderen historischen Episoden des Grenzortes beschäftigt.
Die Burgruinen des Castelo da Piconha, der alte Gemeinschaftsofen und die Kirche des Ortes sind weitere Sehenswürdigkeiten des Ortes.
Der Nationalpark Peneda-Gerês (Parque Nacional da Peneda-Gerês), auch einfach als Gerês bekannt, ist der einzige Nationalpark Portugals. Unter nationaler und internationaler Anteilnahme wurde der Park wurde am 8. Mai 1971 gegründet, um Boden, Wasser, Flora, Fauna und Landschaft zu schützen und zu erhalten. Bildung und Tourismus sind ebenfalls Ziele des Parks. Seit 2009 ist der Nationalpark geschütztes Biosphärenreservat der UNESCO.
Der hufeisenförmige Park umschließt die namengebenden Gebirgskämme (Serras) da Peneda und do Gerês, sowie die Serra do Soajo und da Amarela. Die höchsten Gipfel sind Peneda (1.373 m), Nevosa (1.545 m) und Altar dos Cabrões (1.538 m), die an der spanischen Grenze liegen (Serra do Xurés). Weitere Berge sind Giesto (1.337 m), Outeiro Alvo (.1314 m), Pedrara (1.416 m), Lourica (1.355 m), Borrageiro (1.433 m) und Fornos da Fonte Fria (.1456 m). Die Grenze des Parks zu Spanien ist 80 km lang.
Die große Anzahl von Bächen, Wasserfällen, Berg- und Stauseen macht den immergrünen Park zu einem der schönsten der iberischen Halbinsel. Mehrere Flüsse durchkreuzen ihn: Cávado, Lima, Homem, Rabagão, Castro Laboreiro und Arado.
Zu jedem der Dörfer im Hochland gehört auch Ackerland. Es ist in Anbetracht der gebirgigen Landschaft terrassenförmig gebaut, um das karge Land besser nutzen zu können. Viele traditionelle Häuser sind mit Granitwänden und Reetdächern ausgestattet. Sie geben der Landschaft und einigen der abgelegenen Dörfern wie Pitões das Júnias und Ermida ihren besonderen Reiz.

09.06.2019 Tourem bis Bande (Spanien), ca. 30 km

Gegen 9 Uhr nach einem üppigen Frühstück machte ich mich nunmehr auf nach Spanien. Der Fluss Rio Salas wird überquert und nach 1 km ist man in Spanien angekommen, wobei nur Infoschilder die Grenze markieren.  In Calvos de Randin (erstes Dorf Ort in Spanien – Galizien) kurze Kaffeepause im ersten Cafe. Beim Weitergehen ruft mir plötzlich eine Frau hinterher, überraschend in deutscher Sprache und fragt mich „Sind sie ein deutscher Pilger“?  Daraufhin ging ich zurück und es stellte sich heraus, dass die Frau die Betreiberin eines 2. Cafes ist, welcher unmittelbar an das erste Cafe angrenzt.
Bei noch einem Cappuccino erzählte sie mir, dass die ganze Familie nach vielen Jahren in Deutschland vor einiger Zeit nach Spanien in den Heimatort ihrer Mutter zurückgekehrt ist. Schon mehrfach hatten sie Kontakt mit Pilgern, wobei sich einige verlaufen hatten. Auch sei die Familie weit und breit die einzige mit deutschen Sprachkenntnissen. Sie sind pilgerfreundlich eingestellt und hätten es also gerne, dass ihre Adresse als Kontakt und Übernachtungsmöglichkeit in dem Pilgerführer von Outdoor aufgenommen wird. Aufgrund meines Kontaktes zum Autor des Buches, Herman Hass, konnte ich vermitteln und inzwischen ist diese Adresse aufgenommen worden.
Vor lauter Quatschen versäumte ich es dann im Ort zur Igrexa de Santiago zu gehen wo eine Jakobusfigur an der Kirchenfront zu sehen ist. Das ärgert mich heute noch.
Nach weiteren 3 km sieht man bereits tief unten einen weiteren Stausee „Embalse de las Conchas“. 
Beim Abstieg habe ich dann den vorgeschlagenen Weg verloren bin aber dank Google Map trotzdem an den Stausee gekommen. Es war heiß geworden und nur im Schatten konnte man pausieren. 
Man kann bis Bande weiter die Straße nützen, ich bin aber einen Teil auf dem „Camino Natural“ gegangen welcher durch kleine Dörfer, Hohlwege und Heide- und Ginsterlandschaft geht. 
Kurz vor Bande bin ich auf die Straße zurück, weil mich dieser Weg ziemlich geschlaucht hatte und
habe dann Bande gegen 17 Uhr erreicht. Es war Sonntag und Bande wirkte zu diesem Zeitpunkt wie ausgestorben. Die Adresse der Jugendherberge entpuppte sich als Fake. In einer Bar hat man mir aber geholfen. Ich wurde dann sogar von einer Frau, welche von ihrer Tochter begleitet wurde, abgeholt und zur Jugendherberge gebracht. Die Unterkunft ist Teil eines Schul- und Turnhallenkomplexes etwas oberhalb des Zentrums. Die Frau vermittelte mir auch eine Reservierung in einer Bar, wo ich ein kräftiges Abendessen bekam. Es war köstlich und sättigend, außerdem saß ich inmitten fußballbegeistert Spanier die an großen Bildschirmen ein Spiel der spanischen 1.Liga verfolgten. 

Bande

Bande hat als Ort nur wenig zu bieten. Sehenswert ist die kleine Kirche Santa Comba de Bande, ein Juwel westgotischer Kirchenbaukunst, mit beeindruckenden Fresken, um 675 erbaut und im 9. Jh. erweitert/restauriert.

10.06.2019 Bande (Spanien) bis Merca (Celanova) , ca. 29 km

Heute Morgen war es bitterkalt. Um den Gefrierpunkt herum. Schon gestern in der Bar erzählten die Männer, dass die Kartoffelblüten erfroren sind.  Schlimm ist das für die Einheimischen hier, außer Kartoffeln und Mais wird hier auf 800-1000m Höhe nichts angebaut. Zum Glück und zum Aufheizen fand ich einen Bäcker wo ich Frühstücken konnte. Früh wars tatsächlich echt kalt, hat auch mit der Zeitumstellung zu tun. Dann war Aufsteigen angesagt. Ca 45 Min. ziemlich steil. So allmählich wird’s auch wärmer und der Weg bis Celanova entpuppt sich als Traumpfad. Es ist ein historischer Pilgerweg und nennt sich Ruta de la Rainha Santa. Diese verwitwete Königin Elisabeth soll sich 1325 von hier auf die Pilgerreise nach Santiago de Compostela begeben haben. In späteren Jahren dann nochmals. Sie wurde im Pilgergewand in Coimbra im Kloster Santa Clara bestattet. 
Unterwegs immer wieder etwas Wald, dann viel Ginster, finstere Hohlwege und auch einige kleine Kirchen stehen am Weg (z.B. Capilla de Gontán).
Vor Celanova hat man auf einer Anhöhe einen schönen Blick auf die grüne Landschaft. Ourense ist schon zu erahnen, aber noch nicht zu sehen.
In Celanova dominiert die Kirche San Salvador mit dem dazugehörigem Benediktinerkloster. In der Kirche reitet laut Buch, über dem Hauptaltar ganz oben, Santiago auf einem feurigen Ross. 
Die Kirche gehört zum 936 gegründeten Benediktinerkloster. Leider konnte ich die Kirche nicht besichtigen. Gleiches gilt für den Kreuzgang, den kann man erst nach 16 Uhr anschauen, weil eine Schule im Gebäudetrakt untergebracht. Aber ich wollte ja noch 11 km weiter gehen.
Nach Merca mußte ich mich etwas quälen, da viel auf Asphalt und Pflaster zu gehen war.
Gegen 17 Uhr 30 erreichte ich endlich Merca und die empfohlene Unterkunft Casa Conde. 
Die Unterkunft ist wieder einmal sehr nett, aus meinem Zimmerfenster konnte ich direkt auf sehr viele Kornspeicher sehen (Maistrockenanlagen). Es sind angeblich 35, die größte Ansammlung von ganz Spanien (werden hier als Canostros bezeichnet).  Und wieder einmal gab es ein üppiges Abendessen. Aber auf Fußballschauen beim Essen wollten die anderen Gäste auch hier nicht verzichten.  

Celanova

Celanova, Bedeutende Kirche: Iglesia de San Salvador am Plaza Mayor. Die Kirche gehört zum 936 gegründeten Benediktinerkloster.
Prachtvolle barocken Ausstattung. Links über dem Hauptaltar reitet Santiago auf einem feurigen Pferd. Leider kann man den Kreuzgang etc. erst nach 16 Uhr anschauen, da eine Schule im Gebäude untergebracht ist.

Merca/ A Mezquita

Merca/ A Mezquita Dort gibt es auf dem Weg nach Ourense eine wunderschöne romanische Kirche – Iglesia San Pedro A Mezquita – aus dem 12. Jh. zu bewundern. Eine prächtige Kirche mit einzigartigen Figurenschmuck an der Fassade. 

11.06.2019 Merca (Celanova) bis Ourense, ca. 18 km

Nach einer ruhigen Nacht und einem ordentlichen Frühstück machte ich mich auf den Weg.
In San Pedro de A Mezquita ging ich zu der von Hermann Hass empfohlenen romanische Kirche San Pedro aus dem 13.Jh. Sie wirkt sehr schlank und hoch. Eine Frau im Nebenhaus die den Schlüssel haben soll war leider nicht erreichbar. Also wieder mal eine Kirche nur von außen bewundern. 
In Richtung Ourense nimmt die Bebauung zu, immer wieder kleine Dörfer mit Neubaugebiet und, was mir heute recht ist, immer wieder auch eine Bar oder Cafe zum Verweilen. Ich habe es nicht eilig heute. So 10 km vor Ourense ist die Stadt bereits von einer Anhöhe zu sehen. 
Vor der Stadt noch ein Kleinod, die Pilgerkapelle „Capilla de San Roque“, wo ich durch die Vergitterung den kleinen Altar mit dem Heiligen Rochus fotografieren konnte. 
Über den Camino Romano geht es hinunter zum Fluss Rio Minho der durch Ourense fließt. Bald ist man dann in der Innenstadt die ich um 12 Uhr 30 erreichte und nachdem ich vor Jahren schon mal hier war, fand ich mich gleich wieder gut zurecht. Ich bezog ein Zimmer nur 100m von der Kathedrale entfernt und machte nach einer kurzen Mittagspause einen Rundgang durch die Altstadt. 
Natürlich habe ich mir zuerst die „Catedral San Martin“ mit dem angegliederten Museum angeschaut, besonders das Portico del Paraiso muß man gesehen haben. Auffällig ist dabei die Farbgestaltung.
Auf dem weiteren Weg von Ourense nach Santiago de Compostela gab es einen besonderen Höhepunkt, nämlich eine Begegnung.
Kurz vor Silleda an der kleinen Kirche Igrexa de Santiago de Taboada traf ich am 14.6.2019 unser Vereinsmitglied und Pilgerberater Pater Norbert mit einer kleinen Gruppe. Prompt wurde auf Initiative von Pater Norbert vor der Kirche eine Messe zu 4 gefeiert. Das hat in diesem Augenblick richtig gut getan.

Ourense

Ourense, am Fluss Mino gelegen, ist mit ca. 100.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt in Galicien. Der Name der Stadt leitet sich von „la ciudad del oro“ (Auriense, die Stadt des Goldes) ab und beschreibt die enormen Vorkommen des Edelmetalls, das am Fluss gefunden werden konnte. Eine weitere Theorie besagt, dass die Römer der Stadt den Namen Aquae Urentes (brennende Wasser) wegen der As Burgas genannten Schwefelquellen gaben. Burgas wiederum entstammt dem lateinischen burca für „Becken“. In und um Ourense treten drei heiße Quellen am Flussufer des Miño aus, die als As Burgas bekannt sind. Der Fluss verläuft durch die Provinz Ourense und etwa in der Mitte seines Verlaufs durch die Stadt selbst. Die Römer ließen sich in dem Gebiet des heutigen Ourense nieder, da sie die heißen Quellen als Thermal- und Heilbrunnen schätzten. Sie errichteten eine Brücke über den Fluss, die Puente Romano (Ponte Vella für „Alte Brücke“), und schufen damit einen wichtigen Verbindungsweg.
Im 4. Jahrhundert wurde Ourense Bischofssitz. Als Hauptstadt des Königreiches der Sueben erlebte Ourense im 5. und 6. Jahrhundert eine Blütezeit. Der Suebenkönig Teodomiro († 570) baute nach seinem Übertritt vom Arianismus zum Katholizismus die erste Kathedrale von Ourense. Ständige Raubzüge der maurischen Eroberer unter Abdelaziz und dem Almansor sowie der Normannen verwüsteten die Stadt so sehr, dass sie mehrere Jahrhunderte fast unbewohnt blieb. 1071 unter dem persönlichen Schutz des Königs Sancho II. von Kastilien gelang der endgültige Wiederaufbau.
Als Bischofssitz erlangte die Stadt in den folgenden Jahrhunderten Bedeutung als geistliches Zentrum, aber zunehmend auch als Handelsstadt.
Im 13. Jahrhundert war Ourense aufgrund der geografischen Lage und durch seine große jüdische Gemeinde ein wichtiges Handelszentrum in Galicien. Der wirtschaftliche Niedergang setzte nach der Vertreibung der ourensanischen Juden im Jahre 1492 durch die Katholischen Könige Isabella und Fernando ein. In den nachfolgenden Jahrhunderten nahm die Bedeutung Ourenses stetig ab. Bis zum 18. Jahrhundert gab es herrschaftliche Rechtsstreitigkeiten; trotzdem gedieh zu dieser Zeit der Handel mit Wein und Öl. Im 19. Jahrhundert stieg die Bedeutung der Stadt weiter, vor allem wegen neuer Verkehrswege. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts spielte die Stadt eine bedeutende Rolle in der Verwaltung, im Verkehr und beim Handel. Die neue Brücke Ponte Nova und eine kleine Industriezone bildeten die Grundlage für die Entwicklung im Viertel von Ponte, aber auch die Infrastruktur in der historischen Stadt wuchs weiter. Eine lokale Zeitung und die Sparkasse Caixa de Aforros wurden gegründet, der Kultur- und Freizeitbereich entwickelte sich. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts beendete man den Bau der Bahnstrecke Ourense–Zamora und schuf durch den Bau einer neuen Brücke einen weiteren Zugang nach Galicien. 1959 wurde mit der Sierra-de-la-Culebra-Linie eine schnelle Eisenbahnverbindung nach Madrid geschaffen. Diese Maßnahmen führten zu Wirtschaftswachstum, vermehrter Nachfrage nach Arbeitskräften und zu einer Ausweitung des Wohnmarktes.
Die Kathedrale de San Martino ist im romanischen Übergangsstil des 12./13. Jahrhunderts errichtet und weist Einflüsse der Kathedrale von Santiago de Compostela auf. Die Kathedrale steht am Übergang von der Romanik zur Gotik. Ihre Ursprünge reichen bis ins späte 12. Jahrhundert zurück. Aus romanischer Zeit hat sie einen reichen Skulpturenschmuck bewahrt und aus der Renaissance sind bedeutende Altarretabeln und das Chorgestühl erhalten. 1887 wurde der Kathedrale vom Papst der Titel einer Basilica minor verliehen. Am 3. Juni 1931 wurde sie zum Kulturdenkmal (Monumento Nacional) erklärt. Das Kathedralemuseum bewahrt ein wertvolles Prozessionskreuz, das früher Enrique de Arfe zugeschrieben wurde, ein Kreuz aus Gagat (von einem Atelier aus León), ein Messbuch von 1494, das Missale Auriense, den Schatz des Heiligen Rosendo und eine Prozessionsmonstranz aus dem 17. Jahrhundert auf.
Die Capilla del Cristo (1567 – 74) ist ein Beispiel für den galicischen Barock, sie ist über und über mit Gold verziert. Der hoch verehrte Santo Cristo ist hier zu sehen. Glaubt man der Überlieferung, dann ist die mit echtrem Haar versehene Christusfigur in Finisterre an Land gespült worden.
Die Kathedrale steht an der Stelle einer suebischen, von den Mauren zerstörten Kirche. Der Legende nach soll der suebische Herrscher Carriarico im 6. Jh. den Heiligen Martin von Tours um Hilfe für seinen kranken Sohn angefleht haben. Nach vollbrachter Wundertat liess er dem Heiligendie Kirche errichten.

Ab Ourense nennt sich der Weg Camino Sanabres

12.6.2019 Ourense bis Cea,  ca. 22 km: 
13.6.2019 Cea bis Laxe (Estacion de Lalin),  ca. 26 km:
14.6.2019 Laxe (Estacion de Lalin)  bis Silleda,  ca. 18 km:
15.6.2019 Silleda bis Deseiro (Sergude),  ca. 21 km:
16.6.2019 Deseiro (Sergude)  bis Santiago de Compostela,  ca. 12 km:

Cea

Cea ist vor allem für sein rustikales Holzofenbrot aus Weizenmehl, Pan de Cea, berühmt. Die erste schriftliche Erwähnung des Brotes stammt aus dem 13. Jh., als König Sancho IV. dem Abt des nahe gelegenen Klosters Oseira das Kirchen- und monatliche Marktrecht zusprach. Die Geschichte Cea ist eng mit dem Aufstieg und Fall des Klosters Oseira zwischen dem 12. und 19. Jh. verbunden. Sehenswert in Cea ist der alte Ortskern mit seinen engen Gassen und den typischen Granithäusern und einigen Horreros. Die Iglesia de San Facunda stammt aus dem 13. Jh. Der Glockenturm – Torre del Reloj – im Zentrum mit seinen vier Eckbrunnen wurde 1926 – 28 gebaut.

Outeiro

Die Capilla und die Fuente de Santiaguino entstanden Ende des 17. Jh., wobei der Brunnen 1724 von einem höheren Standort hierher verlegt wurde. In der Mitte ist eine Jakobsfigur aus Granit zu sehen, flankiert wird der Heilige von seinen treuen Jüngern Teodoro und Atanasio. Es wird erzählt, dass diese Sklupturen ursprünglich aus dem alten romanischen Chor der Kathedrale von Santiago stammen. Eine Inschrift spielt auf die Legende um die Bestattung des Heiligen Jakobus an, die eng mit dem nahen und den Galiciern heiligen Berg Pico Sacro verbunden ist. Die Legende erzählt, dass die beiden Jünger, nachdem Jakobus der Ältere auf Befehl von Herodes Agripa im Jahr 42 n. Chr. geköpft worden war, den Leichnam im Boot vn Jerusalem nach Galicien überführten. An der Mündung des Rio Ulla bei Iria Flavia (heute Padron) angelangt, baten sie die heidnische Königin Lupa um Erlaubnis, den Apostel beerdigen zu dürfen. Die Königin schickte die beiden ans Kap Finisterre, wo sie, je nach Version, von einem römischen Legaten oder einem heidnischen Priester eingesperrt wurden. Nachdem ihnen die Flucht gelungen war, hiess die listige Königin Lupa sie am Pico Sacro zwei Ochsen für den Transport des Leichnams holen. Die Ochsen, in Wirklichkeit wilde Kampfstiere, wurden beim Auftauchen der beiden Apostel plötzlich auf wundersame Weise zahm und so brachten sie den Leichnam des Jakobus bis zu seiner Grabstätte im heutigen Santiago. Ob dieser Wunder, so erzählt man, sei die Königin Lupa zum Christentum übergetreten.